Die BMW-Aktie steht massiv unter Druck. Nach der kurzen Erholung Anfang September ist der Kurs wieder deutlich zurückgefallen. Am Donnerstag notiert das Papier aktuell bei rund 55,40 Euro – und damit auf einem Mehrjahrestief. Auf dem Kapitalmarkttag präsentierte der Konzern seine Strategie bis 2030. Kosten runter, Margen rauf, neue Modelle und mehr künstliche Intelligenz: Kann der Konzern damit die Trendwende schaffen?

Strategieziele bis 2030

Auf dem Kapitalmarkttag am 30. September hat BMW sein Zukunftsprogramm vorgestellt. Im Mittelpunkt steht das Ziel, den Konzern wettbewerbsfähiger und widerstandsfähiger aufzustellen.

Die wesentlichen Maßnahmen konzentrieren sich auf drei Bereiche: höhere Profitabilität, eine gezielte Weiterentwicklung der Produktpalette und den verstärkten Einsatz künstlicher Intelligenz.

Die Umsetzung der Strategie ist auf einen Zeitraum bis 2030 ausgerichtet.

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BMW muss bei den Kosten ansetzen

Eine der größten Herausforderungen für BMW sind die im internationalen Vergleich hohen Kosten. Insbesondere in Deutschland belasten hohe Personal- und Energiekosten sowie der bürokratische Aufwand die Wettbewerbsfähigkeit.

Im Automobilgeschäft wird für das laufende Jahr lediglich eine EBIT-Marge von rund 1% erwartet. Diese soll in den kommenden Jahren deutlich steigen. Als Zwischenziel nennt BMW für 2028 eine operative Marge von 3 bis 5%. Bis 2030 soll sie auf 8 bis 10% steigen.

Ein wichtiger Bestandteil der Strategie ist deshalb die Senkung der Kosten. Dazu gehört auch ein Stellenabbau. Medienberichten zufolge könnten bis 2027 rund 8.000 Arbeitsplätze wegfallen. Gleichzeitig soll die Managementstruktur um rund 20 Prozent verschlankt werden.

Damit geht es nicht nur um einen klassischen Stellenabbau. BMW will die gesamte Kostenstruktur überprüfen. Neben den Personalkosten kommen weitere Ausgaben auf den Prüfstand.

Produktpalette wird neu ausgerichtet

Auch bei den Produkten will BMW ansetzen. Der Konzern plant neue Modelle, will gleichzeitig aber die bestehende Modellpalette überarbeiten.

Eine wichtige Rolle spielt dabei die neue Marke BMW Alpina, die zwischen der Kernmarke BMW und Rolls-Royce positioniert werden soll.

Darüber hinaus soll das Produktangebot stärker an die jeweiligen regionalen Märkte angepasst werden. Insbesondere China und die USA stehen dabei im Fokus.

Das ist ein entscheidender Punkt: BMW will nicht mehr überall mit einem möglichst einheitlichen Produktangebot auftreten, sondern die jeweiligen Marktbedingungen stärker berücksichtigen.

Künstliche Intelligenz als Wettbewerbsfaktor

Künstliche Intelligenz entwickelt sich zu einem wichtigen Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit der Automobilindustrie. Auch BMW will diese Technologie künftig umfassend einsetzen.

Die Anwendungsmöglichkeiten reichen von Produktion und Verwaltung bis hin zur Fahrzeugentwicklung. Darüber hinaus beschäftigt sich BMW mit der Entwicklung und dem Einsatz humanoider Roboter.

Entscheidend wird dabei sein, ob es dem Konzern gelingt, durch KI tatsächlich Kosten zu senken, Entwicklungszeiten zu verkürzen und die Produktivität zu erhöhen. Der technologische Einsatz allein ist noch kein Garant für eine höhere Profitabilität.

Bewertung

Unter dem neuen CEO Milan Nedeljković soll die bereits eingeleitete Transformation weiter beschleunigt werden. Erste wirtschaftliche Effekte der Kostensenkungsmaßnahmen könnten bereits im kommenden Jahr sichtbar werden.

Die Neuausrichtung der Modellpalette dürfte dagegen mehr Zeit benötigen. Neue Modelle und eine stärkere Anpassung an die regionalen Märkte können ihre Wirkung erst mittel- bis langfristig entfalten.

Gerade die stärkere Orientierung an den lokalen Märkten könnte für BMW jedoch ein wichtiger Faktor sein. Modelle, die gezielt auf die Anforderungen einzelner Regionen zugeschnitten sind und dort möglichst effizient produziert werden, können die Wettbewerbsposition verbessern.

Kurzfristig bleibt die Aktie allerdings anfällig für weitere Kursbewegungen. Enttäuschungen bei Absatz, Margen oder der Umsetzung der neuen Strategie könnten den Kurs zusätzlich belasten.

Die BMW-Aktie befindet sich derzeit in einer schwierigen Phase. Der Kurs steht auf einem Mehrjahrestief. Die vorgesehenen Maßnahmen könnten die Wende bringen, allerdings bedarf es dazu einige Zeit.

Das aktuelle Kursniveau kann für langfristig orientierte Anleger dennoch interessant sein. Voraussetzung ist allerdings die Bereitschaft, einen längeren Anlagehorizont einzuplanen und weitere Kursschwankungen auszuhalten.

Für die BMW-Aktie spricht zudem die traditionell attraktive Dividendenrendite. Selbst bei einer Reduzierung gegenüber der zuletzt gezahlten Dividende von 4,40 Euro je Aktie dürfte die Rendite beim aktuellen Kursniveau weiterhin bei rund 5 Prozent liegen.

Ergänzend dazu: Manche Dividenden-Titel werden derzeit vom Markt unterschätzt und bieten dadurch attraktive Einstiegschancen. Hier findest Du zehn konkrete Kandidaten, die sowohl durch Ausschüttungen als auch durch Kurspotenzial überzeugen könnten.

ℹ BMW in Kürze

  • Die BMW AG (WKN: 519000) baut Automobile und Motorräder im Premiumbereich. Neben der Stammmarke BMW gehören auch die Marken Mini und Rolls-Royce zum Autokonzern aus München.
  • Mit rund 2,5 Millionen abgesetzten Fahrzeugen (2025) zählt BMW zu den 15 größten Autoherstellern der Welt.
  • BMW ist Mitglied im deutschen Leitindex DAX und im europäischen Leitindex EuroStoxx 50. Das Unternehmen wird aktuell mit 33,2 Milliarden € bewertet.

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