Wir setzen bei Nike (WKN: 866993), dem weltweit größten Sportartikelhersteller, weiterhin auf eine Fortsetzung der jahrzehntelangen Erfolgsgeschichte. In den letzten Jahren kam diese jedoch merklich ins Stocken. Der seit rund 18 Monaten amtierende CEO Elliott Hill arbeitet am Turnaround für das Unternehmen und die Nike-Aktie, indem er Sport und Produktinnovationen wieder stärker in den Fokus rückt und die Partnerschaft mit dem Großhandel festigt.

Fundamentalanalyse: Kann die Nike-Aktie bald den Turnaround schaffen?

Im abgelaufenen Geschäftsquartal, das Ende Februar endete, blieb der durchschlagende Erfolg dieses Strategiewechsels jedoch erneut aus. Nachdem der Umsatz in den vorherigen beiden Quartalen minimal gestiegen war, stagnierte er nun. Währungsbereinigt ging der Umsatz um 3 % zurück. Während es in Nordamerika (+3 % währungsbereinigt) und im Großhandel (+1 %) solide lief, enttäuschten die Region China (-10 %) sowie die Marke Converse (-37 %) erneut.

Auch die Margen gerieten weiter unter Druck. Die Bruttomarge sank aufgrund von US-Importzöllen auf Waren aus Südostasien um 130 Basispunkte auf 40,2 %. Anders als Konkurrenten wie On Holding schafft es Nike derzeit nicht, die gestiegenen Importkosten an die Konsumenten weiterzugeben. Damit liegt die Bruttomarge signifikant unter dem langjährigen Mittel von rund 45 %.Gleichzeitig stagnierten die Marketingausgaben auf hohem Niveau, während die Overhead-Kosten um 3 % stiegen – unter anderem wegen Abfindungen im Zuge des Effizienzprogramms. In der Folge brach der Gewinn je Nike-Aktie um 35 % ein.

Auch der Ausblick liefert keine Impulse

Diese Zahlen sind natürlich nicht schön, waren so aber bereits vorab von Nike prognostiziert worden. Der nun gewährte Ausblick war jedoch schlechter als vom Markt erwartet. Nike prognostiziert für das laufende Quartal einen Umsatzrückgang zwischen 2 und 4 % – am Markt war ein leichtes Wachstum erwartet worden. Schlechte Zahlen, schlechter Ausblick – das klingt nach einer kaputten Schallplatte.

Auch der angekündigte Umsatzrückgang von rund 20 % in China dürfte ein Grund dafür sein, dass die Nike-Aktie nach Verkündung der Zahlen um knapp 10 % absackte und nun auf dem Stand vom Herbst 2014 notiert (in US-Dollar). Ausgehend vom Allzeithoch vom Herbst 2021 beträgt der Kursabschlag nun satte 75 %.

Nike bekommt die Probleme in China offensichtlich nicht in den Griff. Machte die Region vor fünf Jahren noch 22 % des Gesamtumsatzes aus, sind es heute nur noch 15 %. Lokale Player wie Anta Sports und Li-Ning, aber auch westliche Herausforderer wie On, nehmen dem Giganten Marktanteile ab. Trotz kleinerer Erfolge im Running-Segment verliert Nike global insgesamt weiterhin an Boden.

Der erhoffte Turnaround zieht sich also weiter in die Länge. Bereits Ende 2024 hatte unser Nike-Unternehmensupdate die Überschrift „Der Turnaround bei Nike „dauert etwas länger als erwartet“. Nun räumte der CFO abermals ein, dass die Erholung des Unternehmens länger dauert als erhofft.

Unser Fazit zur Nike-Aktie

Wir verlieren daher langsam die Geduld mit der Nike-Aktie. Die ergriffenen strategischen Maßnahmen erachten wir weiterhin als richtig und die Strahlkraft der Marke Nike als hoch. Allerdings sind wir uns nicht (mehr) sicher, ob diese ausreichen werden, um das Unternehmen und auch die Aktie auf einen nachhaltigen Erfolgspfad zurückzuführen. Denn die vielfältige, oft agilere Konkurrenz schläft nicht und hat es heutzutage leichter denn je, global im Markt für Sportartikel Fuß zu fassen.

Da die Gewinne weiterhin einbrechen, liegt das erwartete KGV der Nike-Aktie trotz des Kursrückgangs bei rund 30. Das sieht nicht besonders günstig aus. Sollte der Gewinn – wie geplant – ab 2027 jedoch wieder anziehen, könnte die Bewertung schnell sinken. Bezogen auf den durchschnittlichen Gewinn je Aktie der letzten fünf Jahre liegt das KGV bei moderaten 13.

Der Artikel Das muss passieren, damit die Nike-Aktie wieder steigt ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.