
Der FTSE‑100‑Index hat in den vergangenen Wochen geschwankt und ist weiterhin schlechter gelaufen als seine wichtigsten globalen Pendants wie der S&P 500, Kospi und der Nikkei 225. In den letzten drei Monaten hat er sich kaum bewegt. Dieser Artikel beleuchtet einige der wichtigsten Katalysatoren für den Footsie in dieser Woche.
FTSE‑100‑Index reagiert auf Keir Starmers Ankündigung
Der Hauptkatalysator für den FTSE‑100‑Index wird die heute anstehende Erklärung von Keir Starmer sein. Laut The Guardian wird erwartet, dass Starmer als britischer Premierminister zurücktritt, möglicherweise noch vor dem Herbst. Er wird im Vormittagsplenum seinen Zeitplan für den Rücktritt bekanntgeben.
Starmer hatte Schwierigkeiten, die Wirtschaft anzukurbeln – eine besonders anspruchsvolle Aufgabe, da der Regierung nur begrenzter Handlungsspielraum zur Verfügung steht. Er hatte keine Möglichkeit, die Steuern zu senken, da dies das Staatsdefizit stark ansteigen lassen würde. Stattdessen brach er seine Wahlversprechen und erhöhte die Steuern, was viele Unterstützer verärgerte.
Starmer ernannte zudem Peter Mandelson zu seinem US‑Botschafter. Mandelson trat zurück, nachdem er mehrfach in den bekannten Epstein‑Akten auftauchte. All dies führte bei den jüngsten Kommunalwahlen zu einer deutlichen Niederlage der Labour Party.
Starmer wird nun durch Andy Burnham ersetzt, der letzte Woche eine Parlamentswahl gewann. Wie bereits zuvor gesehen, ist es jedoch wahrscheinlich, dass er keine volle Amtszeit absolvieren wird, womit er der siebte Premierminister innerhalb von zehn Jahren wäre.
Die größte Sorge der Anleger ist, dass das Vereinigte Königreich zunehmend regierungsunfähig wird und es keinen einfachen Ausweg gibt.
Schwaches britisches Pfund
Die andere wichtige FTSE‑100‑Nachricht in dieser Woche betrifft das schwache britische Pfund. Das GBP/USD‑Paar ist auf 1.3165 gefallen, den niedrigsten Stand seit März dieses Jahres. Damit liegt es fast 5 % unter seinem diesjährigen Höchststand.
Das Pfund fiel aufgrund der Divergenz zwischen der Fed und der BoE. Die BoE beließ den Leitzins in ihrer Sitzung in der vergangenen Woche unverändert bei 3,75 %, wobei 7 Ausschussmitglieder dafür stimmten. Die Verantwortlichen gaben keine klare Orientierung, ob die Bank die Zinsen später in diesem Jahr anheben oder senken wird.
Die Federal Reserve entschied sich ebenfalls, die Zinsen unverändert zu lassen, doch deuteten viele Amtsträger an, dass sie die Zinsen später in diesem Jahr anheben könnten, um die hartnäckig hohe Inflationsrate einzudämmen.
Ein schwaches britisches Pfund wirkt sich unterschiedlich auf FTSE‑100‑Unternehmen aus. Einige Firmen mit großen Auslandsgeschäften wie GSK, AstraZeneca, BP, Shell sowie Bergbaukonzerne wie Anglo American und Antofagasta profitieren von einem schwachen Sterling. Das liegt daran, dass sie ihre Erlöse in USD erzielen, was ihre in Pfund ausgewiesenen Gewinne und Dividenden stärkt.
Waffenruhe USA‑Iran und sinkende Ölpreise
Der FTSE‑100‑Index wird auch auf die neuen Entwicklungen zwischen den USA und dem Iran reagieren. Vertreter beider Länder trafen sich in der Schweiz und begannen ihre Atomgespräche, die 60 Tage dauern sollen.
Sie vereinbarten außerdem, die Waffenruhe im Libanon aufrechtzuerhalten. Das wird eine schwierige Aufgabe sein, da Israel bestrebt ist, diese Gespräche zu stören, was erklärt, warum Netanyahu seine Angriffe gegen den Libanon am Wochenende intensivierte.
Die Rohölpreise fielen, nachdem der Verkehr in der Straße von Hormus am Wochenende zugenommen hatte, obwohl der Iran deren Schließung angekündigt hatte. Für die Zukunft bleibt das Thema hoch volatil; jede neue Entwicklung hätte erhebliche Auswirkungen auf den FTSE‑100‑Index.
Viele Unternehmen sind davon betroffen. Zu den bedeutendsten gehören IAG und Rolls‑Royce, große Akteure in der zivilen Luftfahrtindustrie. Auch FTSE‑100‑Banken wie Lloyds, Barclays und HSBC sind stark von dem Konflikt exponiert.
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