Kospi index

Der südkoreanische Kospi-Index setzte seine bemerkenswerte Hausse diese Woche fort und erreichte am Mittwoch ein weiteres Rekordhoch. Er stieg auf 8,900 KRW, was seine 12‑Monats‑Performance auf 220 % anhebt und seinen Status als weltweit bestperformender Aktienmarkt zementiert.

Goldman Sachs sieht einen Anstieg des Kospi‑Index um 40 %

Der Kospi Composite Index befindet sich in diesem Jahr in einer starken Rallye, begünstigt durch die anhaltende Euphorie der Südkoreaner und den AI‑Boom. Diese Rallye hat die Marktkapitalisierungen von Samsung und SK Hynix auf über 1 Billion US‑$ katapultiert. Zusammengenommen sind die beiden Unternehmen mehr wert als die südkoreanische Volkswirtschaft.

Analysten von Goldman Sachs sind der Ansicht, dass der Kospi Composite Index weiteres Aufwärtspotenzial hat. Konkret erwarten sie einen Anstieg um 40 % bis zur wichtigen Widerstandszone bei 12,000 KRW. Der Analyst sagte:

„Wir setzen verstärkt auf Nordasien, wo das Gewinnwachstum am stärksten ist. Der AI‑Boom wird sich voraussichtlich in absehbarer Zeit fortsetzen, wie die geplanten Investitionen der großen US‑Hyperscaler zeigen.“

Die Analysten gehen davon aus, dass der Index die nötige Dynamik hat, um weiter an Fahrt zu gewinnen. Zudem erwarten sie, dass weitere ausländische Investoren die laufende Rallye und den schwachen südkoreanischen Won nutzen werden, um in das Land zu investieren.

Südkoreanische Aktien stehen vor erheblichen Risiken

Dennoch besteht trotz des anhaltenden Optimismus der Goldman‑Sachs‑Analysten die Realität, dass der Kospi‑Index fundamentale und technische Risiken birgt. Das erste fundamentale Risiko ist, dass die Rallye von zwei führenden Unternehmen derselben Branche getragen wird. 

Samsung und SK Hynix sind gestiegen, weil der anhaltende AI‑Boom die Nachfrage und die Preise nach oben getrieben hat. Das Risiko besteht darin, dass diese Unternehmen zurückfallen könnten, sobald der AI‑Boom nachlässt. 

Gleichzeitig gibt es Bedenken, dass diese Unternehmen stark überbewertet sind. Samsung und SK Hynix werden mit Forward‑Multiples von 30 bzw. 35 gehandelt, was deutlich über ihren historischen Niveaus liegt.

Drittens gibt es Anzeichen dafür, dass Ausländer südkoreanische Aktien abstoßen. In den letzten Monaten haben sie Aktien im Wert von über 6,5 Billionen Won verkauft, da sie nun beginnen, Gewinne mitzunehmen. 

Der Kospi Composite ist überkauft und könnte eine Mittelwertrückkehr erleben

Kospi-Index

Kospi Index chart | Source: TradingView

Auch die technische Analyse sendet eine Warnung bezüglich der laufenden Kospi‑Rallye. Das Tageschart zeigt, dass der Relative Strength Index (RSI) auf das extrem überkaufte Niveau von 76 gestiegen ist, den höchsten Stand seit Mai. Zwar kann ein Asset monatelang überkauft bleiben, doch ist es üblich, dass es zurückkehrt, wenn Investoren beginnen, Gewinne mitzunehmen.

Ein weiteres Risiko ist, dass der Kospi‑Index deutlich über seinen historischen Durchschnitten handelt. Der 100‑Tage‑Gleitende Durchschnitt liegt bei 6,157 KRW, deutlich unter dem aktuellen Kurs von 8,800 KRW. Das deutet darauf hin, dass der Index eine Phase der Mittelwertrückkehr durchlaufen könnte. 

Schließlich befindet sich der Index weiterhin in der Aufwärtsphase der Wyckoff‑Theorie, die üblicherweise von einer Distribution und dann einem Markdown gefolgt wird. Das anhaltende Verkaufen durch ausländische Investoren ist ein Zeichen dafür, dass die Distribution‑Phase näher rückt. 

Daher ist die wahrscheinlichste Kospi‑Prognose moderat bullisch, mit dem nächsten wichtigen Ziel bei 10,000 KRW. Mittelfristig besteht jedoch die Möglichkeit, dass der Index aufgrund der genannten Risiken eine starke Umkehr erleidet.

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