
Der iShares Silver Trust (SLV) steht am Freitag unter massivem Verkaufsdruck, hauptsächlich aufgrund des Führungswechsels bei der US-Notenbank.
Heute endet offiziell Jerome Powells Amtszeit als Fed-Vorsitzender.
Der Übergang zu Kevin Warsh, dem von Präsident Trump nominierten Kandidaten, hat aus zwei Gründen eine „Sell-the-news“-Reaktion ausgelöst.
Gegenüber seinem Jahreshoch liegt der SLV-Exchange-Traded-Fund (ETF) nun rund 35 % im Minus.
Was belastet iShares Silver Trust heute?
Der iShares Silver Trust notiert heute im Minus, da Warsh für seine Rolle als Verfechter restriktiver Geldpolitik bekannt ist, was den US-Dollar-Index (DXY) am 15. Mai stärkt.
Da Silber in USD bewertet wird, macht ein stärkerer Greenback das Metall für internationale Käufer teurer, was zu unmittelbaren Liquidationen im Papier-Silber (SLV) führt.
Hinzu kommt, dass zunächst Befürchtungen bestanden, ein von Trump ernannter Vorsitzender könnte die Zinsen aggressiv senken; der Markt tendiert inzwischen jedoch zu der Ansicht, dass Kevin Warsh einen disziplinierten Umgang mit der Bilanz verfolgen könnte.
Das hat die „Entwertungswette“ – also das Halten von Silber als Absicherung gegen Währungsentwertung – abgeschwächt und spekulales Kapital aus SLV abfließen lassen.
Am Freitag ist der iShares Silver Trust zudem unter seine wichtigen gleitenden Durchschnitte (GD) gefallen, was die Abwärtsdynamik weiter beschleunigt hat.
Sollten Sie den Dip im SLV-Fonds kaufen?
Trotz des starken Rückgangs rät HSBC Anlegern zur Vorsicht beim „Buy the Dip“.
In einer Research-Notiz in dieser Woche teilte der Chefanalyst für Edelmetalle der Bank, James Steel, den Kunden mit, dass Silber fundamental weiterhin überbewertet sei.
Er wies darauf hin, dass das globale Silberversorgungsdefizit deutlich schrumpft – von 143 Mio. Unzen im Vorjahr auf projizierte 73 Mio. Unzen im Jahr 2026.
Diese Kompression des Defizits – gepaart mit nachlassender industrieller Nachfrage im Photovoltaik- und Schmucksektor – deutet darauf hin, dass die zyklusübergreifende Dynamik des Metalls nachlässt.
Mit einer wahrscheinlichen Ausweitung des Gold-/Silber-Verhältnisses und dem Abbau spekulativer Übertreibungen geht das Institut davon aus, dass die Silberpreise in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 tendenziell niedriger liegen könnten.
Der weitere Weg für Silberanleger
Mit Beginn der Warsh-Ära bei der Federal Reserve bleibt der kurzfristige Ausblick für den iShares Silver Trust durch makroökonomische Verschiebungen eingetrübt.
Während Silbers Rolle in der globalen Energiewende, insbesondere in KI-basierter Hardware und Solartechnik, langfristig eine Untergrenze bietet, richtet sich der unmittelbare Fokus auf die Realrendite.
Wenn der US-Dollar seinen derzeitigen Kurs beibehält und die US-Zentralbank eine Verpflichtung zu quantitativer Straffung signalisiert, könnte der Druck auf ertragslose Anlagen wie SLV anhalten.
Wichtig ist, dass der Relative-Stärke-Index des iShares Silver Trust (RSI) derzeit im mittleren 40er-Bereich liegt – ein Hinweis darauf, dass noch keine ausgeprägte „Überverkauft“-Situation vorliegt.
Anleger sollten vor einem neuen Einstieg eine Konsolidierungsphase in der Nähe des 200-Tage-Durchschnitts (GD) abwarten.
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