Von Ende Mai bis Ende Juli verzeichnete die Rocket Lab-Aktie einen massiven Kursrückgang von über -60%, doch in den letzten Wochen zeichnet sich eine Stabilisierung ab. Vor allem der Sprung zurück über die 50-Tage-Linie stimmt zuversichtlich. Am Donnerstag bestätigt sich der positive Trend, der Kurs legt vorbörslich um +4,5% zu. Das sind die Gründe für den Aufschwung und so sollten sich Anleger nun verhalten.
Rekordauftrag sorgt für Rückenwind
Der wichtigste Kurstreiber ist der größte kommerzielle Einzelauftrag der Unternehmensgeschichte. Der japanische Erdbeobachtungsspezialist Synspective hat 20 weitere dedizierte Missionen mit der Electron-Rakete gebucht. Die Starts sollen zwischen 2028 und 2031 von Neuseeland aus erfolgen und StriX-SAR-Satelliten in eine sonnensynchrone Umlaufbahn bringen.
Damit steigt die Zahl der von Synspective gebuchten Electron-Missionen auf insgesamt 47. Gleichzeitig überschreitet Rocket Labs gesamter Auftragsbestand erstmals die Marke von 100 Missionen. Das ist mehr als eine beeindruckende Zahl: Die langfristig fest gebuchten Starts erhöhen die Visibilität und unterstreichen, dass sich Electron zunehmend als zuverlässige kommerzielle Plattform etabliert.
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Auch Neutron nimmt Fahrt auf
Parallel gewinnt die nächste Wachstumsstufe an Konturen. Der kanadische Satellitenbetreiber Kepler Communications hat Rocket Lab mit einem dedizierten Start für die noch in Entwicklung befindliche Neutron-Rakete beauftragt. Der Start soll frühestens 2028 erfolgen.
Damit wächst bereits vor dem Erstflug das kommerzielle Interesse an der mittelschweren Trägerrakete. Gelingt Rocket Lab der geplante Übergang von Electron zu Neutron, eröffnet sich dem Unternehmen ein deutlich größerer Markt für Nutzlasten und Satellitenmissionen.
Neue Impulse durch Iridium-Deal und Cathie Wood
Auch strategisch gibt es Fortschritte. Die Aktionäre von Iridium Communications haben der geplanten Übernahme durch Rocket Lab mit rund 99,6% der abgegebenen Stimmen zugestimmt. Zudem konnte Rocket Lab die ursprünglich vorgesehene teure Brückenfinanzierung durch eine Kapitalerhöhung ablösen. Vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen wird der Abschluss der Transaktion für Mitte 2027 erwartet.
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt Cathie Wood: Über ARK Invest wurden zuletzt erneut größere Rocket-Lab-Pakete gekauft. Solche Käufe sind zwar kein Garant für steigende Kurse, zeigen aber, dass institutionelle Investoren die langfristige Raumfahrtstory weiterhin begleiten.
Analysten sehen weiteres Potenzial
Auch das Analystenbild bleibt konstruktiv. Der Konsens liegt bei rund 110 US$, wobei die Kursziele angesichts der hohen Wachstums- und Ausführungsrisiken weit auseinanderliegen. Gleichzeitig ist die Bewertung bereits ambitioniert. Rocket Lab schreibt noch Verluste, während die Neutron-Entwicklung hohe Investitionen erfordert.
Charttechnik deutet auf Bodenbildung hin
Nach der Bodenbildung im Bereich von 60 US$ hat sich das Chartbild deutlich aufgehellt. Die 50-Tage-Linie wurde zurückerobert. Nun wartet mit der 200-Tage-Linie bei 81,28 US$ der nächste große Prüfstein. Darüber rückt das August-Hoch bei 86,83 US$ in den Fokus. Wird die genannte Widerstandszone überschritten, wäre die Trendwende wohl perfekt. Auf der Unterseite bleiben die 50-Tage-Linie sowie die Zone um 58/60 US$ wichtige Unterstützungen.
Für langfristig orientierte Anleger bleibt Rocket Lab meiner Meinung nach eine spannende Wette auf den anhaltenden Space-Boom. Der Rekordauftrag, die Neutron-Fantasie und die strategische Expansion liefern reichlich Treibstoff. Allerdings bleibt die Aktie ein High-Beta-Titel: Wer hier investiert, muss auch künftig mit heftigen Kursschwankungen rechnen. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass die jüngste Stabilisierung den Startschuss für die nächste größere Aufwärtsbewegung markiert.
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Rocket Lab Corporation in Kürze
- Rocket Lab USA (WKN: A419CG) ist ein in Long Beach in Kalifornien ansässiger Hersteller von Luft- und Raumfahrtprodukten und Anbieter von Raketentransporten.
- Das 2006 gegründete Unternehmen entwickelt und betreibt die Trägerrakete Electron, die Kleinsatelliten ins All transportiert.
- Darüber hinaus stellt Rocket Lab USA Satellitenkomponenten wie Star Tracker, Reaktionsräder, Solarzellen und -anordnungen, Satellitenfunkgeräte, Trennsysteme sowie Flug- und Bodensoftware her.
- Rocket Lab USA notiert an der US-Technologiebörse Nasdaq und ist ca. 47 Milliarden US$ wert.
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