Die Aktie von Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2) hat die Marke von 1.000 Euro noch lange nicht erreicht. Wobei wir eines klarstellen müssen: In einem solchen Format sprechen wir natürlich über die für die meisten Anleger handelbare B-Aktie. Das A-Papier liegt mit einem sechsstelligen Kursniveau bereits deutlich darüber.

Aktuell liegt die B-Aktie von Berkshire Hathaway bei einem Aktienkurs von 401 Euro. Das 52-Wochenhoch liegt hingegen bei 476 Euro. Beide Kurse haben die Marke von 1.000 Euro daher nicht einmal im Ansatz gesehen. Wir sind nicht einmal bei der Hälfte gelandet. Der Börsenwert der Beteiligungsgesellschaft müsste ausgehend von 1,02 Bio. US-Dollar heute auf etwa 2,5 Bio. US-Dollar steigen. Natürlich wird das kein Selbstläufer. Aber unmöglich erscheint mir das nicht.

Rechnen wir heute ein wenig herum, wann die Aktie von Berkshire Hathaway realistisch 1.000 Euro erreichen könnte. Treffen wir danach eine Auswahl, welches Szenario uns am wahrscheinlichsten erscheint.

Berkshire Hathaway rein rechnerisch: Dann fallen die 1.000 Euro!

Für unsere Berechnungen haben wir bereits zwei Eckpunkte klar definiert. Wir wissen, dass der aktuelle Aktienkurs bei 401 Euro liegt. Unser Ziel sind 1.000 Euro. Zwei Determinanten müssen wir hingegen noch klären: die Rendite … und den Faktor Zeit. Wobei wir anhand der Rendite die Zeit ermitteln. Meine grundsätzliche Überlegung ist, dass die Aktie von Berkshire Hathaway mindestens eine marktübliche Rendite von rund 8 % pro Jahr erwirtschaftet. Der Fokus auf Qualität, starke Geschäftsmodelle, Wettbewerbsvorteile und solide Cashflows ist einfach ein Werttreiber. Wenn das US-Konglomerat auf 8 % Rendite durchschnittlich käme, so würde es rein rechnerisch 11,87, also 12 Jahre dauern, ehe die Marke von 1.000 Euro fällt.

Weiter geht es: Meine zweite Annahme ist, dass Berkshire Hathaway eine leicht marktschlagende Rendite einfährt. Eine Rendite von 12 % pro Jahr, wenn wir davon ausgehen, dass die Beteiligungsgesellschaft aufgrund der eigenen Größe zunehmend limitiert ist. Aber durch einen strengen Qualitätsanspruch noch immer eine leicht überdurchschnittliche Rendite einfährt. Unter dieser Prämisse würde die Aktie in rund 8 Jahren ein Kursniveau von 1.000 Euro erreichen.

Und was wäre, wenn Berkshire Hathaway auf 20 % Rendite pro Jahr käme? Das ist der Wert, den Warren Buffett im langjährigen Durchschnitt eingefahren hat. Gleich vorweg: Das halte ich für nicht mehr realistisch. Denn dafür ist das Konglomerat einfach zu groß. Mit einer Billion US-Dollar Börsenwert braucht man nicht mehr in kleinere Unternehmen zu investieren. Nur große Beteiligungen bewegen neben dem eigenen Geschäft inzwischen die Nadel. Aber bei 20 % pro Jahr würde es 5 Jahre dauern, ehe die Aktie 1.000 Euro erreicht.

Etwa 12 % Rendite pro Jahr halte ich für möglich!

Du wirst es dir anhand der Beschreibungen meiner Rechenbeispiele vielleicht schon gedacht haben: Ich persönlich glaube, dass die Aktie von Berkshire Hathaway auf eine Rendite von etwa 12 % pro Jahr kommen kann. Leicht über dem Markt, aber deutlich unter der früheren Gesamtrendite. Es mag auch ein wenig enthalten sein, dass mit dem neuen CEO Greg Abel etwas mehr Unsicherheit hereinkommt. Wobei Warren Buffett ja überzeugt ist, dass er einen deutlich besseren Job machen werde als er.

Nun zu meinen Gründen: Meine These basiert darauf, dass Berkshire Hathaway derzeit etwa 44 Mrd. US-Dollar als operatives Ergebnis einfährt. Alle zehn Jahre dürfte sich der Wert in etwa verdoppeln (so wie von 2015 mit fast 18 Mrd. US-Dollar bis auf das 2025er Niveau). Damit läge die Gewinnrendite bei rund 4,4 %, hinzu käme ein Wachstum von etwa 7 % pro Jahr. Je Aktie dürfte sich das Ergebnis noch weiter beschleunigen, denn Aktienrückkäufe dürften die Anzahl der ausstehenden Aktien um 2 bis 3 % zusätzlich reduzieren. Kombiniere ich all diese Werte und berechne ich mit ein, dass Berkshire Hathaway 373 Mrd. US-Dollar in Cash hat, die man noch renditestark investieren könnte, halte ich 12 % Rendite pro Jahr für möglich.

Natürlich besitzen meine Annahmen einige „Wenn’s“, die gleichsam zu einem „Aber“ führen können. Unterm Strich glaube ich jedoch, dass meine Annahmen eher konservativ sind. Berkshire Hathaway könnte deutlich mehr Aktien zurückkaufen. Oder das operative Ergebnis schneller um 100 % steigern. Würde man beispielsweise 250 Mrd. US-Dollar investieren und darauf eine Rendite von 10 % erhalten, so könnte das Ergebnis schnell um 25 Mrd. US-Dollar steigen.

Berkshire Hathaway: 1.000 Euro sind nur eine Frage der Zeit!

Die vielleicht wichtigste Erkenntnis ist jedoch, dass ein Aktienkurs von 1.000 Euro bei der Aktie von Berkshire Hathaway eher eine Frage der Zeit ist. Das Geschäft besteht aus dem Investieren. Präziser erklärt: Aus dem Investieren in selektive und qualitative Chancen. Das ist ein Geschäft, das ideal skalierbar ist. Man kann freie Mittel nehmen und konsequent neu investieren. So steigert man immer wieder den Zinseszinseffekt.

Natürlich besitzt die Aktie von Berkshire Hathaway Risiken. Gerade jetzt, wo Warren Buffett seine operativen Aufgaben abgegeben hat, ist das Top-Management ein größerer Unsicherheitsfaktor. Doch selbst wenn Abel das Geschäft nur verwalten und Aktienrückkäufe tätigen würde, könnte noch eine marktübliche Rendite möglich sein. Dann würde es vielleicht 12 Jahre dauern, ehe die Aktie 1.000 Euro erreicht. Ein wirklicher Weltuntergang wäre aber auch das nicht.

Der Artikel 10 Jahre oder länger: Wann die Aktie von Berkshire Hathaway 1.000 Euro erreicht! ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.