Ralf Anders: NIQ Global Intelligence
NIQ Global Intelligence (WKN: A41D33) ist ein Schlüsselakteur im datengetriebenen Handel. Der Konzern entstand 2023 aus der Zusammenführung von NielsenIQ und GfK, 2025 folgte der Börsengang.
Seither tendiert der Kurs eher abwärts, doch das operative Geschäft entwickelt sich robust. Der Umsatz wächst organisch im mittleren einstelligen Bereich, während die EBITDA‑Marge deutlich ausgeweitet wurde und weiter steigen soll. Gleichzeitig verbessert sich der freie Cashflow spürbar – ein Zeichen für zunehmende Skaleneffekte.
Strategisch baut NIQ seinen Wettbewerbsvorteil aus. Die Kombination aus einzigartigen globalen Datenbeständen und neuen KI-basierten Lösungen für „Agentic Commerce“ stärkt die Integration in Kundenprozesse und erhöht die Preissetzungsmacht. Eine versteckte KI-Aktie, die möglicherweise im Juli neu entdeckt wird.
Ralf Anders besitzt keine Aktien von NIQ Global Intelligence
Caio Reimertshofer: Münchener Rück
Die Aktie der Münchener Rück (WKN: 843002) gehört für langfristig orientierte Anleger aktuell zu den interessantesten Werten im DAX. Obwohl das Unternehmen weiterhin starke Ergebnisse liefert und für 2026 einen Gewinn von 6,3 Mrd. Euro anpeilt, notiert die Aktie wieder deutlich unter ihrem Höchststand im März. Das hat die Bewertung auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 9 gedrückt, während die Dividendenrendite inzwischen bei über 5 % liegt.
Ein wesentlicher Grund für die Zurückhaltung am Markt ist das veränderte Umfeld in der Rückversicherungsbranche. In einigen Bereichen stehen die Prämien unter Druck, weshalb die Münchener Rück bewusst auf Geschäfte verzichtet, die nicht den eigenen Renditeanforderungen entsprechen. Das mag kurzfristig das Wachstum bremsen, ist langfristig jedoch ein Zeichen von Disziplin. Schlechte Risiken um jeden Preis zu zeichnen, wäre deutlich gefährlicher.
Hinzu kommt: Hohe Naturkatastrophenschäden sind für die Branche zwar kurzfristig belastend, führen langfristig aber häufig zu steigenden Prämien und besseren Vertragsbedingungen. Genau davon profitieren starke Marktführer wie die Münchener Rück regelmäßig in den Jahren nach größeren Schadenereignissen.
Für Anleger ergibt sich damit ein interessantes Bild: ein weltweit führender Rückversicherer mit hoher Kapitalstärke, attraktiver Dividende und einer Bewertung, die unter dem langjährigen Durchschnitt liegt. Der aktuelle Kursrückgang könnte deshalb eine Gelegenheit sein, um sich an einem Qualitätsunternehmen zu einem vergleichsweise günstigen Preis zu beteiligen.
Caio Reimertshofer besitzt Aktien der Münchener Rück.
Peter Roegner: PayPal Holdings
Beim Anblick des Charts von PayPal Holdings (WKN: A14R7U) könnte man meinen, es mit einem schrumpfenden Unternehmen zu tun zu haben. Immerhin liegt der Aktienkurs von 42 US-Dollar auf dem Niveau von April 2017 und rund 86 % unter den Höchstwerten aus 2021.
Es stimmt, dass die Konkurrenz größer geworden ist, und auch, dass 2026 aufgrund höherer Ausgaben für Vertrieb, Marketing sowie Forschung und Entwicklung ein Übergangsjahr mit einem mittleren einstelligen Minus beim Gewinn je Aktie sein wird.
Dennoch ist PayPal weiterhin einer der wichtigsten Dienstleister im digitalen Zahlungsverkehr mit einer enormen Basis von 439 Mio. aktiven Nutzern weltweit. Das abgewickelte Zahlungsvolumen ist im ersten Quartal 2026 um 11 % auf 464 Mrd. US-Dollar gestiegen.
PayPal zahlt inzwischen eine Dividende und nutzt das gedrückte Kursniveau für Aktienrückkäufe. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2026 liegt bei etwa 8 – das ist viel zu wenig für ein Unternehmen von dieser Qualität.
Es mag etwas Geduld nötig sein, aber der niedrige Kurs macht PayPal zu meiner Aktie des Monats.
Peter Roegner besitzt keine Aktien von PayPal Holdings.
Frank Seehawer: Schneider Electric
Mein Favorit für Juli ist Schneider Electric (WKN: 860180). Das französische Unternehmen überzeugt fundamental durch seine starke Marktposition in den Bereichen Energieeffizienz, Elektrifizierung und Automatisierung – drei langfristige Wachstumstrends, die weltweit an Bedeutung gewinnen.
Schneider Electric profitiert dabei stark von Investitionen in Rechenzentren, intelligente Stromnetze, Industrieautomatisierung und nachhaltige Gebäude. Das Geschäftsmodell ist breit diversifiziert und geografisch ausgewogen. Durch wiederkehrende Software- und Serviceerlöse wird es darüber hinaus zunehmend stabiler, was die Equity Story stützt.
Auch die Aktie setzte zuletzt ihren positiven Trend fort. Mit einem KGV von 26 für das Jahr 2027 finde ich sie nicht überteuert. Geboten wird zudem eine solide Bilanz, starke Cashflows und attraktives Wachstum auf einem hohen, steigenden Margenniveau.
Frank Seehawer besitzt Aktien von Schneider Electric.
Hendrik Vanheiden: Daikin Industries
Der Sommer in Deutschland hat gerade erst begonnen und die ersten Klimageräte sind bereits ausverkauft. Angesichts heißerer Sommer schaffen sich auch hierzulande immer mehr Menschen eine Klimaanlage an. In südlichen Schwellenländern befeuern zudem steigende Einkommen und die zunehmende Urbanisierung die Nachfrage nach Abkühlung.
Laut Daten der Internationalen Energieagentur soll die Anzahl der weltweit eingesetzten Klimaanlagen von derzeit 2 Mrd. auf 7 Mrd. im Jahr 2050 ansteigen. Daikin Industries (WKN: 857771) ist als globaler Marktführer bestens positioniert, um von diesem Megatrend zu profitieren. Zusätzlich will das japanische Unternehmen mit seinem neuen Fünfjahres-Strategieplan „FUSION 30“ die Gewinnmargen steigern. Das KGV von 25 sieht vor diesem Hintergrund nicht hoch aus.
Hendrik Vanheiden besitzt keine Aktien von Daikin Industries.
Peter Wolf-Karnitschnig: Accenture
Die Accenture-Aktie (WKN: A0YAQA) gehörte in den letzten Monaten zu den am stärksten abgestraften Technologiewerten an der Börse. Ende Juni fiel der Kurs des weltgrößten IT-Beratungsunternehmens auf den tiefsten Stand seit 2017.
Grund für diesen Kursverfall ist die Sorge der Börse, dass künstliche Intelligenz das Geschäftsmodell von Accenture massiv in Mitleidenschaft ziehen wird. Ein Großteil des Umsatzes basiert auf der Abrechnung von Arbeitsstunden für Softwareentwicklung, Systemintegration und IT-Support. Wenn generative KI-Tools diese Aufgaben in Zukunft deutlich beschleunigen, benötigt man weniger Beraterstunden für das gleiche Ergebnis, so die Annahme.
In den Zahlen von Accenture zeichnet sich diese KI-Angst bislang so gut wie nicht ab. Ich glaube vielmehr, dass die führende IT-Beratung der Welt in der Lage sein wird, sich zukünftig als KI-Beratungsunternehmen neu zu erfinden. Dass die Accenture-Aktie innerhalb von nicht einmal anderthalb Jahren mehr als zwei Drittel ihres Wertes verloren hat, halte ich deshalb für eine Überreaktion der Börse.
Peter Wolf-Karnitschnig besitzt keine Aktien von Accenture.
Der Artikel Top-Aktien für Juli 2026 ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.