Der Zuckerpreis in New York setzte seine zuvor erzielten Gewinne fort und erholte sich wieder über die zuvor stabile Unterstützungszone von $13.80. In der Folge stehen die Zucker‑Futures Nr. 11 auf Kurs, ihren ersten Wochengewinn nach drei Verlustwochen in Folge zu verbuchen. Ein starker brasilianischer Real und die gestiegene Nachfrage nach Biokraftstoffen stützen die Agrarrohware. 

Zuckerpreis erholt sich und durchbricht entscheidende Unterstützungszone

Die stark gestiegenen Rohölpreise sind einer der wichtigsten aufwärtsgerichteten Treiber des Zuckerpreises. Insbesondere erhöhen höhere Ölpreise in der Regel die Nachfrage nach Biokraftstoffen, da die Industrien nach günstigeren Alternativen suchen. 

Seit Beginn des US‑Iran‑Kriegs Ende Februar ist der Brent‑Ölpreis um mehr als 30 % gestiegen. Dies folgte auf Störungen entlang der Straße von Hormus, die die IEA als die größte Störung der Ölversorgung in der Geschichte bezeichnete. Dieser wichtige Engpass ist für den Fluss von etwa 20 % der weltweiten Ölversorgung verantwortlich.

Durch den anhaltenden Energieschock leiten Zuckerfabriken zunehmend Zucker in die Ethanolproduktion um. Das hat wiederum das Zuckerangebot verringert und die Preise gestützt. Ethanol wird häufig aus Zuckerrohr und Mais hergestellt. 

Ähnlich wie der Zuckerpreis setzten die maßgeblichen CBOT‑Mais‑Futures ihre Gewinne fort und erreichten am Freitag ein Dreiwochenhoch. Die anhaltenden geopolitischen Spannungen gelten als wichtiger Aufwärtsfaktor; die Maispreise steigen vor dem Hintergrund der gestiegenen Ethanolnachfrage.  

Gleichzeitig stützt die Aufwertung des brasilianischen Real den Zuckerpreis. Die Währung zählt 2026 zu den stärksten. Am Donnerstag stieg sie auf ein Zweijahreshoch. Der Anstieg dämpft die Exportanreize der brasilianischen Zuckerproduzenten und beeinflusst so das globale Angebot. 

Trotz dieser Aufwärtsfaktoren bremst eine Prognose für höhere Zuckerproduktion in Brasilien die Kursgewinne. Zudem erklärte Indien Anfang April, es beabsichtige nicht, in diesem Jahr Zuckerexporte zu verbieten. 

Technische Analyse des Zuckerpreises

Der Zuckerpreis zog am Freitag leicht an und handelte auf dem höchsten Stand seit über einer Woche. Zuvor am Tag stiegen die Zucker‑Futures Nr. 11 in New York auf $13.80 pro Pfund, bevor sie zum Zeitpunkt der Erstellung leicht auf $13.72 zurückfielen. 

Vor einer Woche war der Preis der Agrarrohware auf den niedrigsten Stand seit 2020 gefallen. Bemerkenswert ist, dass die Preise parallel zum Brent‑Ölpreis verliefen, der auf ein Fünfwochen‑Tief gefallen war. 

Die Hoffnung, der US‑Iran‑Konflikt habe ein Ende in Aussicht, dämpfte den Energieschock und verringerte die Nachfrage nach alternativen Biokraftstoffen. Das Schwinden dieser Hoffnungen und die anhaltenden Störungen entlang der Straße von Hormus haben hingegen die Nachfrage nach günstigeren Biokraftstoffen gestärkt. 

Ein Blick auf das Tageschart zeigt gedämpfte Gewinnpotenziale, da die bärische Todeskreuz‑Formation, die vor knapp zwei Wochen entstand, weiter intakt ist. Das aktuelle Niveau fällt mit einer entscheidenden Unterstützungszone zusammen, die vor dem US‑Iran‑Konflikt über mehrere Jahre stabil gewesen war. Die Bullen versuchen daher, genügend Momentum zu sammeln, um diese Zone zu überwinden und zu festigen. 

Damit könnte ein Anstieg über $13.80 dem Zuckerpreis den Weg zum 25‑Tage‑EMA bei $14.10 eröffnen. Andererseits müssten die Bullen bei einem Rücksetzer versuchen, die Unterstützung bei 413.50 zu verteidigen. Darunter könnte der Kurs das Anfang des Monats erreichte Sechsjahrestief bei $13.23 erneut testen. 

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