Die Aktie von TG Therapeutics hat nach der Vorlage neuer Studiendaten kräftig zugelegt. Aus Sicht vieler Investoren könnte sich damit die Grundlage für die nächste Wachstumsphase des Biotech-Unternehmens weiter festigen, da das Medikament Briumvi künftig deutlich mehr Patienten erreichen könnte.

TG Therapeutics gab positive Phase-1-Daten für die subkutane Version von Briumvi, einem CD20-Antikörper gegen schubförmige Multipler Sklerose, bekannt. Die Ergebnisse erfüllten die Erwartungen nicht nur, sondern übertrafen sie in einigen Bereichen sogar. Bioverfügbarkeit, Sicherheit und Verträglichkeit fielen überzeugend aus und schaffen eine wichtige Grundlage für die weitere Entwicklung des Programms. Damit rückt ein Produkt näher, das das adressierbare Marktpotenzial von Briumvi nahezu verdoppeln könnte.

Gleichzeitig setzte TG Therapeutics die kommerzielle Expansion fort und begegnete damit den Sorgen über eine mögliche Abschwächung des Wachstums. Die jüngsten Fortschritte unterstreichen, dass das Unternehmen sowohl operativ als auch klinisch auf Kurs bleibt.

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Wichtiger Meilenstein für subkutanes Briumvi

Die subkutane Variante von Briumvi gilt als einer der wichtigsten Wachstumstreiber von TG Therapeutics für die kommenden Jahre. Der Erfolg von Kesimpta von Novartis zeigt, dass Patienten zunehmend auf Therapien setzen, die sich bequem zu Hause per Autoinjektor verabreichen lassen.

Bislang fehlte TG Therapeutics ein entsprechendes Angebot und damit der Zugang zu einem schnell wachsenden Marktsegment. Das könnte sich jedoch bald ändern. Die Phase-3-Studie zu subkutanem Briumvi ist vollständig rekrutiert, erste Ergebnisse werden Ende 2026 oder Anfang 2027 erwartet. Eine Markteinführung könnte 2028 folgen.

Die jetzt vorgestellten Phase-1-Daten stellen einen wichtigen Meilenstein dar. Die Bioverfügbarkeit lag bei mehr als 60 Prozent im Vergleich zur intravenösen Verabreichung. Zudem deuten Modellierungen darauf hin, dass sowohl eine zweimonatliche als auch eine vierteljährliche Anwendung eine vergleichbare Wirkstoffexposition ermöglichen dürfte.

Auch Wirksamkeit und Verträglichkeit überzeugten. Die B-Zell-Depletion entsprach der intravenösen Variante, während lokale Reaktionen an der Injektionsstelle selten blieben. Systemische Reaktionen traten bei 21 Prozent der Patienten auf und lagen damit auf dem Niveau von Kesimpta. Schwere Nebenwirkungen wurden nicht beobachtet.

Die Ergebnisse sprechen für gute Erfolgschancen in der Phase-3-Studie. Sollte sich das Profil bestätigen, könnte subkutanes Briumvi durch die nur zweimonatliche oder vierteljährliche Anwendung einen deutlichen Komfortvorteil gegenüber konkurrierenden Therapien bieten.

Gleichzeitig scheint der Markt das Potenzial der subkutanen Variante bislang nur teilweise einzupreisen. Gelingt die Entwicklung wie erwartet, dürfte sich das Umsatzwachstum ab 2028 spürbar beschleunigen.

Vereinfachte Behandlung könnte zusätzliche Nachfrage schaffen

Auch die intravenöse Form von Briumvi erhielt zuletzt Rückenwind. In der ENHANCE-Studie wurde untersucht, ob die bisher getrennt verabreichten Infusionen an Tag 1 und Tag 15 zu einer einzigen Behandlung zusammengeführt werden können.

Die Studie erreichte ihren primären Endpunkt und bestätigte eine vergleichbare Wirkstoffexposition beider Behandlungsschemata. Ebenso fielen Sicherheitsdaten, B-Zell-Depletion und MRT-Ergebnisse zwischen den Gruppen ähnlich aus.

Besonders positiv fiel auf, dass infusionsbedingte Reaktionen sogar niedriger ausfielen als in den früheren Zulassungsstudien. Im zusammengeführten Behandlungsschema lagen die Werte sogar leicht unter denen des bisherigen Standards.

TG Therapeutics plant, den entsprechenden Zulassungsantrag noch in der zweiten Jahreshälfte bei der US-Arzneimittelbehörde einzureichen. Eine Einführung des vereinfachten Behandlungsschemas könnte Mitte 2027 erfolgen und die Attraktivität der intravenösen Variante weiter erhöhen.

Langfristig dürfte jedoch die subkutane Version die deutlich größere strategische Bedeutung besitzen. Sollte sie erfolgreich auf den Markt kommen, könnte sie einen Teil des zukünftigen Wachstums von der intravenösen Variante übernehmen.

Umsatzentwicklung gewinnt wieder an Dynamik

Auch operativ läuft das Geschäft weiterhin besser als erwartet. Im ersten Quartal übertraf TG Therapeutics die Umsatzprognosen und erhöhte die Jahresprognose für die US-Umsätze von Briumvi auf 885 bis 900 Millionen US-Dollar.

Die Entwicklung spricht dafür, dass sich die Serie aus Prognoseanhebungen und positiven Überraschungen im weiteren Jahresverlauf fortsetzen könnte. Schätzungen von 940 bis 960 Millionen US-Dollar Jahresumsatz erscheinen unter dieser Annahme erreichbar.

Besonders erfreulich ist dabei die wieder zunehmende Dynamik des sequenziellen Umsatzwachstums. Nachdem sich das Wachstum zeitweise abgeschwächt hatte, zeigen die jüngsten Quartale wieder eine klar positive Entwicklung.

Deutlich schwächer präsentiert sich dagegen weiterhin das internationale Geschäft. Die Vermarktung außerhalb der USA bleibt hinter den Erwartungen zurück. Die von Partner Neuraxpharm erzielten Lizenzumsätze fielen im ersten Quartal entsprechend gering aus. Eine spürbare Verbesserung ist kurzfristig nicht absehbar. Als möglicher Impuls gilt jedoch eine Übernahme von Neuraxpharm durch einen größeren Pharmakonzern, über die bereits Anfang des Jahres spekuliert wurde.

Pipeline und Finanzkraft sorgen für zusätzlichen Rückenwind

Neben dem kommerziellen Erfolg von Briumvi arbeitet TG Therapeutics an weiteren Einsatzgebieten für das Medikament. Darüber hinaus werden noch in diesem Jahr erste Phase-1-Daten für azer-cel bei progredienter Multipler Sklerose erwartet.

Auch finanziell befindet sich das Unternehmen in einer komfortablen Position. Steigende Umsätze und eine verbesserte Profitabilität haben den finanziellen Spielraum erweitert und ermöglichen unter anderem Aktienrückkäufe.

Ein wichtiger Wettbewerbsfaktor bleibt die Entwicklung neuer Therapien gegen Multiple Sklerose. Besonders aufmerksam verfolgt der Markt die Fortschritte von BTK-Inhibitoren. Roche berichtete zuletzt über starke Wirksamkeitsdaten für Fenebrutinib, allerdings wurde das Programm durch Sicherheitsbedenken belastet. Weitere Aufmerksamkeit richtet sich nun auf Novartis und den Wirkstoff Remibrutinib, für den noch im zweiten Halbjahr wichtige Studiendaten erwartet werden.

Die jüngsten Studiendaten stärken die Investmentthese für TG Therapeutics deutlich. Gelingt die erfolgreiche Entwicklung von subkutanem Briumvi, könnte das Unternehmen ab 2028 in eine neue Phase beschleunigten Wachstums eintreten.

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