Donald Trump hatte eine wahre Strafzollorgie losgetreten und alles und jeden besteuert bezollt. Er behauptet weiterhin, die Zölle würden von den bösen ausländischen Unternehmen gezahlt, die die USA ausbeuten würden. Doch die Realität sieht anders aus, wie Erhebungen zeigen: gut 90% der Zölle werden an die US-Verbraucher weitergegeben, die damit (fast) die ganze Last trage. De facto erweisen sich die Zölle als verklausulierte Steuererhöhungen.

Das ist aber nicht der Grund, weshalb der Oberste Gerichtshof der USA am 20. Februar einen Großteil der Trump’schen Zölle für rechtswidrig erklärt hat. Nein, die Rechtsgrundlage war ist fehlerhaft, denn Trump hatte sich bei der Verhängung auf ein Gesetz über nationale Notstände aus dem Jahr 1977 berufen. Und das kassierte der Gerichtshof ein – mit Folgen. Denn die auf dieser Grundlage erhobenen Zölle sind rechtswidrig eingefordert worden und müssen an die Unternehmen zurückgezahlt werden. Und hier geht es um dreistellige Milliardenbeträge.

Gerichtsunterlagen zufolge hatten bis zum 9. April bereits fast 56.500 Unternehmen Schritte unternommen, um eine Rückerstattung der gezahlten Zölle in Höhe von insgesamt rund 127 Milliarden Dollar zu beantragen. Die US Customs and Border Protection (CBP) muss nun die Unterlagen zu mehr als 53 Millionen Wareneinfuhren in die Vereinigten Staaten prüfen und schätzt, dass 330.000 Unternehmen betroffen sind. Die gezahlten Zölle haben Einnahmen in Höhe von 166 Milliarden Dollar für den US-Haushalt generiert und müssen nun zurückerstattet werden.

Zwar verhängte Trump unmittelbar im Anschluss an das Urteil sofort neue Zölle auf Basis eines anderen Gesetzes, aber diese gelten erst ab dem Zeitpunkt des Erlasses. Eine Rückwirkung ist ausgeschlossen und so werden nun Milliarden fließen. Dabei gehört Costco zu den Unternehmen, die bereits frühzeitig auf Rückzahlung geklagt haben und sich als einer der größten Einzelhändler erhebliche Rückerstattungen ausmalen kann. Die Frage ist, was damit angefangen werden soll.

Während „normale“ Unternehmen versucht sein könnten, die Zollrückerstattungen einfach einzusacken (zugunsten der Aktionäre), fährt Costco ja einen anderen unternehmerischen Ansatz, der auf „geteilter Skaleneffizienz“ beruht: man verkauft nur an Mitglieder und erzielt durch die Mitgliedsbeiträge den Großteil seiner Einnahmen und Gewinne. Im Gegenzug gibt man alle Einkaufsvorteile an die Mitglieder weiter, zuzüglich eines geringen Aufschlags, so dass diese bei Costco immer am günstigsten einkaufen können.
Und diesem Ansatz logisch folgend, würde Costco die Zollrückerstattungen wohl eher nicht in Form einer Sonderdividende an die Aktionäre auskehren oder für ausgedehnte Aktienrückkäufe nutzen, sondern wohl eher den Mitgliedern erstatten durch eine Gutschrift auf ihre Mitgliedskarten – zumindest teilweise.

Aber auch das wäre eine großartige Idee, denn man würde damit die Mitgliedschaft aufwerten und das Vertrauen in Costco als Ort des günstig(st)en Einkaufens und der höchsten Kundenzufriedenheit weiter ausbauen. Mehr Mitglieder wiederum treiben das „Flywheel“ noch stärker an und das kommt auch den Aktionären zugute. Also mir…

Disclaimer: Habe Costco auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.