Die BASF-Aktie (WKN: BASF11) und ihre Dividende galten lange Zeit als legendär. Doch es erfolgte ein Bruch: Denn für das Geschäftsjahr 2024 senkte das Management die Ausschüttungssumme je Aktie drastisch. Zuvor gab es 3,40 Euro als Dividende je Aktie. Heute liegt der Wert hingegen bei 2,25 Euro je Aktie. Immerhin: Eine konstante Auszahlung hat das Management erneut bestätigt, denn auch für 2025 gibt es 2,25 Euro je Aktie.

Es ist trotzdem eine enorme Differenz. Das Management kürzte die Dividende um ein Drittel. Zudem brach man mit der vorherigen Dividendenpolitik. Eigentlich hat sich der DAX-Chemiekonzern zuvor als Ziel gesetzt, stets eine konstante Ausschüttung zu leisten. In Anbetracht der schwindenden Ergebnisse war diese Ausschüttungspolitik irgendwann nicht mehr leistbar und eine Kürzung daher nur der logische Schritt.

Ich persönlich denke: Bei der BASF-Aktie gibt es nicht so schnell wieder 3,40 Euro als Dividende je Aktie. Das kann man auch anders sehen. Allerdings sprechen die Zahlen, der Schritt und die neue Dividendenpolitik für sich.

BASF-Aktie: 3,40 Euro Dividende je Aktie sind nicht leistbar!

Der erste Grund, warum die 3,40 Euro Dividende bei der BASF-Aktie wohl so schnell nicht zurückkehren, liegt in der Leistbarkeit. Blicken wir auf ein paar spannende Zahlen: Im Geschäftsjahr 2025 kam der DAX-Chemiekonzern auf einen Gewinn je Aktie in Höhe von 1,81 Euro je Aktie. Das bedeutet, dass selbst die heutigen Ausschüttungen nicht aus dem Gewinn, sondern zum Teil aus der Substanz gezahlt werden. Kumuliert liegt das Ergebnis je Aktie in den letzten vier Jahren bei 2,82 Euro. Schon seit geraumer Zeit zahlt das Management daher bereits aus der Substanz. Daran ändert auch das hohe Ergebnis je Aktie im Jahre 2021 mit 6,01 Euro nichts.

Im Endeffekt sehe ich daher keinen Raum für eine erneute Anhebung der Dividende. BASF besitzt außerdem rund 20 Mrd. Euro reine Finanzverbindlichkeiten in der Bilanz. Der Eigenkapitalanteil ist zwar mit 44 % vergleichsweise solide. Es besteht trotzdem kaum Spielraum, um die enorme Dividende langfristig aus der Substanz zu zahlen. Es würde dazu führen, dass sich die bilanzielle Ausgangslage deutlich verschlechtert und BASF seine strategische Zukunft verspielt.

Mein erster Grund ist daher: Bei der BASF-Aktie sind 3,40 Euro Dividende kaum möglich, weil der Gewinn es nicht hergibt. Auch der freie Cashflow mit 1,3 Mrd. Euro im Jahre 2025 ist nicht unbedingt ausreichend. Zumal das Management ambitionierte Kapitalrückführungspläne verfolgt.

Eine veränderte Ausschüttungspolitik

Lass uns mit diesen Kapitalrückführungsplänen direkt weitermachen. Das Management von BASF plant, zwischen den Jahren 2025 und 2028 durch eine Kombination aus der Dividende und Aktienrückkäufen rund 12 Mrd. Euro an die Investoren auszuschütten. Dabei sollen mindestens 2,25 Euro je Aktie ausgezahlt werden, was einem Anteil von 2 Mrd. Euro pro Jahr entspricht. Also insgesamt rund 8 Mrd. Euro in vier Geschäftsjahren. Weitere 4 Mrd. Euro sollen über den gesamten Zeitraum in Aktienrückkäufe fließen.

Es gibt zwar durch das „mindestens“ die flexible Möglichkeit, dass die Dividende je Aktie erhöht werden könnte. Wir sehen aber anhand der Ertragszahlen, dass der Spielraum dafür nicht unbedingt existiert. Das Management zahlt in diesem Jahr das zweite Mal in Folge 2,25 Euro je Aktie an die Investoren aus. Auch das ist für mich ein Indikator dafür, dass es eben keine großen Sprünge bei der Dividende geben dürfte. Die Kapitalrückführungen sind bereits sehr hoch. Aktienrückkäufe können bei der günstigeren Bewertung außerdem der größere wertschöpfende Hebel sein. Insofern ist es gar nicht verkehrt, jetzt stärker auf Flexibilität zu setzen.

BASF-Aktie: Die Abkehr von 3,40 Euro Dividende je Aktie war ein großer Schritt!

Zu guter Letzt denke ich, dass es einen ganz praktischen Grund hat, warum es bei der BASF-Aktie so schnell keine 3,40 Euro Dividende mehr gibt. Das Management kürzte einmalig und signifikant die Dividende. Würde man die Ausschüttungssumme je Aktie jetzt wieder hochschrauben, so würde das höhere Erwartungen bedeuten. Rein psychologisch gesehen hat es die Enttäuschung also bereits gegeben. Warum jetzt wieder den Druck aufbauen und eine weitere mögliche Enttäuschung vorbereiten?

Solange es bei BASF operativ nicht so rund läuft, dass eine Dividende von 3,40 Euro je Aktie mittel- bis langfristig vom Gewinn je Aktie gedeckt wird, wäre es ein fehlerhaftes Signal, die Ausschüttungssumme je Aktie drastisch zu erhöhen. Mit dem jetzt niedrigeren Niveau sind neue Verhältnisse geschaffen worden, auf denen man langfristig aufbauen sollte. Das ist ein Punkt, den wir nicht unterschätzen sollten: Denn es geht natürlich auch darum, neues Vertrauen zu gewinnen. Ein Wechselbad bei der Dividende wäre jedenfalls ein gemischtes Signal.

Der Artikel BASF-Aktie: 3,40 Euro Dividende gibt es erstmal nicht! ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.