Der polnische Softwareproduzent Asseco Poland (WKN: 914744) erzielte im vergangenen Jahr Rekorde bei Umsatz und Ergebnis. Das Unternehmen setzte 2025 16,8 Mrd. Złoty (4,0 Mrd. Euro) um, wovon 12,6 Mrd. Złoty (3,0 Mrd. Euro) auf den Verkauf eigener IT-Produkte und -Dienstleistungen entfielen. Der Umsatz ist damit gegenüber dem Vorjahr um 11,7 % gestiegen. Die Asseco Poland-Aktie schloss das Jahr 2025 mit einem wahnsinnigen Plus von rund 140 % ab. Kann es so weitergehen?
Die Asseco Poland-Aktie in der Fundamentalanalyse
Auffallend ist, dass alle drei geografischen Segmente nahezu identisch gewachsen sind. Der Umsatz in Polen legte um 11,9 % auf 2,3 Mrd. Złoty (542 Mio. Euro) zu. Die Aktivitäten in diesem Bereich konzentrierten sich auf die Bereitstellung fortschrittlicher Software und Dienstleistungen zur Unterstützung der Digitalisierung des Finanzsektors, die Umsetzung wichtiger Projekte für die öffentliche Verwaltung sowie die Stärkung der Zusammenarbeit mit Kunden aus den Bereichen Energie und Gesundheitswesen. Das Segment Polen macht damit etwa 13,7 % des Asseco-Umsatzes aus.
Der Umsatz im Segment Asseco International belief sich auf 4,6 Mrd. Złoty (1,1 Mrd. Euro), was einem Anstieg von 11,9 % gegenüber 2024 entspricht. In diesem Segment verzeichneten Asseco Central Europe in der Tschechischen Republik und der Slowakei sowie der Bereich ERP-Lösungen innerhalb der Asseco Enterprise Solutions Group ein Umsatzwachstum. Auch Asseco South Eastern Europe konnte erfreulich zulegen. International entspricht somit 27,4 % des Asseco-Umsatzes.
Das größte Segment bleibt Formula Systems, in dem das Geschäft in Israel zusammengefasst ist. Es macht rund 58 % von Asseco aus und verzeichnete einen Umsatz von 9,8 Mrd. Złoty (2,3 Mrd. Euro), was einem Anstieg von 11,7 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dieses Ergebnis wurde unter anderem durch den gestiegenen Umsatz und die Stärkung der Marktposition von Matrix IT und Magic Software getrieben.
Rekordgewinn durch Sondereffekt
Das operative Ergebnis lag um 11 % über dem Wert von 2024 und belief sich auf 1,6 Mrd. Złoty (381 Mio. Euro). Der Nettogewinn hingegen stieg um sagenhafte 119 % auf ein Rekordhoch von 1,1 Mrd. Złoty (269 Mio. Euro).
Für diesen deutlich überproportionalen Anstieg ist jedoch ein Sondereffekt verantwortlich: 2025 verkaufte Asseco einen Teil seiner Beteiligung an Sapiens, einem israelischen Anbieter von Software für Versicherungen. CEO Adam Góral sagte dazu im Analystencall, Sapiens habe „einen neuen Impuls gebraucht“. Zusammen mit dem amerikanischen Private-Equity-Fonds Advent wolle man „sicherstellen, dass dieser Impuls uns weiterhin vorantreibt.“
Durch den Verkauf verringert sich der Anteil der Asseco-Gruppe – über Formula Systems – von 43,5 auf 18,7 %, was einen Kontrollverlust über das Unternehmen und eine Änderung der bilanziellen Behandlung im Jahresabschluss bedeutet. Durch den Verkauf erzielte Asseco einen außerordentlichen Nettogewinn von 499 Mio. Złoty (118 Mio. Euro). Die Beibehaltung der Minderheitsbeteiligung ermögliche eine fortgesetzte Beteiligung am künftigen Wachstum von Sapiens, wie Asseco betonte.
Asseco Poland steuert sein Beteiligungsportfolio weiterhin umsichtig
2025 hat Asseco 13 Akquisitionen abgeschlossen. „Wir richten unser Augenmerk insbesondere auf Unternehmen im Bereich Cybersicherheit und solche, die KI-basierte Lösungen anbieten, bleiben aber offen für Unternehmen, die unsere Kompetenzen in Schlüsselbranchen stärken“, sagte CEO Adam Góral. Der Markt für Übernahmen bleibe jedoch schwierig, da es viel Wettbewerb gebe, wie er im Analystencall sagte.
Die Aktionäre profitieren vom Verkauf der Sapiens-Anteile mit einer kräftig von 3,94 auf 13,05 Złoty (3,08 Euro) je Asseco Poland-Aktie erhöhten Dividende. Die Antwort auf die Frage eines Analysten, ob dies eine einmalige Sonderdividende sei, umschiffte das Management elegant. Durch den hohen Cashflow und die gute Bilanz sei man durchaus in der Lage, hohe Dividenden zu zahlen. Letztlich sei die Höhe jedoch davon abhängig, wie viel Geld man für Akquisitionen brauche.
Unser Ausblick und Fazit für die Asseco Poland-Aktie
Einen konkreten Ausblick für das Jahr 2026 gab das Management nicht. Grundsätzlich ist man vom Erfolg Assecos überzeugt, sodass man optimistisch in das jetzt laufende Jahr blickt. Der konsolidierte Auftragsbestand für 2026 im Bereich proprietäre Software und Dienstleistungen beläuft sich derzeit auf über 10,8 Mrd. Złoty (2,5 Mrd. Euro) und liegt damit um 19 % über dem Wert des Vorjahreszeitraums (13 % zu konstanten Wechselkursen). Klar ist aber auch, dass durch den Verkauf des Sapiens-Anteils und die dadurch geänderte Bilanzierung in 2026 rund 2 Mrd. Złoty Umsatz und etwa 350 Mio. Złoty operativer Gewinn fehlen werden. Und der einmalige Ertrag durch den Verkauf natürlich auch.
Unserer Einschätzung nach laufen die Geschäfte bei Asseco weiterhin ausgezeichnet. Den Kurseinbruch durch die „SaaS-pocalypse“ halten wir (nicht nur bei Asseco) für völlig übertrieben. Auch wenn die je Asseco Poland-Aktie zuletzt 10 % über ihren Tiefstkursen notierte, ist sie für uns weiterhin ein attraktives Investment.
Der Artikel Diese Aktie ist 2025 um 140 % gestiegen – und es könnte erst der Anfang sein ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.