
Der Kakaopreis steuert auf seine zweite Verlustwoche zu, belastet von einem stärkeren US-Dollar und steigenden Beständen. Unterstützung kommt jedoch aus Sorgen über das Wetterphänomen El Niño und einer geringen Cherelle-Bildung.
Kakaopreis gibt leicht nach, während US-Dollar an Stärke gewinnt
Der Kakaopreis steht seit Wochenbeginn unter Verkaufsdruck. Zunächst hat ein stärkerer US-Dollar das Agrarrohstoff für Käufer mit Fremdwährungen verteuert. Vor dem Hintergrund konfliktbedingter Unsicherheiten setzte der Dollar-Index seine Gewinne am Donnerstag auf ein 6-Wochen-Hoch aus.
Obwohl er sich leicht zurückgezogen hat, hält er sich über der zuvor starken Widerstandszone bei $99. Tatsächlich deutet die Bildung des bullischen Golden-Cross-Musters Anfang der Woche auf weitere Gewinne hin. Ähnlich wie andere in Dollar bepreiste Vermögenswerte tendiert der Kakaopreis dazu, sich invers zum US-Dollar zu bewegen.
Gleichzeitig üben steigende ICE-Bestände zusätzlichen Verkaufsdruck auf den Kakaopreis aus. Verbesserte Witterungsbedingungen in Westafrika, das rund 70 % der weltweiten Kakaoversorgung stellt, haben die Aussicht von einem Defizit zu einem Überschuss verschoben.
Am Donnerstag stiegen die ICE-Bestände auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahren. Zudem erhöhten sich die Schätzungen zur Kakaolieferung aus der Elfenbeinküste für die Saison 2025/26 von zuvor 1.8–1.9 metrischen Tonnen auf 2.2 metrische Tonnen. Weiteren Daten zufolge haben Erzeuger dieses führenden Kakaoexporteurs im laufenden Vermarktungsjahr von Oktober 2025 bis Mitte Mai 2026 1.61 metrische Tonnen verschifft. Das ist ein Anstieg von nahezu 2 % gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Selbst bei diesen bärischen Faktoren findet der Kakaopreis Unterstützung in den anhaltenden Sorgen um das Wetterphänomen El Niño. Laut der US National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) besteht eine Wahrscheinlichkeit von 82 % für El Niño und 62 % für ein Super-El-Niño in Westafrika. Dieses Muster dürfte wärmere und trockenere Bedingungen bringen, die die Kakaoerzeugung beeinträchtigen werden.
Außerdem zeigen jüngste Umfragen eine unterdurchschnittliche Kanalbildung. Dies dürfte die Haupternte, die im Oktober beginnt, beeinträchtigen.
Technische Analyse des Kakaopreises

Der Kakaopreis steuert auf seine zweite Verlustwoche zu, da den Bullen die Dynamik fehlt, um aus der aktuellen Handelsspanne auszubrechen. Bemerkenswert ist, dass die ICE-Kakao-Futures als Benchmark seit Wochenbeginn seitwärts gehandelt werden. Das folgt auf den mehr als 20%igen Einbruch der Vorwoche, bei dem der Agrarrohstoff von seinem 5-Monats-Hoch fiel. Zum Zeitpunkt der Niederschrift notierte der Juli-Kontrakt der ICE-Kakao-Futures in New York bei $3,682 pro metrischer Tonne, ein Rückgang um 2.26 %.
Ein Blick auf das Tageschart deutet auf einen trägen Handel in den folgenden Sitzungen hin. Zum einen liegt der RSI von 45 nahe dem neutralen Bereich. Zudem notiert der Preis derzeit unter der kurzfristigen 25-Tage-EMA und der mittelfristigen 50-Tage-EMA. Nichtsdestoweniger ist das vor zwei Wochen geformte bullische Golden-Cross-Muster weiterhin intakt. Das bietet dem Kontrakt angesichts des Verkaufsdrucks gewisse Unterstützung.
Im Einklang mit diesen technischen Indikatoren und den Fundamentaldaten ist die Spanne zwischen dem Unterstützungslevel bei $3,631 und dem Widerstand bei $4,000 kurzfristig besonders zu beobachten. Gelingt den Bullen genug Momentum, um aus dieser Spanne auszubrechen, dürfte der Kakaopreis bei $4,193 gedämpft werden. Im umgekehrten Fall müssen die Bullen weitere Verluste am unteren Unterstützungsniveau von $3,410 verteidigen.
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