Bank of Japan

Der japanische Yen setzte seinen Abwärtstrend fort, als Anleger die jüngsten Interventionen der Vereinigten Staaten und der Bank of Japan bewerteten. Nachdem er Anfang dieser Woche auf 155,20 gefallen war, erholte sich das USD/JPY-Paar auf 158,41, da Händler den Rücksetzer im Vorfeld der US-Nonfarm-Payrolls (NFP) kauften.

Yen setzt Abwärtstrend fort 

Der Yen war in letzter Zeit sehr volatil, begünstigt durch die Eingriffe der USA und der Bank of Japan. Schätzungen zufolge hat die US-Regierung Milliarden von Dollar eingesetzt, um die Währung zu stützen, was den USD/JPY-Wechselkurs vom Vorjahreshoch 163,96 auf 155,20 drückte. 

Laut der Financial Times hat die Bank of Japan in der vergangenen Woche ebenfalls über 50 Milliarden US-Dollar für diese Interventionen ausgegeben. Damit belaufen sich die Ausgaben in diesem Jahr auf über 120 Milliarden US-Dollar. 

Die USA haben einen Anreiz zur Intervention, da Japan der größte ausländische Gläubiger von US-Schuldtiteln ist. Daten zeigen, dass das Land über 1,14 Billionen US-Dollar an US-Schulden hält, deutlich mehr als die 948 Milliarden US-Dollar, die das Vereinigte Königreich hält. China hat seine Bestände weiter auf aktuell 659 Milliarden US-Dollar reduziert.

Trump fürchtet, dass das Land diese Bestände weiter verkaufen könnte, während die US-Staatsverschuldung auf fast 40 Billionen US-Dollar angewachsen ist. Die staatlichen Ausgaben in den USA steigen kräftig, während die Rendite fünfjähriger Papiere diesen Monat über 5 % geblieben ist. 

Deviseninterventionen haben meist kurzfristige Auswirkungen

Die Geschichte zeigt, dass Deviseninterventionen in der Regel nur geringe Auswirkungen haben. Ein gutes Beispiel ist der Eingriff der USA in Argentinien, als sie im Dezember bis zu 20 Milliarden US-Dollar in Pesos kauften. Die Intervention stärkte den Peso, sodass das USD/ARS-Paar auf 1,32 Millionen fiel. Heute steht das Paar bei 1,5 Millionen.

Im April stürzte das USD/JPY-Paar innerhalb weniger Tage von 160,70 auf ein Tief von 155 ab. Anschließend erholte es sich und erreichte im Juli dieses Jahres ein Hoch von 163,96. 

Daher ist es wahrscheinlich, dass das Paar den Aufwärtstrend wieder aufnimmt, möglicherweise bis zum wichtigen Widerstandsbereich bei 160.

Der nächste wichtige Katalysator für das Paar sind die bevorstehenden US-Nonfarm-Payrolls (NFP), die am Freitag veröffentlicht werden, sowie der für Mittwoch erwartete Verbraucherpreisindex (CPI). 

Ökonomen erwarten, dass die Daten zeigen, dass die Wirtschaft im vergangenen Monat über 88.000 Stellen hinzugefügt hat, nach 57.000 im Vormonat. Sie erwarten, dass die Arbeitslosenquote bei 4,2 % bleibt. 

Diese Zahlen liefern weitere Informationen zum Zustand der Wirtschaft und helfen Händlern, die Erwartungen an die Federal Reserve einzuschätzen.

USD/JPY technische Analyse

USD/JPY

USD/JPY-Diagramm | Quelle: TradingView

Das Tageschart zeigt, dass der USD/JPY-Wechselkurs stark von seinem Jahreshöchststand 163,96 auf ein Tief von 155,20 gefallen ist. Am Montag bildete das Paar ein Doji-Kerzenmuster, gekennzeichnet durch einen kleinen Kerzenkörper und lange obere sowie untere Schatten. 

Ein Doji spiegelt die Marktunsicherheit nach einem starken Abwärtstrend wider und wird häufig als frühes Signal für eine bullishe Umkehr angesehen, insbesondere wenn es in den folgenden Handelssitzungen durch einen höheren Schlusskurs bestätigt wird.

Daher gibt es Anzeichen dafür, dass das Paar kurzfristig weiter steigen könnte, möglicherweise bis zum wichtigen Widerstand bei 160. Ein Fall unter das Tief dieses Monats von 155,20 würde die bullische Perspektive ungültig machen.

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