An der Börse gilt oft eine einfache Regel: Je höher die Dividendenrendite, desto genauer sollten Anleger hinschauen. Schließlich steckt hinter üppigen Ausschüttungen nicht selten ein angeschlagenes Geschäftsmodell oder eine unsichere Zukunft. 

Umso bemerkenswerter ist es, wenn Unternehmen mit jahrzehntelanger Dividendentradition plötzlich Renditen von 5 % oder mehr bieten. Genau das ist derzeit bei Clorox (WKN: 856678) und Universal Corporation (WKN: 859669) der Fall – zwei Dividenden-Aristokraten, die unterschiedlicher kaum sein könnten.

Putzmittel und Tabakblätter: Langweilig? Genau das könnte der Vorteil sein

Clorox ist weit mehr als nur der Hersteller des berühmten Bleichmittels. Zum Konzern gehören bekannte Marken wie Glad, Kingsford, Brita und Burt’s Bees. Das Geschäftsmodell ist so simpel, wie es Warren Buffett gerne mag. Es basiert auf Produkten des täglichen Bedarfs, die Verbraucher auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten kaufen. Genau diese Preissetzungsmacht macht Clorox seit Jahrzehnten zu einem verlässlichen Dividendenzahler. Aktuell liegt die Dividendenrendite bei rund 5,5 %.

Allerdings ist nicht alles glänzend sauber. Nach dem Corona-Boom kämpft das Unternehmen mit schwächerem Wachstum und einem veränderten Konsumverhalten. Hinzu kommen steigende Rohstoffkosten und der Druck durch günstigere Handelsmarken. Die Chance besteht jedoch darin, dass viele dieser Probleme bereits im Aktienkurs eingepreist sind.

Noch ungewöhnlicher ist der Blick auf die Universal Corporation. Das Unternehmen verkauft keine Zigaretten, sondern beschafft, verarbeitet und liefert Tabakblätter an die großen Hersteller weltweit. Darüber hinaus baut Universal sein Geschäft mit pflanzlichen Inhaltsstoffen für Lebensmittel und Getränke aus. Die Dividendenrendite bewegt sich inzwischen sogar oberhalb der Sechs-Prozent-Marke.

Das Risiko liegt auf der Hand: Der weltweite Zigarettenkonsum sinkt langfristig. Deshalb versucht Universal, sich breiter aufzustellen und neue Wachstumsfelder zu erschließen.

Gelingt dieser Umbau, könnte der Markt die Aktie deutlich höher bewerten. Scheitert er jedoch, droht das klassische Schicksal vieler Unternehmen aus schrumpfenden Branchen.

Hohe Rendite, hohe Aufmerksamkeit – aber nicht ohne Haken

Sowohl Clorox als auch Universal zeigen, dass attraktive Dividendenrenditen nicht zwangsläufig mit spekulativen Geschäftsmodellen verbunden sind. Clorox profitiert von starken Marken und einer defensiven Marktstellung, während Universal auf jahrzehntelange Beziehungen entlang der globalen Tabaklieferkette setzt.

Für Einkommensinvestoren könnten beide Aktien einen genaueren Blick wert sein. Wer allerdings auf rasantes Wachstum hofft, wird hier vermutlich enttäuscht. Ihre eigentliche Stärke liegt in der Kombination aus stabilen Cashflows, einer langen Dividendenhistorie und Renditen, die selbst erfahrene Anleger im aktuellen Marktumfeld aufhorchen lassen.

Der Artikel Dividenden-Aristokraten mit 5 % Rendite? Das gibt’s nur hier! ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.