
Der Kupferpreis startete die neue Woche in einem Konsolidierungsmodus, nachdem er in der vergangenen Woche einen Wochenverlust verzeichnete. Ein Stillstand bei den US‑Iran‑Friedensgesprächen hält das rote Metall nun seit zwei Wochen in einer Handelsspanne. Einerseits dämpfen die geopolitischen Spannungen Kursgewinne. Andererseits bieten ein Rückgang des US‑Dollars und eine Zunahme der chinesischen Nachfrage beständigen Halt.
Kupferpreis konsolidiert, während der US‑Dollar nachgibt
„Dr. Copper“, oft als Barometer für die globale Konjunktur betrachtet, bleibt in einer Handelsspanne, da die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten weiterhin die Finanzmärkte beeinflussen. Auf der anderen Seite stützt eine steigende chinesische Nachfrage das rote Metall.
Die Nachfrage in der zweitgrößten Volkswirtschaft ist ein einflussreicher Treiber, da das Land der führende Importeur von Kupfer und anderen Industrierohstoffen ist. Es macht rund 60 % der weltweiten Kupferimporte aus. Knappes Konzentratangebot und geringe Inlandsanlieferungen haben die sozialen Lagerbestände an Kupferkathoden im Land die siebte Woche in Folge sinken lassen.
Zusätzlich hat ein Rückgang des US‑Dollars den COMEX‑Kupferpreis über der monatelangen Aufwärtstrendlinie gehalten. Anfang Montag stieg der Dollarindex auf den höchsten Stand seit drei Wochen bei $99.35. Anschließend gab er diese Gewinne jedoch wieder ab und notierte zum Zeitpunkt der Berichterstattung auf dem in der Vorwoche zuletzt gesehenen Niveau von $98.46.
Mit Rohölpreisen, die wieder im dreistelligen Bereich liegen, sorgen sich Anleger über die Möglichkeit einer Stagflation. Tatsächlich dämpfen diese Sorgen die Kupferkursgewinne. Die Nachfrage nach dem Greenback als sicherer Hafen hat sich jedoch nicht erhöht. Ein schwächerer US‑Dollar macht Kupfer für Käufer mit Fremdwährungen günstiger.
Technische Analyse des COMEX‑Kupferpreises

Der Kupferpreis verzeichnete am Montag leichte Zugewinne, obwohl er in einer Handelsspanne verblieb. In der vergangenen Woche verzeichnete das rote Metall nach vier aufeinanderfolgenden Gewinnwochen einen Wochenverlust. In den letzten zwei Wochen befindet es sich in einer Konsolidierungsphase, während Anleger den Stillstand in den Friedensgesprächen zwischen den USA und der Islamischen Republik Iran beobachten.
Ein Blick auf das Tageschart signalisiert, dass der Kupferpreis in den kommenden Sitzungen range‑bound bleiben könnte. Einerseits hält er sich stabil oberhalb der 25‑ und 50‑Tage‑EMA. Tatsächlich ist die bullische Golden‑Cross‑Formation, die vor etwa zwei Wochen ausgebildet wurde, weiterhin intakt.
Trotz dieser Unterstützung fehlt den Bullen die nötige Dynamik, um den Widerstand bei $6.15 zu durchbrechen. Sowohl technisch als auch fundamental ist die Spanne zwischen dem Widerstand bei $6.15 und der Unterstützung bei $5.97 kurzfristig beobachtenswert.
Dieses Range‑Trading platziert den Kupferpreis oberhalb der Aufwärtstrendlinie, die seine Bewegungen über Monate geprägt hat. Auf dem Höhepunkt des US‑Iran‑Konflikts Mitte März fielen die Preise unter die Trendlinie, bevor sie Mitte April wieder anzogen. Solange Anleger eine abwartende Haltung gegenüber den US‑Iran‑Friedensgesprächen einnehmen, dürfte der Kupferpreis voraussichtlich oberhalb des technischen Indikators bleiben.
Verschärfte Spannungen könnten das rote Metall jedoch wieder unter die Trendlinie drücken, sodass es entlang der 25‑Tage‑EMA bei $5.90 Halt finden würde. Auf der anderen Seite würde ein Ausbruch aus der genannten Handelsspanne die Bullen auf ein Dreimonatshoch bei $6.23 zielen lassen.
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