
Der Arabica-Kaffeepreis gab zuletzt leicht nach, blieb dabei aber in der Nähe des drei-Wochen-Hochs, das in der vorherigen Sitzung erreicht wurde. Trotz der Aussicht auf eine Rekordernte in Brasilien bestehen Bedenken wegen anhaltender Regenfälle und deren Auswirkungen auf Ernte und Trocknung. Zudem hat die hohe Wahrscheinlichkeit eines El Niño die Kaffeepreise gestützt. Daher sind die Coffee C-Futures als Benchmark ein entscheidender Punkt, der kurzfristig einen Ausbruch bringen könnte.
Wetterrisiko dürfte bullischen Ausbruch begünstigen
Erwartungen einer Rekordernte im führenden Arabica-Produzenten Brasilien trieben die Preise Anfang Juni auf ein 19-Monats-Tief. Zudem wird auch Vietnam voraussichtlich einen Produktionsanstieg bei der Robusta-Sorte verzeichnen.
Dennoch haben Sorgen, dass anhaltende Regenfälle die Ernte und das Bohnen-Trocknen in Brasilien verzögern könnten, die Kaffeepreise auf ein Drei-Wochen-Hoch gestützt. Der Kaffeegürtel im Südosten Brasiliens wird von einer Kaltfront erfasst, und wichtige Anbaugebiete melden mäßige bis starke Niederschläge. Dazu gehören Regionen wie Sao Paulo, Minas Gerais, Espirito Santo und Rio de Janeiro.
Laut Wettervorhersagen sollen die Niederschläge in einigen dieser Regionen im Laufe der Woche nachlassen. Danach werden jedoch Instabilitäten erwartet.
In seinen jüngsten Prognosen sagte der Foreign Agricultural Service des USDA voraus, dass das südamerikanische Land in der Saison 2026/27 bei optimalen Witterungsbedingungen eine Rekordkaffeeproduktion erreichen würde. Die prognostizierte Rekordproduktion von 71,9 Millionen Sack würde eine Steigerung von 14% gegenüber der Vorperiode bedeuten. Davon entfallen 47,5 Millionen Sack auf Arabica.
Trotz dieses positiven Ausblicks dürften die zugrunde liegenden Unsicherheiten einen bullischen Ausbruch der Kaffeepreise begünstigen. Der Markt befürchtet insbesondere, dass anhaltende Regenfälle und die Möglichkeit eines El Niño Produktion und Qualität der in die Lagerhäuser der Region gelieferten Kaffeebohnen beeinträchtigen werden.
Technische Analyse des Arabica-Kaffeepreises

Kaffeepreis-Chart | Quelle: TradingView
Vor fast zwei Wochen erreichten die als Benchmark für den Arabica-Handel geltenden Coffee C-Futures den tiefsten Stand seit November 2024. Nach einer Seitwärtskonsolidierung über mehrere Sitzungen erholten sie sich deutlich und handelten auf einem Drei-Wochen-Hoch. Genauer: Sie standen fünf Sitzungen in Folge im Plus, bevor sie sich am Mittwoch früh leicht abschwächten.
Ein Blick auf das Tageschart deutet auf weitere Gewinne in den folgenden Sitzungen hin. Die Ausbildung eines fallenden Keilmusters stützt diese These. Wie im Chart zu sehen ist, entsteht dieses bullische Muster, wenn zwei Abwärtstrendlinien nach unten geneigt sind und miteinander zu konvergieren scheinen. Es signalisiert, dass die Abwärtsdynamik nachlässt und sich das Asset auf eine Trendwende vorbereitet.
Kurzfristig bietet die obere Begrenzung des fallenden Keils Widerstand für den Kaffeepreis. Bemerkenswert ist, dass dieses Niveau mit dem mittelfristigen 50-Tage-EMA bei $273 zusammenfällt.
Sollten die Bullen genug Schwung für einen Ausbruch sammeln, ist der Bereich zwischen dem Widerstand bei $273 und der Unterstützung bei $262 zu beobachten. Tatsächlich deutet ein RSI von 53 auf kurzfristig seitwärts gerichteten Handel hin.
Ein anschließender Ausbruch würde die Bullen das nächste Ziel bei $283 ins Visier nehmen lassen. Andererseits würde eine Bewegung unter 4260 diese These ungültig machen und den Verkäufern die Chance geben, das niedrigere Niveau von $250 erneut zu testen.
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