Der Iran-Konflikt hinterließ bei dem Autobauer VW deutliche Spuren. Seit dem Angriff Ende Februar beträgt der Kursrückgang rund -22%. Am Freitag gewinnt sie leicht und steht bei 88,50 €. Sind das wieder günstige Einstiegskurse?
Kapazitäten in China reduziert
Die Glanzzeiten von VW auf dem chinesischen Markt sind vorbei. In seinem Statement gegenüber dem Handelsblatt sagte der VW-China-Chef Ralf Brandstätter Folgendes:
Auch wir passen unsere Planung an.
Ende des Jahrzehnts erwartet er einen Absatz von 3,2 Millionen Fahrzeugen – zuvor waren es 3,5 bis 4 Millionen Fahrzeuge. Das ist dann rund ein Drittel des weltweiten VW-Absatzes. 2019 wurden noch 4,2 Millionen Einheiten verkauft.
Auch bei den Gewinnmargen wird mit einem deutlichen Rückgang gerechnet. Statt 10% erwartet der Konzern jetzt bis 2030 einen Wert von 4 bis 6%. Der Hauptgrund hierfür ist der hohe Wettbewerb in China. Mit einem Rückgang des Wettbewerbs ist nicht zu rechnen.
Die Produktionskapazitäten in China wurden deutlich reduziert. Fünf Werke wurden entweder verkauft, geschlossen oder umgewidmet. Insgesamt sanken die Fertigungskapazitäten um 1,5 Millionen Einheiten.
Weltweit sollen laut CEO Oliver Blume die Fertigungskapazitäten um weitere 1 Million Einheiten auf 9 Millionen Fahrzeuge reduziert werden. Das entspricht etwa der abgesetzten Menge von 2025.
Diese Maßnahmen sind im Hinblick auf den rückläufigen Absatz richtig.
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Teilverkauf von Everllence geplant
Mit der Tochter Everllence besitzt der Konzern ein Unternehmen, das Schiffsmotoren und industrielle Wärmepumpen herstellt. Im Zuge der Konzerntransformation sollen 51% der Anteile verkauft werden. Das Unternehmen wird mit 5 bis 8 Milliarden € bewertet.
Momentan befindet sich der Vorgang in einer Bieterphase. Als Interessenten werden laut Mediengerüchten die schwedische EQT, Bain Capital und CVC genannt. EQT hat sich mit dem VW-Großaktionär Porsche SE zusammengetan. Unabhängig vom Ausgang der Bieterauktion erhält die Porsche SE auf jeden Fall einen Aktienanteil.
In einem späteren Schritt dürften dann die restlichen Anteile verkauft werden. Somit besteht die Option, von den erhofften Wertzuwächsen weiterhin zu profitieren.
Der Abschluss des Verkaufs soll noch vor der Sommerpause abgeschlossen werden. Auch dieser Teilverkauf ist richtig. VW muss schlanker werden und nicht zum Kerngeschäft gehörende Teile verkaufen.
Potenzial vorhanden
Der Kurseinbruch seit Beginn des Iran-Konfliktes ist aus meiner Sicht übertrieben hoch ausgefallen. Die gestiegenen Preise für Benzin und Diesel dürften den Absatz von Autos mit Verbrennermotoren nur kurzfristig beeinträchtigen.
Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Konzern mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau; die Ertragslage soll sich jedoch leicht verbessern. Die jetzigen Maßnahmen gehen in die richtige Richtung, allerdings muss VW noch einen weiten Weg zurücklegen.
Der faire Wert sollte bei 100 € liegen, das entspricht einem Potenzial von rund +15%. Was momentan für die Aktie spricht, ist die gestiegene Dividendenrendite. Bei dem aktuellen Kursniveau beträgt sie rund 6%.
Die Analysten kommen zu sehr unterschiedlichen Einschätzungen; die Bandbreite reicht von 90 bis 151 €. Der mittlere Zielkurs liegt bei 118 €.
Mein Fazit: Neben einer hohen Rendite besitzt die Aktie auch Kurspotenzial.
Ergänzend sei erwähnt: Gerade in unsicheren Marktphasen können Dividenden-Aktien als Stabilisator dienen. Diese zehn Titel kombinieren defensiven Charakter mit interessanten Kurschancen – eine Kombination, die aktuell selten geworden ist.
VW in Kürze
- Die Volkswagen AG, kurz VW, (WKN: 766400) ist ein weltweit führender Hersteller von Automobilen und Nutzfahrzeugen mit einem Portfolio von zehn Automarken. Neben der Kernmarke VW gehören unter anderem Audi, Skoda, Seat, Bentley und Porsche zum Konzern.
- Neben dem Hauptsitz in Wolfsburg unterhält der Konzern weltweit Produktionsstätten.
- Die Marktkapitalisierung der Vorzugsaktie liegt bei ca. 45 Milliarden €.
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