
Novo Nordisk kündigte am Dienstag eine Partnerschaft mit OpenAI an, um künstliche Intelligenz (KI) in seinem Geschäft einzusetzen — von der Wirkstoffforschung über die Produktion bis hin zu kommerziellen Abläufen — während der dänische Arzneimittelhersteller seine Wettbewerbsposition im stark wachsenden Markt für Adipositas‑Medikamente schärfen will.
Das Unternehmen erklärte, die Zusammenarbeit werde OpenAIs Technologie nutzen, um komplexe Datensätze zu analysieren, vielversprechende Wirkstoffkandidaten zu identifizieren und die Effizienz in Produktion, Lieferketten und Distribution zu verbessern.
Pilotprogramme sollen in Forschung und Entwicklung, Produktion und kommerziellen Bereichen starten, die vollständige Integration wird bis Ende 2026 erwartet.
Arzneimittelhersteller greifen zunehmend auf KI‑Tools zurück, um zeitaufwändige Prozesse wie die Identifizierung von Studienteilnehmern und die Erstellung von Zulassungsunterlagen zu straffen, obwohl die Technologie noch keine durchgängig neuen Durchbrüche bei der Entdeckung neuartiger Moleküle geliefert hat.
Wissenschaftler ausbilden, nicht ersetzen
Novo‑Nordisk‑CEO Mike Doustdar betonte, dass die Initiative darauf abzielt, menschliche Fähigkeiten zu erweitern und nicht Arbeitsplätze zu reduzieren.
„Das Ziel ist nicht, unsere Wissenschaftler zu ersetzen. Es geht darum, sie zu stärken“, sagte Doustdar in einem Interview.
Er fügte hinzu, die Partnerschaft sei nicht darauf ausgelegt, die bestehende Belegschaft zu reduzieren, könne jedoch das Tempo künftiger Einstellungen durch Produktivitätssteigerungen verringern.
Mitarbeitende sollen geschult werden, KI‑Tools effektiver zu nutzen, um die Leistung in den Abteilungen zu steigern.
„KI verändert Branchen, und im Bereich der Lebenswissenschaften kann sie dazu beitragen, dass Menschen besser und länger leben“, sagte Sam Altman.
Diese Zusammenarbeit mit Novo Nordisk wird ihnen helfen, wissenschaftliche Entdeckungen zu beschleunigen, globalere und intelligentere Abläufe zu betreiben und die Zukunft der Patientenversorgung neu zu definieren
Novo erklärte, die Partnerschaft enthalte strenge Datenschutz‑ und Governance‑Rahmen sowie menschliche Aufsicht und baue auf bestehenden KI‑Zusammenarbeiten mit anderen Technologiepartnern und Forschungsorganisationen auf.
Der Wettbewerb im Markt für Adipositas‑Medikamente nimmt zu
Der Schritt erfolgt, während Novo Nordisk zunehmender Konkurrenz durch Eli Lilly im hochprofitablen Segment der Gewichtsreduktionsmedikamente gegenübersteht.
Analysten erwarten, dass die jährlichen Umsätze aus Adipositas‑Behandlungen in den nächsten zehn Jahren 100 Milliarden US‑Dollar übersteigen werden.
Lilly erhielt kürzlich in den USA die Zulassung für seine Gewichtsverlust‑Pille Foundayo, nach Novos Markteinführung der oralen Wegovy Anfang dieses Jahres.
Die Rivalität hat beide Unternehmen dazu veranlasst, Innovationen zu beschleunigen und ihre Fähigkeiten entlang des gesamten Arzneimittelentwicklungszyklus auszubauen.
Lilly hat ebenfalls seine KI‑Investitionen ausgeweitet.
Letzten Monat ging es eine Partnerschaft mit Insilico Medicine ein, um Zugang zur Pharma.AI‑Plattform zu erhalten, und im vergangenen Jahr ging es eine Kooperation mit Nvidia ein, um das seiner Darstellung nach leistungsstärkste, KI‑getriebene Supercomputing‑Infrastruktur der Pharmaindustrie aufzubauen.
Die beiden Unternehmen kündigten außerdem Anfang dieses Jahres ein Co‑Innovation‑Labor an und verpflichteten sich zu Investitionen von bis zu 1 Mrd. US‑Dollar über fünf Jahre.
KI‑Adoption nimmt in der Pharmabranche Fahrt auf
Künstliche Intelligenz wird zunehmend in der Pharmaindustrie eingesetzt, um Entwicklungszeiten zu verkürzen und die Effizienz zu steigern.
Obwohl die Technologie noch nicht durchgängig große wissenschaftliche Durchbrüche geliefert hat, hat sie bereits ihren Wert bei der Automatisierung arbeitsintensiver Aufgaben gezeigt.
KI‑Tools helfen Unternehmen, Prüfzentren für klinische Studien schneller zu identifizieren, geeignete Teilnehmer zu rekrutieren und Zulassungsunterlagen zu erstellen, wodurch Entwicklungszyklen um Wochen verkürzt werden.
Beratungsunternehmen schätzen, dass agentische KI‑Systeme die Produktivität in der klinischen Entwicklung in den nächsten fünf Jahren um 35 % bis 45 % steigern könnten.
Novos jüngster Schritt signalisiert einen breiteren Branchentrend, da Arzneimittelhersteller darum ringen, fortschrittliche Technologien zu integrieren, um in einer sich schnell wandelnden Landschaft wettbewerbsfähig zu bleiben.
The post Novo Nordisk setzt OpenAI ein, um KI in der Arzneimittelentwicklung zu beschleunigen appeared first on Invezz