Der Kaffeepreis zog am Donnerstag leicht an, da der geopolitische Konflikt im Nahen Osten die Befürchtungen steigender Logistikkosten verstärkt. Gleichzeitig wirken sich unterdurchschnittliche Niederschläge im wichtigsten Arabica-Anbauland Brasilien auf das Angebotsgefüge aus. Die Aufwertung des brasilianischen Real ist ein weiterer Treiber auf dem Weltkaffeemarkt.

Der Benchmark für den Arabica-Kaffeepreis, die Coffee C-Futures, stieg auf den höchsten Stand seit etwa einer Woche und notierte zum Zeitpunkt des Verfassens bei $292.60. Gleichzeitig kletterten die ICE-Futures in New York auf den höchsten Stand seit zwei Wochen und legten um über 3% zu. 

US-Iran-Konflikt wirkt sich auf den Kaffeemarkt aus

Wie bei anderen Agrarwerten bleibt das Wettermuster ein entscheidender Treiber im Kaffeemarkt. Besonders im Fokus der Investoren steht das aktuelle Wetter in Brasilien. Unterdurchschnittliche Niederschläge dürften die Erträge verringern und damit die Preise stützen. Das südamerikanische Land ist jedoch nach wie vor Hauptproduzent und -exporteur von Arabica und deckt rund 40% des Weltangebots.

Gleichzeitig dämpft die Aufwertung des brasilianischen Real die Exportanreize und belastet das weltweite Angebot zusätzlich. Tatsächlich ist die Währung 2026 zur Top-Performer-Währung geworden und legte gegenüber dem US-Dollar um etwa 13% im Jahresvergleich zu. Globale Zinsverläufe und die fiskalischen Rahmendaten des Landes sind wesentliche Treiber der Aufwertung. Einige Analysten prognostizieren eine korrigierende Gegenbewegung, die den Arabica-Preis dämpfen könnte.  

Zusätzlich stützen die anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten den Arabica-Preis. Die Hoffnungen auf Friedensgespräche zwischen den USA und Iran schwanden, nachdem die Islamische Republik Schiffe entlang der strategisch wichtigen Straße von Hormus festgesetzt hatte. Zudem erklärte der stellvertretende Sprecher des iranischen Parlaments, das Land habe bereits erste Gebühren von Schiffen eingenommen, die die Engstelle passieren.  

Der Konflikt hat die Befürchtungen steigender Logistikkosten verstärkt. Am Donnerstag stiegen die Brent-Rohölpreise auf den höchsten Stand seit über zwei Wochen. Der Energieschock hat sich auf Agrarrohstoffe ausgeweitet und zu einem Rückgang der zertifizierten Lagerbestände geführt. Trumps Entscheidung, das Waffenstillstandsabkommen mit Iran unbegrenzt zu verlängern, hat die Sorgen jedoch abgemildert. 

Technische Analyse des Arabica-Kaffeepreises

Der Kaffeepreis startete in die Sitzung am Donnerstag auf hohem Niveau, nachdem er zu Beginn der Woche auf ein Sieben-Wochen-Tief gefallen war. Nachdem die maßgeblichen Coffee C-Futures am Dienstag ein Intraday-Tief von $278.35 erreicht hatten, notierten sie zum Zeitpunkt des Verfassens bei $292.60. 

Ende letzter Woche fielen die Preise angesichts erhöhter Volatilität unter das Unterstützungsniveau von $287.85. Ein Blick auf das Tageschart signalisiert in der näheren Frist gedämpfte Gewinne, da Investoren die anhaltenden geopolitischen Spannungen und Angebotsdynamiken abwägen. 

Bei einem RSI von ~48 dürfte der Arabica-Preis in den kommenden Sitzungen voraussichtlich in einer Spanne verharren. Zudem bleibt der Abgabedruck trotz der erwarteten Erholung bestehen. Sowohl fundamental als auch technisch ist die Spanne zwischen dem 25-Tage-EMA bei $294 und der Unterstützungsmarke bei $282 zu beobachten. Eine weitere Erholung dürfte die Gewinne am mittelfristigen 50-Tage-EMA bei $301 begrenzen.   

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