Die Aktienmärkte bewegen sich weiterhin auf vergleichsweise hohem Niveau, gleichzeitig nehmen die Sorgen über hohe Bewertungen, Inflation und die enormen Investitionen in künstliche Intelligenz zu. In einem solchen Umfeld rücken Unternehmen in den Fokus, deren Geschäftsmodelle auch bei wirtschaftlichen Belastungen eine gewisse Stabilität bieten können.
Johnson & Johnson-Aktie
Der US-Gesundheitskonzern Johnson & Johnson zählt zu den Unternehmen, deren Produkte auch in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten gefragt bleiben. Das Unternehmen ist sowohl im Pharmageschäft als auch in der Medizintechnik aktiv und verfügt über ein breites Portfolio etablierter Produkte. Nach eigenen Angaben erwirtschaften 28 Produkte und Plattformen jeweils mehr als eine Milliarde US-Dollar Umsatz pro Jahr. Damit ist Johnson & Johnson auf dem Weg, im laufenden Jahr einen Umsatz von rund 100 Milliarden US-Dollar zu erreichen.
Auch der Verlust der Exklusivität für das wichtige Immunologie-Medikament Stelara hat das Unternehmen bislang nicht daran gehindert, weiter zu wachsen. Im jüngsten Quartal verzeichneten acht Marken aus dem Bereich Innovative Medicine zweistellige Umsatzsteigerungen. Die breite Aufstellung über verschiedene Therapiebereiche und Medizintechnikprodukte kann dabei dazu beitragen, einzelne Rückschläge abzufedern.
Für Anleger ist zudem die Dividendenhistorie des Konzerns relevant. Johnson & Johnson gehört zu den sogenannten „Dividend Kings“ und hat seine Ausschüttung seit mehr als 50 Jahren kontinuierlich erhöht. Die Dividende stellt damit einen weiteren Faktor dar, der die Aktie unabhängig von kurzfristigen Schwankungen an den Börsen interessant machen kann.
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Vertex Pharmaceuticals-Aktie
Vertex Pharmaceuticals verfügt mit seinen Medikamenten gegen Mukoviszidose über eine starke Position in einem spezialisierten und vergleichsweise wenig konjunkturabhängigen Markt. Die geistigen Eigentumsrechte des Unternehmens sollen die führende Stellung in diesem Bereich bis weit in die 2030er-Jahre absichern. Im vergangenen Jahr erzielte Vertex mit seinen Produkten einen Umsatz von rund zwölf Milliarden US-Dollar.
Gleichzeitig versucht der Biotechnologiekonzern, seine Abhängigkeit vom Mukoviszidose-Geschäft durch den Ausbau weiterer Therapiegebiete zu reduzieren. In den vergangenen Jahren erhielt Vertex Zulassungen für ein Schmerzmittel sowie eine Geneditierungs-Therapie zur Behandlung von Blutkrankheiten. Beide Produkte befinden sich noch in einer vergleichsweise frühen Phase ihrer Marktentwicklung und bieten entsprechend weiteres Wachstumspotenzial.
Auch die Forschungspipeline des Unternehmens könnte künftig zusätzliche Impulse liefern. Vertex konzentriert sich unter anderem verstärkt auf Nierenerkrankungen und hat den Wirkstoff Povetacicept zur möglichen Behandlung von Erwachsenen mit IgA-Nephropathie bei den zuständigen Behörden zur Zulassung eingereicht. Eine Entscheidung wurde für Ende November erwartet.
Costco-Aktie
Der Einzelhandelskonzern Costco profitiert von einem Geschäftsmodell, das insbesondere in wirtschaftlich angespannten Zeiten interessant sein kann. Das Unternehmen verkauft zahlreiche Produkte des täglichen Bedarfs, darunter Lebensmittel und Kraftstoffe, und positioniert sich über vergleichsweise niedrige Preise. Für Verbraucher kann dieses Angebot gerade dann attraktiv sein, wenn sie stärker auf ihre Ausgaben achten müssen.
Ein wesentlicher Bestandteil des Geschäftsmodells sind die kostenpflichtigen Mitgliedschaften. In den USA und Kanada liegt die Verlängerungsquote laut dem Unternehmen bei mehr als 90 Prozent. Die hohe Kundenbindung sorgt für wiederkehrende Einnahmen und deutet darauf hin, dass Mitglieder einen ausreichenden Mehrwert in der Costco-Mitgliedschaft sehen.
Eine Besonderheit des Geschäftsmodells besteht darin, dass ein erheblicher Teil des Gewinns aus Mitgliedsgebühren stammt. Costco erzielt damit Einnahmen bereits durch die Mitgliedschaft, bevor Kunden überhaupt Waren in den Filialen kaufen. Diese wiederkehrenden Erlöse können für eine gewisse Planbarkeit sorgen. Hinzu kommt die Dividendenpolitik des Unternehmens: Costco schüttet regelmäßig Dividenden aus und hat in der Vergangenheit auch Sonderdividenden gezahlt. Die bislang letzte Sonderausschüttung belief sich 2024 auf 15 US-Dollar je Aktie.
Coca-Cola-Aktie
Auch Coca-Cola verfügt über Eigenschaften, die das Unternehmen vergleichsweise widerstandsfähig gegenüber konjunkturellen Schwankungen machen können. Zwar handelt es sich bei Erfrischungsgetränken nicht um lebensnotwendige Güter, doch das Unternehmen verfügt über ein breit gefächertes Portfolio alkoholfreier Getränke. Dazu gehören unter anderem Wasser, Säfte und Kaffee.
Ein wichtiger Faktor ist zudem die Stärke der Marken. Coca-Cola kann dadurch auch in wirtschaftlich schwierigeren Phasen eine vergleichsweise hohe Nachfrage aufrechterhalten. Gleichzeitig passt der Konzern sein Angebot an unterschiedliche regionale Bedürfnisse und Konsumgewohnheiten an. Diese internationale und produktseitige Diversifizierung hat dem Unternehmen nach Darstellung des Ausgangstextes dabei geholfen, seinen Wertanteil am Getränkemarkt kontinuierlich auszubauen und die Gewinne langfristig zu steigern.
Für Anleger spielt auch bei Coca-Cola die Ausschüttungspolitik eine Rolle. Das Unternehmen gehört ebenfalls zu den „Dividend Kings“ und verfügt über einen hohen freien Cashflow. Dieser lag zuletzt bei rund 14 Milliarden US-Dollar. Ein hoher und vergleichsweise stabiler Mittelzufluss schafft grundsätzlich Spielraum für Investitionen, Aktienrückkäufe und Dividendenzahlungen.
American Express-Aktie
American Express unterscheidet sich von den anderen Unternehmen in dieser Auswahl, da das Geschäftsmodell stärker mit dem Konsum und der wirtschaftlichen Entwicklung verbunden ist. Dennoch sieht der Ausgangstext einen möglichen Stabilitätsfaktor in der vergleichsweise einkommensstarken Kundenbasis des Kreditkartenanbieters. Wohlhabendere Verbraucher können weniger stark von konjunkturellen Veränderungen betroffen sein als Haushalte mit geringerem Einkommen.
Diese Kundenstruktur kann sich insbesondere in schwächeren Wirtschaftsphasen auf die Stabilität des Geschäfts auswirken. Gleichzeitig setzt American Express auf weiteres Wachstum und versucht, jüngere Kundengruppen für seine Karten und Dienstleistungen zu gewinnen.
Dabei spielen insbesondere Millennials und die Generation Z eine zunehmende Rolle. Im jüngsten Quartal entfielen nach Unternehmensangaben 65 Prozent der weltweit neu eröffneten Verbraucherkonten auf diese beiden Generationen. American Express sieht darin einen wichtigen Faktor für das langfristige Wachstum, da jüngere Kunden über viele Jahre hinweg zu einer wichtigen Kundengruppe werden können.
Neben dem Wachstum bietet American Express Anlegern ebenfalls eine Dividende und eine Historie steigender Ausschüttungen. Damit verbindet das Unternehmen die Perspektive auf weiteres Geschäftswachstum mit laufenden Kapitalrückflüssen an die Aktionäre.
Die fünf Unternehmen unterscheiden sich deutlich hinsichtlich ihrer Geschäftsmodelle, haben jedoch jeweils Eigenschaften, die in einem unsicheren Marktumfeld von Bedeutung sein können. Johnson & Johnson und Vertex Pharmaceuticals profitieren von der vergleichsweise konjunkturunabhängigen Nachfrage nach medizinischen Produkten, während Costco auf wiederkehrende Mitgliedsgebühren und den Verkauf von Gütern des täglichen Bedarfs setzt. Coca-Cola verfügt über starke Marken und ein breit diversifiziertes Getränkeportfolio, während American Express auf eine einkommensstarke Kundenbasis und die Gewinnung jüngerer Kundengruppen setzt.
Damit bieten die fünf Aktien unterschiedliche Ansätze für Anleger, die ihr Portfolio stärker auf Unternehmen mit wiederkehrenden Einnahmen, starken Marken, essenziellen Produkten oder strukturellem Wachstum ausrichten möchten. Allerdings bedeutet ein widerstandsfähiges Geschäftsmodell nicht automatisch, dass eine Aktie kurzfristig vor Kursverlusten geschützt ist. Gerade bei hoch bewerteten Unternehmen bleiben der Einstiegspreis, die Gewinnentwicklung und die allgemeinen Marktbedingungen entscheidende Faktoren.
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