Es fühlt sich an wie ein Erdbeben in Zeitlupe: Software-Konzerne, die jahrelang als nahezu unkaputtbare Cashflow-Maschinen galten, brechen derzeit reihenweise zusammen.
Im Zentrum der Nervosität stehen dabei Aktien von Adobe (WKN: 871981) und Salesforce (WKN: A0B87V), die beide weit unter ihren Jahreshochs notieren – ohne Aussicht auf eine Trendwende im Aktienkurs.
Doch wer hinter die Kurstafel blickt, entdeckt überraschend stabile Zahlen, die so gar nicht zur Untergangsstimmung passen wollen. Ist die ganze Hysterie also übertrieben?
Wenn die Angst bei Software-Aktien größer wird
Der Auslöser der Talfahrt ist schnell erklärt: Investoren fürchten, dass KI-Agenten klassische Abo-Software überflüssig machen könnten, wenn Chatbots beispielsweise selbst Verträge schreiben oder Bilder generieren. Immer mehr Investoren fragen sich, ob generative KI nicht nur Praktikanten- und Middle-Office-Jobs, sondern gleich ganze Geschäftsmodelle verschlingt.
Doch Angst ist kein Geschäftsbericht. Operativ liefern beide Konzerne weiterhin solide Ergebnisse, auch wenn der Markt das derzeit kaum honoriert. Schauen wir einmal genauer hin, was die beiden SaaS-Aktien den Anlegern noch bieten können.
Adobe-Aktie: Vom Monopolisten zum Herausforderer seiner selbst
Adobe verdient sein Geld klassisch mit Abonnements für Photoshop, Premiere Pro und die Creative Cloud – ein Burggraben, der durch Open-Source-Bildgeneratoren plötzlich brüchig wirkt. Die Antwort des Konzerns ist ein radikaler Strategiewechsel hin zu kostenlosen Einstiegsversionen und der eigenen KI-Suite Firefly, deren annualisierter Umsatz sich binnen eines Jahres verdreifacht hat.
Hinzu kommt ein Führungswechsel an der Spitze, der für zusätzliche Verunsicherung sorgt. Doch unter dem neuen CEO könnte eine neue Wachstums-Ära eingeleitet werden.
Wer an die Fähigkeit von Adobe glaubt, Kreativsoftware in jede Pixelschmiede der Welt zu verkaufen, erhält hier ein Stück Branchendominanz zum Rabattpreis. Das erwartete KGV liegt nur bei 10!
Salesforce: Teurer Umbau mit echten Lichtblicken
Salesforce generiert Umsätze mit dem Verkauf von Kundenverwaltungssoftware an Unternehmen jeder Größe und investiert massiv in die Agentforce-Plattform, die KI-Agenten direkt in Vertriebsprozesse integriert. Zudem setzt das Unternehmen stärker auf Übernahmen, wie die kürzlich verkündete Übernahme von Fin für 3,6 Mrd. US-Dollar. Fin ist eine KI-basierte Kundenservice-Plattform.
Operativ läuft es ebenfalls weiter rund: Die operative Marge ist zuletzt beeindruckend gestiegen, während das Umsatzwachstum noch etwas hinterherhinkt.
Genau diese Lücke zwischen Effizienz und Tempo ist der Grund für die Skepsis der Anleger. Hier könnte jedoch auch das Potenzial für eine Neubewertung liegen, sobald Agentforce und Fin erste Wachstumsbeweise liefern.
Mit einem 19er-KGV ist die SaaS-Aktie nicht teuer. Hält der Burggraben auch die nächsten KI-Wellen stand, könnte die Aktie Aufholbedarf haben.
Buy-the-Dip bei SaaS-Aktien oder fallendes Messer?
Niemand kann garantieren, dass der Boden bereits erreicht ist. Kurse können immer weiter fallen, bevor sie wieder steigen. Wer jedoch Geduld mitbringt und an die strukturelle Stärke der beiden Geschäftsmodelle glaubt, blickt auf zwei Konzerne, deren Bewertung möglicherweise aktuell günstiger ist als ihre Zukunftsaussichten.
Der Artikel Software-Aktien im Sturzflug aber alles übertrieben? Die besten Buy-The-Dip-Chancen! ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.