
Stanley Druckenmiller hat gerade einige Portfolio‑Entscheidungen getroffen, die an der Wall Street genau beobachtet werden.
Der Milliardär und Gründer des Duquesne Family Office – weithin als der einflussreichste aktive Geldmanager seit Warren Buffetts Rückzug angesehen – hat seine Beteiligung an Alphabet vollständig veräußert und stattdessen in fünf KI‑Hardware‑Aktien investiert.
Seine jüngste 13F‑Einreichung, die Bestände zum 31st März abdeckt, offenbart eine Wette auf die physische Infrastruktur, die künstliche Intelligenz (KI) antreibt – nicht auf die Software‑Riesen, die davon profitieren.
Zu den Unternehmen, in die Druckenmiller investiert hat, gehören SanDisk, Micron, Seagate, Broadcom und Arm.
Warum Druckenmiller aus Google ausgestiegen ist
Duquesne hat seine gesamte Beteiligung an Alphabet abgestoßen und alle 385.000 Class‑A‑Aktien verkauft, die fast 153 Millionen USD (ca. 133,5 Millionen €) wert sind – eine Position, die der Milliardär im Vorquartal gerade um 277 % aufgebaut hatte.
Der Ausstieg wirkt wie diszipliniertes Gewinnmitnehmen, da Google in den etwas mehr als zwei Quartalen, in denen Druckenmiller die Aktie hielt, um mehr als 50 % zugelegt hat.
Nach diesem Anstieg notiert Google bei rund dem 28‑fachen des erwarteten Gewinns (Forward‑KGV), gegenüber dem 17‑fachen noch vor einem Jahr.
Druckenmiller war auch offen skeptisch gegenüber KI‑Bewertungen – er sagte, er glaube, „KI könnte jetzt etwas überbewertet sein“ und dass „KI dem Internet ähneln könnte“.
Und wenn die Bewertung nicht mehr zur These passt, zieht der Milliardär schnell weiter.
Warum er SanDisk‑Aktien aufgestockt hat
Duquesne eröffnete eine neue Position in SanDisk und kaufte 38.155 Aktien im Wert von etwa 24,2 Millionen USD (ca. 21,1 Millionen €) – und das Timing war außergewöhnlich.
Der Q3‑Bericht von SNDK war der Auslöser; der Umsatz erreichte 6 Milliarden USD (ca. 5,2 Milliarden €) gegenüber erwarteten 4,7 Milliarden USD (ca. 4,1 Milliarden €), ein Anstieg von 251 % gegenüber dem Vorjahr, mit Rechenzentrums‑Verkäufen in Höhe von 1,5 Milliarden USD (ca. 1,3 Milliarden €), ein Plus von 645 % gegenüber dem Vorjahr.
CEO David Goeckeler bezeichnete die Ergebnisse als „einen grundlegenden Wendepunkt“ und verwies auf einen strukturellen Wandel hin zu KI‑Inference‑Workloads, die hochleistungsfähigen NAND‑Flash in großem Maßstab erfordern.
Da Hyperscaler Mehrjahres‑Lieferverträge abschließen, ist SanDisk nicht mehr nur eine Consumer‑Storage‑Marke – es ist zu einem wichtigen Knoten im KI‑Infrastrukturstack geworden.
Warum Micron‑Aktien für Druckenmiller attraktiv sind
Druckenmillers Wette auf Micron könnte sich als seine schärfste Vorhersage des Quartals erweisen.
Micron meldete einen Q2‑Umsatz von 23,9 Milliarden USD (ca. 20,8 Milliarden €) – ein Zuwachs von 196 % gegenüber dem Vorjahr – und festigt damit seine Position als einer der größten Nutznießer des KI‑Booms.
Die Zahlen übertrafen nicht nur die Schätzungen – sie pulverisierten sie. Der Gewinn je Aktie (EPS) betrug $12,07, deutlich über dem Konsens von $9,33, während der Umsatz die Prognosen um nahezu 3,7 Milliarden USD (ca. 3,2 Milliarden €) übertraf.
Und der Ausblick ist noch eindrucksvoller: Für das laufende Quartal prognostizierte MU einen Umsatz von etwa 33,5 Milliarden USD (ca. 29,2 Milliarden €) , was ein Wachstum von über 200 % gegenüber dem Vorjahr impliziert.
Wie CEO Sanjay Mehrotra sagte: Micron ist ein entscheidender Enabler für KI und der einzige in den USA ansässige Speicherhersteller – ein strategischer Vermögenswert in einer weltweiten Angebotsknappheit.
Seine These zum Besitz von Seagate‑Aktien
Altmodische rotierende Festplatten erscheinen wie eine ungewöhnliche KI‑Wette, doch Druckenmiller erkannte etwas, das andere übersahen: Duquesne kaufte 50.700 Seagate‑Aktien im Wert von etwa 19,9 Millionen USD (ca. 17,3 Millionen €).
Die These bestätigt sich eindrucksvoll. Seagates Q3 wies einen Umsatz von 3,1 Milliarden USD (ca. 2,7 Milliarden €) auf – ein Anstieg von 44 % gegenüber dem Vorjahr – bei bereinigtem Gewinn je Aktie von $4,10, weit vor den Analystenerwartungen.
Noch besser: Die Nachfragesichtbarkeit ist „außerordentlich“: Nearline‑Kapazitäten sind nahezu vollständig bis zum Kalenderjahr 2027 zugeteilt, wobei Build‑to‑Order‑Verträge bis Ende des Geschäftsjahres 2027 finalisiert werden.
Außerdem haben sich die verbleibenden Kaufverpflichtungen der drei größten globalen Cloud‑Anbieter nahezu verdoppelt und liegen bei etwa 1,1 Billionen USD (ca. 959,5 Milliarden €); Seagate ist damit faktisch weit in das nächste Jahr hinein ausverkauft.
Warum Druckenmiller in Broadcom‑Aktien investierte
Druckenmiller baute eine bedeutende neue Position in Broadcom auf und erwarb rund 196.000 Aktien im Wert von 60,7 Millionen USD (ca. 52,9 Millionen €) – die größte einzelne Neuposition im Paket.
Broadcom ist der dominierende Entwickler kundenspezifischer KI‑Beschleuniger für Hyperscaler wie Google und Meta und bietet eine kosteneffiziente Alternative zu Nvidias Standard‑GPUs.
Der AI‑Umsatz im Q1 erreichte 8,4 Milliarden USD (ca. 7,3 Milliarden €), ein Plus von 106 % gegenüber dem Vorjahr, und die Beschleunigung verlangsamt sich nicht: AVGO gab eine Prognose für AI‑Halbleiterumsatz von 10,7 Milliarden USD (ca. 9,3 Milliarden €) im Q2 ab, wobei der Gesamtumsatz für Q2 voraussichtlich 22 Milliarden USD (ca. 19,2 Milliarden €) erreichen wird, ein Anstieg von 47 % gegenüber dem Vorjahr.
CEO Hock Tan hat klar erklärt, dass das KI‑Umsatzwachstum an Fahrt gewinnt, und das Unternehmen peilt bis 2027 kumulierte KI‑bezogene Verkäufe in Höhe von 100 Milliarden USD (ca. 87,2 Milliarden €) an.
Darum kaufte er auch ARM‑Aktien
Den Abschluss der fünf Auswahlen bildet Arm Holdings, das britische Chip‑Designunternehmen, dessen Befehlssatzarchitektur in nahezu jedem modernen Prozessor steckt.
Duquesne eröffnete eine neue Position von 106.700 ARM‑Aktien im Wert von etwa 16,1 Millionen USD (ca. 14,1 Millionen €).
ARM profitiert strukturell von der Ausbreitung der KI über alle Compute‑Umgebungen hinweg.
Für das gesamte Geschäftsjahr meldete Arm einen Rekordumsatz von 4,9 Milliarden USD (ca. 4,3 Milliarden €), wobei die Einnahmen aus Lizenzgebühren um 21 % und die Lizenzumsätze um 25 % stiegen – das dritte Jahr in Folge mit mehr als 20 % Umsatzwachstum seit dem Börsengang.
Am aufschlussreichsten verdoppelten sich die Rechenzentrums‑Lizenzvergütungen gegenüber dem Vorjahr, da Cloud‑Unternehmen zunehmend auf Arm‑basierte kundenspezifische Chips setzen.
Da KI vom Training zur Inferenz am Edge und in Rechenzentren übergeht, ist Arms Architektur überall – und Druckenmiller setzt darauf, dass es so bleibt.
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