Ölfässer in einem Hafen

Die Rohölpreise bewegten sich diese Woche in einer engen Spanne, da Anleger sich auf die Pattsituation zwischen den USA und Iran konzentrierten. Brent, der globale Referenzpreis, schloss die Woche bei $88.28 pro Barrel, während West Texas Intermediate (WTI) bei $83.45 notierte. Beide Benchmarks liegen weiterhin mehr als 30% unter ihren Jahreshochs, und wesentliche Entwicklungen könnten die Preise kurzfristig nach oben treiben.

Kein Waffenstillstand zwischen den USA und Iran 

Das größte Risiko für die Rohölpreise ist, dass die USA und Iran nach den jüngsten kinetischen Aktionen keinen Waffenstillstand unterzeichnet haben. Beide Seiten haben die Kämpfe zwar vorerst eingestellt, womit Trump offenbar zufrieden ist, da die Rohölpreise nicht parabolisch angestiegen sind.

Stattdessen setzt Trump auf Wirtschaftssanktionen: Scott Bessent stellte Operation Economic Outcast vor. Sein Ziel ist es, alle Länder dazu zu bringen, die Beziehungen zu Iran zu beenden. Analysten warnen jedoch, dass Trump die Iraner nicht zur Verhandlungsbereitschaft zwingen kann.

China und Russland haben sich verpflichtet, Iran weiterhin zu unterstützen. Vor allem die VAE, ein wichtiger Handelspartner, tätigen weiterhin erhebliche Geschäfte mit Iran. Das Wall Street Journal stellte fest, dass iranische Unternehmen weiterhin in den VAE aktiv sind. 

Iran hat die VAE gewarnt, ihre Wirtschaft zu ruinieren, falls sie mit den USA kooperieren. Dazu zählten Drohungen, Bombenangriffe auf den Dubai International Airport und wichtige Infrastrukturprojekte des Landes zu starten. Es wurde auch damit gedroht, Glasfaserkabel zu kappen, die die Region mit Internet versorgen. 

Wesentlich ist zudem, dass Iraner Berichte über die Probleme gelesen haben, denen das US-Militär in der Region gegenübersteht. Die Munitionsbestände sind auf besorgniserregende Niveaus gesunken, während sich die Lage auf US-Flugzeugträgern verschlechtert hat. 

Infolgedessen könnte Iran beschließen, vor den anstehenden Zwischenwahlen einen Präventivschlag gegen US-Ziele in der Region zu starten. Ein solcher Schritt würde Trump überraschend treffen und ihn zu Vergeltungsmaßnahmen drängen, was die Ölpreise nach oben treiben würde.

All das geschieht zu einer Zeit, in der die US-Ölvorräte auf alarmierenden Niveaus verbleiben. Die Strategic Petroleum Reserves (SPR) sind in den vergangenen Monaten deutlich gesunken. Sie fielen auf ein 40-Jahres-Tief von 289 Millionen Barrel und könnten bald das gesetzliche Minimum von 252 Millionen Barrel erreichen. Zudem gibt es Anzeichen, dass China in den kommenden Monaten deutlich Öl kaufen wird, was die Nachfrage erhöht und die Preise stützt.

Besonders bemerkenswert ist, dass Trump ein neues Abkommen für venezolanisches Öl angekündigt hat; Analysten warnen jedoch, dass es Jahre dauern wird, bis dieses Öl zu fließen beginnt. Außerdem ist es wahrscheinlich, dass Venezolaner ein Abkommen ablehnen, das ihre Ressourcen an US-Firmen abgibt.

Rohölpreis hat sich in ein Dreiecksmuster verengt

Rohölpreis

WTI-Rohölpreis-Chart | Quelle: TradingView

Auch die technische Analyse legt nahe, dass sich die Rohölpreise in den vergangenen Monaten in einer engen Spanne bewegt haben. Ein genauerer Blick zeigt, dass sich WTI in ein großes Dreiecksmuster verengt hat, dessen beiden Linien kurz davorstehen, zusammenzulaufen. Dieses Zusammenlaufen wird voraussichtlich in den kommenden Tagen oder Monaten zu einer starken Bewegung führen. 

Die Bewegung kann nach oben oder unten erfolgen, doch das steigende Risiko kinetischer Aktionen zwischen den USA und Iran erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass der Preis zu einem starken bullischen Ausbruch ansetzt.

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