
Der Platinpreis stieg am Freitag leicht an, blieb jedoch innerhalb einer Handelsspanne. Das Edel- und Industriemetall handelt nun seit einer Woche seitwärts, da Anleger die Entwicklungen der USA‑Iran-Friedensgespräche mit Vorsicht beobachten.
Trumps Aussagen im Laufe der Woche haben die Hoffnungen auf ein Memorandum of Understanding (MoU) verstärkt; dadurch haben sich die Inflationssorgen sowie die globalen Rohölpreise verringert. Das hat wiederum den US-Dollar abgeschwächt und den Platinpreis gestützt. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notierte das Asset bei $1,963 pro Unze.
Platinpreis steigt innerhalb der monatelangen Spanne
Bullen im Platinmarkt versuchen, den Widerstand in der psychologisch wichtigen Zone von $2,000 pro Unze zu durchbrechen, nachdem der Kurs vor etwas mehr als einer Woche darunter gefallen war. Bemerkenswert ist, dass das Edel- und Industriemetall seit Beginn des USA‑Iran-Konflikts in einer Spanne gehandelt wird, da sich hoher Inflationsdruck und Nachfrage als sicherer Hafen gegeneinander auswirken.
Auf der einen Seite stärkte die Nachfrage den Platinpreis, da Anleger inmitten der geopolitischen Spannungen Schutz suchten. Jedoch bremsten Störungen entlang der wichtigen Straße von Hormus diese Zuwächse, da die Finanzmärkte sich auf höhere Inflation und steigende Zinsen einstellten.
In der neuen Woche reagiert der Markt auf die optimistischen Signale bezüglich eines USA‑Iran-Friedensabkommens. Trump deutete an, dass ein möglicher Deal zwischen Teheran und Washington „weitgehend ausgehandelt“ sei und bald bekannt gegeben werde. Der Vorschlag sieht die Wiedereröffnung der Straße von Hormus vor, was Brent-Öl auf ein Einmonats-Tief drückte.
Erstmals seit Anfang Mai fiel der globale Öl-Benchmark unter die dreistellige Marke von $100 pro Barrel. Dieser Rückgang hat die Inflationssorgen verringert und den Dollarindex wieder unter die Unterstützungsmarke von $99 zurückgedrückt. Die 10-jährigen US-Treasury-Renditen, die tendenziell mit dem US-Dollar korrelieren, fielen ebenfalls auf ihren niedrigsten Stand seit mehr als einer Woche. Ein schwächerer US-Dollar hat den Platinpreis gestützt, weil das Metall für Käufer mit Fremdwährung günstiger wird.
Selbst mit dem Optimismus bleibt die Anlegerstimmung vorsichtig. Trump erklärte, dass die Blockade entlang der Straße von Hormus bestehen bleiben werde, bis ein Abkommen zertifiziert und unterzeichnet sei. Teheran räumte zwar ein, dass in den Friedensgesprächen Fortschritte erzielt worden seien, hält ein Abkommen jedoch für „nicht unmittelbar bevorstehend“.
Technische Analyse des Platinpreises

XPU-Preisdiagramm | Quelle: TradingView
Der Platinpreis handelt seit Beginn des USA‑Iran-Konflikts innerhalb einer Spanne. Die Panikreaktion auf den US-Militärangriff auf die Islamische Republik ließ das Edelmetall auf ein Zweimonatshoch bei $2,430 ansteigen. Sorgen über hohe Inflation belasteten das Asset jedoch und drückten es Mitte März unter den monatelangen Aufwärtstrendkanal. Seitdem fehlt es an Momentum, um über diesen technischen Indikator zurückzufinden. Das hat den Widerstand um $2,200 verstärkt.
Am Montag stieg der Kurs leicht an, nachdem er seine zweite aufeinanderfolgende Verlustwoche verzeichnet hatte. Dennoch bleibt er in einer Spanne, da den Bullen das Momentum fehlt, den Widerstand entlang des kurzfristigen 25-Tage-EMA bei etwa $2,000 zu durchbrechen. Ein Blick auf das Tageschart zeigt außerdem, dass das Metall unter dem mittelfristigen 50-Tage-EMA notiert.
Bei einem RSI von 46 dürfte der Platinpreis kurzfristig in der Spanne verbleiben, während die Bullen auf einen Ausbruch hinarbeiten. Daher ist die Spanne zwischen der wichtigen Unterstützung bei $1,913 und dem 25-Tage-EMA bei $2,003 beobachtenswert. Weitere Zugewinne könnten die obere Widerstandszone bei $2.060 aktivieren.
Auf der Unterseite erwarte ich, dass die aktuelle Unterstützung bei $1,913 angesichts der starken Anziehungskraft als sicherer Hafen stabil bleibt. Ein Rücksetzer unter diese Zone könnte die Verkäufer jedoch dazu veranlassen, das tiefere Niveau von $1,873 vor einem Rebound zu testen.
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