Die geopolitische Spannung im Nahen Osten bleibt ein wesentlicher Treiber des Goldpreises. Zu Beginn des US‑Iran-Kriegs Ende Februar stieg das Edelmetall, da Anleger nach sicheren Anlagen suchten. Allerdings hat der Energienschock durch die Blockade der wichtigen Straße von Hormus die Inflationssorgen verstärkt und belastet das nicht verzinsliche Edelmetall. 

Während der langfristige Ausblick weiterhin positiv ist, beeinflussen Schlagzeilen zur Krise im Nahen Osten weiterhin die Goldpreisbewegungen. In dieser Unsicherheit suchen Anleger nun Hinweise aus der Fed-Zinsentscheidung am Mittwoch. Ein restriktiver Ton könnte weiteren Verkaufsdruck auslösen, während die Bären wichtige Unterstützungszonen testen. Zum Zeitpunkt der Erstellung konsolidierte der Goldpreis bei $4,556.

Goldpreis konsolidiert vor der Fed-Zinsentscheidung

Zwei Monate nachdem US- und israelische Streitkräfte die Islamische Republik Iran angegriffen haben, steht der Goldpreis weiterhin unter Verkaufsdruck, hält sich aber über dem langfristigen 200-Tage-EMA. Außerdem hat sich die Marktstimmung verbessert, obwohl Anleger besorgt über die festgefahrenen US‑Iran-Friedensgespräche sind. 

Am Montag erklärte Irans Außenminister Abbas Araqchi, dass das Land Washingtons Bitte um Verhandlungen prüfe. In der Folge steht der Angst‑und‑Gier‑Index nun am gierigen Ende der Skala mit einem Wert von 64. Zum Vergleich: Vor einem Monat herrschte extreme Angst mit einem Wert von 14.  

Einerseits werden geopolitische Faktoren kurzfristig weiterhin die Goldpreisbewegungen beeinflussen. Andererseits bieten seine Attraktivität als sicherer Hafen und die Investmentnachfrage dem Edelmetall weiter solide Unterstützung. 

In seinem Q1’26‑Bericht stellte der World Gold Council (WGC) fest, dass die Goldnachfrage, einschließlich Over‑the‑Counter (OTC), im Jahresvergleich um 2 % zulegte. Insbesondere stieg die Nachfrage nach Barren und Münzen um 42 % und machte damit das zweitbeste Quartal der Aufzeichnungen aus. Zudem erhöhte sich der Ankauf durch Zentralbanken um 3 %, trotz der beobachteten Zunahme an Verkaufsaktivität. Zuflüsse in Gold‑ETFs stiegen ebenfalls, wenn auch langsamer als im außergewöhnlich starken Q1’25. 

Angesichts des stabilen langfristigen Ausblicks und des kurzfristig von Schlagzeilen geprägten Marktes richten Anleger ihren Blick jetzt auf die Fed‑Zinsentscheidung. Der Markt erwartet, dass die US‑Notenbank die Zinsen bei der dritten Sitzung in Folge unverändert lässt. Dies steht im Zusammenhang mit dem anhaltenden Energieschock und dem Risiko einer Stagflation. 

Bemerkenswert ist, dass die Zinssätze seit fünf Jahren über dem Zielwert der Zentralbank von 2 % liegen. Zudem ist der US‑Arbeitsmarkt schwach, aber nicht in einer Krise. 

Investoren werden besonders auf den Ton in Powells Rede und die FOMC‑Erklärung achten. Ein restriktiver Ton könnte weiteren Verkaufsdruck auf das nicht verzinsliche Edelmetall ausüben, da die Bären die Chance nutzen, wichtige Unterstützungszonen zu testen. 

Technische Analyse des Goldpreises

Gold price

Am Mittwoch hielt der Goldpreis stabil über dem Unterstützungsniveau von $4,555, da die Finanzmärkte vor der Fed‑Zinsentscheidung eine „abwarten“-Stimmung bewahrten. In den vergangenen Wochen haben die Unsicherheiten rund um die festgefahrenen US‑Iran‑Friedensgespräche das Edelmetall in eine Handelsspanne gezwungen. 

Während der langfristige Ausblick stabil bleibt, belasten erhöhte Stagflationsrisiken weiterhin das nicht verzinsliche Asset. In der Folge notiert der Goldpreis unter den 25‑ und 50‑Tage‑EMAs. Ein RSI von 38 unterstreicht den Verkaufsdruck.

Mit der Fed‑Zinsentscheidung in Sicht ist der Bereich zwischen dem 50‑Tage‑EMA bei $4,755 und dem Unterstützungsniveau von $4,500 besonders zu beobachten. Die Bullen sind besonders bemüht, diese Unterstützung zu verteidigen, da sie mit der Trendlinie übereinstimmt, die die Goldpreisbewegungen in den letzten Wochen geprägt hat. 

Ein Rückgang unter diesen technischen Indikator würde weiteres Verkaufen signalisieren, da die Bären das untere Unterstützungsniveau bei $4,375 ins Visier nehmen. Umgekehrt könnte ein neutraler Ton von Jerome Powell eine Erholung über die aktuelle Handelsspanne hinaus in Richtung des oberen Widerstandsniveaus von $4,825 auslösen. 

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