Samsung

Der Kospi-Index geriet in den vergangenen Monaten unter starken Druck, da führende Titel wie Samsung Electronics und SK Hynix an Schwung verloren und verunsicherte Südkoreaner ihre gehebelten Wetten zurückfahren. Er fiel am Freitag auf 6,788 und liegt damit 27% unter seinem diesjährigen Höchststand.

Südkoreaner steigen aus gehebelten Wetten aus

Der Kospi-Index startete eine der besten Haussephasen seit 2025, als der neue Präsident sich verpflichtete, ihn auf die Marke von 5,000 Punkten zu treiben. Seine Aussage fiel zusammen mit dem Boom der künstlichen Intelligenz, der in den USA und anderen Ländern zu einem Anstieg der Ausgaben für Rechenzentren führte. 

Der Boom führte zu einer starken Nachfrage nach Produkten von Unternehmen wie Samsung und SK Hynix. Tatsächlich veröffentlichten beide Unternehmen kürzlich starke Geschäftsergebnisse und kündigten erhebliche Erhöhungen bei Aktienrückkäufen und Dividenden an. 

Samsung wird $80 Mrd. für Rückkäufe ausgeben, während SK Hynix nahezu $30 Mrd. investieren wird. Trotz dieser Maßnahmen sind die beiden Aktien seit ihren diesjährigen Höchstständen um 32% bzw. 44% gefallen. 

Dieser Trend veranlasste mehr Südkoreaner, sich auf gehebelte Wetten auf südkoreanische Aktien einzulassen. Besonders hervorzuheben ist, dass die Entscheidung, gehebelten Aktienhandel zuzulassen, zu einer regelrechten Manie führte.

Nun gibt es jedoch Anzeichen für eine Umkehr dieses Trends, nachdem Südkoreaner Milliarden von Dollar verloren haben. Laut Bloomberg ist das gehandelte Volumen an gehebelten Positionen in Samsung und SK Hynix auf 4% des Junispitzenwerts gefallen. 

Sie stehen außerdem vor den ersten monatlichen Abflüssen seit ihrer Zulassung. Grund dafür sind vor allem die anhaltende Verschärfung der Regulierung und die Verluste, die Händler erlitten, als die beiden Aktien fielen. Diese Entwicklung hat zu einem deutlichen Rückgang der Volatilität des Kospi geführt.

Wichtige südkoreanische Daten stehen an

Der Kospi-Index schwankte auch nach der Entscheidung der südkoreanischen Zentralbank, letzte Woche die Zinsen anzuheben. Die Bank erhöhte die Zinsen in der zweiten Sitzung in Folge mit Verweis auf die erhöhte Inflation. Diese Inflation wurde durch den US‑Iran‑Krieg und die stark gestiegenen Löhne bei Samsung, SK Hynix und deren Zulieferern verursacht.

Später in dieser Woche werden wichtige makroökonomische Zahlen veröffentlicht. Am Montag wird Südkorea die neuesten Daten zu Einzelhandelsumsätzen und der Industrieproduktion veröffentlichen, die Aufschluss über den Zustand der Wirtschaft geben werden. Analysten erwarten, dass diese Zahlen zeigen, dass Einzelhandelsumsätze und Industrieproduktion im Juli gestiegen sind.

Weitere wichtige Makrodaten sind die Export- und Importzahlen Südkoreas. Ökonomen erwarten, dass der Bericht zeigt, dass die Exporte im August um 62.6% zulegten, während die Importe um 24.7% stiegen, was zu einem Handelsüberschuss von über $30.7 Mrd. führte.

Der Kospi-Index wird auch auf den neuen Verbraucherpreisbericht am Mittwoch reagieren. Dieser Bericht wird mitentscheiden, ob die Zentralbank die Zinsen erneut anhebt.

Technische Analyse des Kospi-Index

Kospi Index

Kospi-Index-Chart | Quelle: TradingView

Die technischen Indikatoren deuten darauf hin, dass der Kospi-Index kurzfristig weiteres Abwärtspotenzial hat. Er hat allmählich ein aufsteigendes Keilmuster ausgebildet, ein typisches Zeichen einer bärischen Umkehr. Dieser Keil bildet sich, nachdem er scharf vom Allzeithoch bei 9,387 gefallen ist. Damit gibt es Hinweise darauf, dass es sich um ein bärisches Flaggenmuster handelt.

Der Index liegt weiterhin unter dem 50-Tage-Exponentiellen gleitenden Durchschnitt, ein Zeichen dafür, dass die Bären derzeit das Sagen haben. Daher ist das wahrscheinlichste Szenario ein Rückgang bis zur wichtigen Unterstützungsmarke bei 6,000 Punkten.

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