Trotz 150 Jahren Historie stuft Nevadas Bergbaubehörde bedeutende Teile des rohstoffreichen Bundesstaats als unerforscht ein – und will mit geowissenschaftlichen Basisdaten gegensteuern. Es ist ein weiterer Beleg für den strukturellen Aufschwung des Sektors zwischen Las Vegas im Süden und Jackpot ganz im Norden Nevadas.

 

Der Edelmetallexplorer Advanced Gold Exploration (ISIN: CA00792D2023, WKN: A41RJV) startete Ende April das diesjährige Explorationsprogramm auf dem Silver Belle-Projekt im Eureka County im US-Bundesstaat Nevada.

 

Es handelt sich um Exploration auf der Grundlage von Daten, die weit zurückreichen, aber sehr konkret sind. Das Projekt weist dokumentierte historische Fördermengen auf, darunter eine Schmelzwerk-Lieferung aus dem Jahr 1937, die aus Untertagebauwerken etwa 1.611 Gramm Silber pro Tonne sowie 37 % Blei, 10 % Zink, 1 % Kupfer und 0,3 % Antimon ergab.

 

Advanced Gold will historische Mineralisierung validieren

 

Diese Gehalte deuten auf eine hochgradige polymetallische Mineralisierung innerhalb des Systems hin. Ziel der Exploration ist laut CEO Arndt Roehlig, „die dokumentierte hochgradige historische Mineralisierung in einen modernen Explorationsrahmen zu überführen“.

 

Die Geologen des Explorers vermuten bei Silver Belle eine Karbonat-Ersatzlagerstätte (Carbonate Replacement Deposit, CRD). Diese polymetallischen, hochgradigen Erzkörper umfassen nicht selten 10–150 Mio. Tonnen Gestein, bilden oft tafelförmige Mantos, also schichtgebundene metasomatische Erzkörper, typisch für Kupfer-Silber-Lagerstätten, oder vertikale Kamine und bieten wirtschaftliche Abbaumöglichkeiten.

 

Auf dem Programm steht zunächst eine systematische Kartierung des Claim-Blocks und die Entnahme von 50-100 Gesteins- und Bodenproben. Zum Einsatz kommen auch Röntgenfluoreszenz und Drohnen. Schließlich sollen die neu gewonnenen Felddaten mit historischen Aufzeichnungen integriert werden.

 

Advanced Gold Exploration ist nur ein Beispiel von vielen für die massive Zunahme der Explorationsaktivität in Nevada im Zuge der laufenden Hausse an den Metallmärkten. Das Potenzial des in branchenweit beachteten Studien des Fraser-Instituts regelmäßig als Tier-1-Jurisdiktion eingestuften Bundesstaates scheint noch lange nicht ausgeschöpft.

 

Nevadas Behörden schließen Datenlücke

 

Ganz im Gegenteil: Das Nevada Bureau of Mines and Geology arbeitet an umfangreichen Datenerhebungen auf behördlicher Ebene, sogenannte Vorwettbewerbsdatenerhebungen, um dem Bergbausektor zusätzlichen Schwung zu verleihen.

 

Vorwettbewerbsdaten sind öffentlich zugängliche geowissenschaftliche Basisdaten. Es handelt sich z. B. um geologische, geophysikalische und geochemische Daten, Proben und andere Materialien, die von Regierungsbehörden und geologischen Diensten erhoben, zusammengetragen und integriert werden.

 

Diese Daten gelten mittlerweile als entscheidend für die Risikominimierung und Förderung der Mineralexploration. Der Nutzen von vorwettbewerblichen Daten insgesamt und für einzelne Datentypen wurde in zahlreichen Ländern wie Australien, Kanada, Chile und verschiedenen europäischen Ländern vielfach nachgewiesen.

 

Bedeutende Gebiete Nevadas weiter unerforscht

 

In den USA ist diese Tradition der Datenerhebung noch vergleichsweise neu. „Der Mangel an diesen Daten für die USA im Allgemeinen und Nevada im Besonderen bedeutet, dass bedeutende Gebiete Nevadas trotz des seit über 150 Jahren bestehenden Bergbaus wahrscheinlich weiterhin unerforscht sind“, erläutert das Nevada Bureau of Mines and Geology im Zusammenhang mit der Umfrage. Die Behörde betont, dass die Einbeziehung der Industrie für den Erfolg der Datensammlung von größerer Bedeutung sei.

 

Nun werden Explorer im Bundesstaat regelmäßig danach gefragt, welche Rohstoffe gesucht werden, welche Mineralsysteme dabei im Mittelpunkt stehen und welche Daten bei der Exploration verwendet werden. Die Ergebnisse der Umfrage sind nicht öffentlich einsehbar.

 

Nicht nur die Behörden gehen davon aus, dass Nevadas Ressourcenpotenzial noch lange nicht ausgeschöpft ist. Hecla Mining etwa investiert 22 % des auf 55 Mio. USD fast verdoppelten Explorationsbudgets zwischen Las Vegas und Jackpot und hebt „bestehende Infrastruktur, bewährte hochgradige Systeme und weitgehend unerforschte Zielgebiete“ als Vorzüge der Region hervor. Mit Midas, Hollister, Fire Creek, Monte Christo und Aurora verfügt Hecla über gleich fünf Explorationsprojekte in Nevada.

 

Hecla und McEwen Mining setzen auf Exploration in Nevada

 

Auch andere Bergbauunternehmen mit internationalem Portfolio kommen an Nevada nicht vorbei. McEwen Mining ging z. B. Mitte April ein Joint Venture ein, um sich Zugang zum Goldprojekt New Pass im Churchill County zu sichern.

 

Das 2.140 Hektar große Projekt liegt entlang eines vielversprechenden Goldtrends vom Carlin-Typ etwa drei Autostunden östlich von Reno. Das Gebiet wurde erstmals 1980 erkundet. Seitdem wurden über 40.000 Meter in 329 Bohrungen niedergebracht. Es gibt eine abgeleitete Mineralressource mit 340.000 Unzen Goldäquivalent.

 

Advanced Gold Exploration CEO Roehlig plant bereits über das anlaufende und auf drei Wochen ausgelegte Explorationsprogramm hinaus. Nach Abschluss der Feldarbeiten werden die Proben zur geochemischen Analyse eingereicht. Dann steht ein Bericht mit aktualisierten geologischen Beschreibungen, geochemischen Interpretationen sowie Empfehlungen für die zukünftige Exploration und Bohrungen an. Die im Rahmen des Programms gewonnenen Erkenntnisse sollen entscheidend zur Entwicklung von hochprioritären Bohrzielen der Phase 2 für nachfolgende Explorationsprogramme beitragen.

 

Aktuell wird das Unternehmen an der Börse nur mit knapp 1,5 Mio. EUR bewertet. Die geringe Marktkapitalisierung ist auf das noch frühe Explorationsstadium zurückzuführen. Ein erfolgreiches Phase-1-Programm und vielversprechende Resultate aus den Proben sollten vor dem Hintergrund der Historie des Projekts jedoch schnell für eine Neubewertung sorgen können.

 

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