Der Platinpreis fiel am Freitag unter die wichtige Marke von 1.650 US-Dollar pro Unze und notierte damit auf dem niedrigsten Stand seit Mitte Dezember 2025. Ein stärkerer US-Dollar befeuert weiterhin den Verkaufsdruck, obwohl Fortschritte in den US‑Iran-Friedensgesprächen die Inflationssorgen lindern. In den folgenden Sitzungen könnte der Markt vor den US-Nonfarm-Payrolls-Daten nur subtile Bewegungen verzeichnen.

Platinpreis schwankt nahe dem überverkauften Bereich 

Der Platinpreis befindet sich in den letzten Monaten in einem Abwärtstrend, da konfliktbedingte Unsicherheiten Prognosen zu einem anhaltenden Angebotsdefizit überlagern. Der Quartalsbericht des World Platinum Council (WPC) für Q1’26 wies erneut auf ein Defizit hin – das vierte Jahr in Folge, wenn auch moderat. Ein weiterer Rückgang der Bestände über Tage sowie eine stabile Investitionsnachfrage sollten die Preise des Metalls stützen. 

Diese Unterstützung hat den Platinpreis über 30 % über dem Niveau desselben Zeitraums 2025 gehalten. Allerdings dürften verstärktes Recycling und reduzierte ETF-Zuflüsse die Gewinne teilweise ausgleichen. Außerdem haben erhöhte Inflationssorgen im Zusammenhang mit dem US‑Iran‑Konflikt dessen Aufwärtspotenzial gedämpft, während der US-Dollar an Stärke gewinnt. Tatsächlich ist die Aufwertung des US-Dollar einer der wichtigsten bearishen Treiber. 

In den folgenden Sitzungen richtet sich das Augenmerk auf die US-Nonfarm-Payrolls-Daten nach dem hawkischen Ton in der jüngsten FOMC-Policy-Erklärung. Ökonomen werden diese Zahlen nutzen, um Erwartungen an die Fed abzuleiten.

Die Inflation, die weiterhin über dem Ziel der Zentralbank von 2 % liegt, steht im Zentrum der Analystenerwartungen für eine Zinserhöhung im September. In der Folge setzte der US-Dollar seine vorherigen Gewinne am Dienstag fort und notierte auf dem höchsten Stand seit Mitte Mai 2025. Ähnlich wie andere dollarpreisige Assets tendiert Platin dazu, gegen den Wert des Greenbacks invers zu notieren. 

Technische Analyse des Platinpreises

Platinpreis

Platinpreis-Chart | Quelle: TradingView

Der Platinpreis fiel weiter und notierte damit auf dem niedrigsten Stand seit Mitte Dezember 2025. Die Verluste zu Beginn der neuen Woche setzen den Verkaufsdruck fort, der das Asset bereits sechs Wochen in Folge in den roten Bereich gedrückt hat. Zum Zeitpunkt der Niederschrift lag der Kurs bei 1.642 US-Dollar, nachdem er sich leicht von seinem Intraday-Tief bei 1.628 US-Dollar erholt hatte.

Ein Blick auf das Tageschart deutet auf anhaltenden Verkaufsdruck im kurzfristigen Bereich hin. Zum einen notiert der Platinpreis unter dem kurzfristigen 25-Tage-EMA und dem mittelfristigen 50-Tage-EMA. 

Außerdem bleibt das bearishe Death-Cross-Muster, das vor über drei Monaten ausgebildet wurde, intakt. Dieses bearishe Muster entsteht, wenn der kurzfristige MA einen mittelfristigen oder langfristigen MA nach unten kreuzt. 

Gleichzeitig befindet sich der Platinpreis mit einem RSI von 31 am Rand des überverkauften Bereichs. Bemerkenswert ist, dass er sich nahe der unteren Begrenzung des monatelangen Abwärtskanals bewegt, während die Bullen auf eine korrektive Gegenbewegung drängen.  

Im Einklang mit diesen technischen Indikatoren ist das Unterstützungsniveau bei 1.624 US-Dollar, das mit der unteren Begrenzung des bearischen Kanals zusammenfällt, kurzfristig zu beobachten. Auf diesem Niveau könnte der Platinpreis vor den US-Inflationsdaten eine leichte Erholung verzeichnen.

Eine korrektive Gegenbewegung wird voraussichtlich bei 1.731 US-Dollar auf Widerstand stoßen. Bei weiterer Erholung dürften die Gewinne entlang des 25-Tage-EMA bei 1.812 US-Dollar gedämpft werden.   

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