Nach einem starken Abverkauf zu Beginn des Monats hat sich die Rheinmetall-Aktie in den letzten Tagen etwas stabilisieren können. Gegenüber dem letzten Tief zog der DAX-Titel um fast +14% an und steht aktuell bei 1.251,60 €. Nun fragen sich Anleger, wie nachhaltig die aktuelle Erholung und ob sich ein Einstieg zum jetzigen Zeitpunkt schon lohnt?
Vom Börsenstar zum Sorgenkind
Die Aktie von Rheinmetall galt lange als der große Gewinner des europäischen Aufrüstungsbooms. Steigende NATO-Budgets, volle Auftragsbücher und geopolitische Spannungen trieben den Kurs zeitweise bis auf knapp 2.000 €. Doch inzwischen hat das Papier massiv korrigiert: Vom Hoch ging es zeitweise um fast -50% nach unten.
Trotzdem bleiben viele Analysten optimistisch – auch wenn die Kursziele zuletzt deutlich gesenkt wurden.
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Analysten senken Ziele, bleiben aber bullisch
So reduzierte UBS das Kursziel von 2.200 auf 1.600 €, bestätigte aber weiter die Einstufung „Buy“. Die Analysten sehen zwar Risiken, weil Rheinmetall stark auf Munition und gepanzerte Fahrzeuge fokussiert ist, rechnen aber weiterhin mit Wachstum durch den anhaltenden Rüstungsboom.
Auch Jefferies senkte sein Ziel – von 2.220 auf 1.890 € –, hält die Aktie aber ebenfalls für attraktiv bewertet. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten beträgt 1.910 € und liegt damit gut +50% über dem aktuellen Kursniveau.
Operativ läuft es weiter rund
Tatsächlich bleibt die operative Entwicklung stark. Rheinmetall erwartet für 2026 einen Umsatz von bis zu 14,5 Milliarden € und verfügt über einen Rekordauftragsbestand von rund 73 Milliarden €. Vorstandschef Armin Papperger will diesen Wert bis Jahresende sogar massiv ausbauen. Gleichzeitig treibt der Konzern mit Marine-Übernahmen den Umbau zum breit aufgestellten Verteidigungskonzern voran.
Hinzu kommen neue Großaufträge: Erst kürzlich erhielt Rheinmetall von der Bundeswehr einen weiteren Auftrag über mehrere hundert Millionen € zur Lieferung von Laser-Licht-Modulen für das neue Sturmgewehr. Die Auslieferung soll zwischen 2026 und 2032 erfolgen.
Aufrüstungszyklus bleibt intakt
Langfristig bleibt der Aufrüstungszyklus ein zentraler Kurstreiber. Eine Studie von Greenpeace zeigt, dass die europäischen NATO-Staaten zusammen mit Kanada Russland bei Verteidigungsausgaben und militärischer Ausstattung inzwischen deutlich übertreffen. Für die Branche bedeutet das: Die Investitionen in Verteidigung dürften auf Jahre hoch bleiben.
Am Rande erwähnt: Die globale Aufrüstung treibt die Nachfrage nach kritischen Rohstoffen – unser exklusiver Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ identifiziert zwei Unternehmen, die von dieser Entwicklung maximal profitieren werden.
Dennoch bleibt die Aktie riskant. Die hohe Bewertung lässt wenig Raum für Enttäuschungen, und charttechnisch ist die Lage weiterhin angespannt. Viele Anleger warten deshalb auf eine nachhaltige Bodenbildung.
Die Schwäche der Rheinmetall-Aktie spiegelt vor allem die extrem hohen Erwartungen der vergangenen Jahre wider, nicht zwingend eine Verschlechterung des operativen Geschäfts. Analysten werden vorsichtiger, sehen langfristig aber weiter Potenzial. Entscheidend bleibt, ob Rheinmetall den Wachstumskurs mit neuen Aufträgen und stabilen Margen bestätigen kann.
Aufgrund des anhaltenden Abwärtstrends und des schwachen Momentums haben Anleger derzeit also keine Eile die Aktie zu kaufen.
Rheinmetall AG in Kürze
- Rheinmetall (WKN: 703000) ist ein deutscher Rüstungskonzern und Automobilzulieferer mit Sitz in Düsseldorf.
- Nach Airbus ist Rheinmetall der zweitgrößte deutsche Hersteller von Rüstungsgütern.
- Schwerpunkte der Waffenproduktion sind militärische Rad- und Kettenfahrzeuge wie Kampf- und Schützenpanzer sowie Munition.
- Rheinmetall ist Mitglied in den Leitindizes DAX und EuroStoxx 50. Der Börsenwert liegt aktuell bei 57,58 Milliarden €.
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