
Der Vanguard S&P 500 ETF (VOO) und der iShares Russell 200 Index Fund (IWM) sind in diesem Jahr auf Rekordhochs gestiegen. IWM hat in diesem Jahr um mehr als 21% zugelegt, während VOO im gleichen Zeitraum um 12.50% gestiegen ist. Dieser Artikel nennt einige der Hauptgründe, warum diese ETFs in diesem Jahr weiter steigen könnten.

YTD-Performance von VOO und IWM ETFs | Quelle: TradingView
Das Gewinnwachstum US-amerikanischer Unternehmen bleibt stark
Der Hauptkatalysator für US‑Aktien ist, dass ihr Gewinnwachstum sich beschleunigt, begünstigt durch den Boom künstlicher Intelligenz, Zollrückerstattungen und Energiepreise.
Ein aktueller Bericht von FactSet zeigt, dass nahezu alle Unternehmen im S&P 500 ihre Ergebnisse für das zweite Quartal veröffentlicht haben. Das Gewinnwachstum in diesem Zeitraum lag bei über 50%, deutlich höher als von Analysten erwartet. Dieses Wachstum war das schnellste seit 2021.
Wichtig ist, dass viele Unternehmen ihre zukünftigen Prognosen nach oben korrigiert haben – ein Zeichen, dass sie erwarten, dass das Gewinnmomentum anhält.
Dieses Gewinnwachstum fällt in eine schwierige Zeit, da der US‑Iran‑Krieg andauert und Iran angedeutet hat, dass er die Eskalation vorantreiben werde, um die USA zu einer Einigung zu zwingen. Der Krieg hat in den USA zu höherer Inflation geführt, wobei Headline‑ und Kern‑CPI weiterhin über dem 2%-Ziel liegen.
Es gibt jedoch auch Anzeichen für eine Abkühlung der US‑Wirtschaft. Die USA haben im letzten Monat 23.000 Stellen verloren, während die Einzelhandelsumsätze deutlich langsamer gewachsen sind. Diese Zahlen zeigen eine große Diskrepanz zwischen der Realwirtschaft und der Wall Street.
Die Wahrscheinlichkeit einer Fed‑Zinserhöhung sinkt
Die ETFs VOO und IWM könnten auch von den Maßnahmen der Federal Reserve profitieren. Im größten Teil des Jahres galt der Konsens, dass die Fed die Zinsen später im Jahr anheben würde.
Nun hat sich die Lage jedoch geändert, und Händler reduzieren ihre Erwartungen an Fed‑Zinserhöhungen. Daten von Polymarket zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Fed‑Zinserhöhung unter 50% gesunken ist.
Historisch schneiden Aktien, insbesondere Small Caps, schlechter ab, wenn die Fed die Zinsen anhebt. Ein Beispiel dafür ist 2022, als die Fed nach der Covid‑Pandemie die Zinsen anhob.
Zuflüsse in US‑Geldmarktfonds sind stark gestiegen
Unterdessen verzeichnen Geldmarktfonds in diesem Jahr einen Anstieg der Zuflüsse, da ihre Renditen steigen. Daten zeigen, dass das Volumen im ersten Quartal auf $8.28 trillion gestiegen ist, und der Trend hat sich wahrscheinlich fortgesetzt.
In den meisten Fällen rotieren Anleger in Geldmarktfonds häufig zurück an den Aktienmarkt, wenn der Bullenlauf anhält. Das geschieht in der Regel, weil Aktienrenditen historisch gesehen tendenziell höher sind als kurzfristige Geldanlagen.
VOO‑ und IWM‑ETFs sind unterbewertet
Trotz des anhaltenden Bullenmarkts werden US‑Aktien zu günstigen Kursen gehandelt. Daten von FactSet zeigen, dass der S&P 500 mit einem voraussichtlichen 12‑Monats‑KGV von 20 gehandelt wird, etwas über seinen Fünf‑ und Zehnjahresdurchschnitten. Einige der führenden Unternehmen im Fonds, wie Nvidia und Micron, notieren ebenfalls auf attraktiven Niveaus.
Gleiches gilt für den IWM‑ETF, der ein KGV von 19 aufweist, ebenfalls niedriger als seine historischen Mittelwerte. Daher ist es wahrscheinlich, dass Schnäppchenjäger diese Aktien kurzfristig weiter kaufen werden.
Diese Kennzahlen erklären, warum führende Analysten ihre Schätzungen für den S&P 500 anheben. In einer Stellungnahme am Montag erhöhten Evercore‑Analysten ihre S&P 500‑Prognose auf 9.000 Punkte. Auch andere Top‑Analysten von Unternehmen wie Oppenheimer und Goldman Sachs haben ihre Prognosen in diesem Jahr angehoben.
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