Die Allianz-Aktie (WKN: 840400) gehört zu den großen Gewinnern der vergangenen Jahre. Seit Herbst 2022 hat sich der Kurs mehr als verdoppelt. Starke Gewinne, steigende Dividenden und ein robustes Versicherungsgeschäft haben gezeigt, wie profitabel gute Versicherer in einem passenden Marktumfeld sein können.
Doch genau deshalb stelle ich mir inzwischen eine andere Frage: Wo könnten die nächsten 100 % warten? Mein Blick fällt dabei zunehmend auf Kinsale Capital Group (WKN: A2APEC).
Ein Spezialversicherer mit außergewöhnlicher Profitabilität
Kinsale Capital konzentriert sich auf sogenannte Specialty-Versicherungen. Vereinfacht gesagt versichert das Unternehmen Risiken, die viele klassische Versicherer eher meiden oder nur eingeschränkt absichern möchten. Genau dort entstehen häufig attraktivere Margen.
Und die aktuellen Zahlen können sich wirklich sehen lassen.
Im ersten Quartal 2026 steigerte Kinsale den Gewinn je Aktie von 3,83 auf 4,88 US-Dollar. Noch beeindruckender wirkt das operative Ergebnis: Die operativen Gewinne je Aktie legten sogar um fast 38 % auf 5,11 US-Dollar zu.
Für einen Versicherer ist das ein bemerkenswert hohes Wachstum.
Die Schaden-Kosten-Quote ist richtig stark
Besonders spannend finde ich die Combined Ratio, also die Schaden-Kosten-Quote. Sie zeigt, wie profitabel das eigentliche Versicherungsgeschäft läuft.
Liegt dieser Wert unter 100 %, verdient ein Versicherer bereits mit seinem Kerngeschäft Geld – noch bevor Kapitalerträge berücksichtigt werden.
Kinsale Capital erreichte im ersten Quartal 2026 eine Combined Ratio von starken 77,4 %. Im Vorjahreszeitraum lag sie bereits bei guten 82,1 %. Die Verbesserung resultierte unter anderem aus geringeren Katastrophenschäden und einer positiven Entwicklung älterer Schadenreserven.
Zum Vergleich: Viele Versicherer gelten bereits mit Werten unter 95 % als solide aufgestellt. Werte im hohen 70er-Bereich sind dagegen außergewöhnlich profitabel.
24 % Eigenkapitalrendite? Das ist selten
Hinzu kommt eine annualisierte operative Eigenkapitalrendite von 24 %.
Und genau solche Zahlen liebe ich bei Qualitätsunternehmen. Denn eine hohe Eigenkapitalrendite zeigt häufig, dass ein Unternehmen Kapital besonders effizient einsetzen kann. Langfristig sind das oft genau die Firmen, die ihren Aktionärinnen und Aktionären über viele Jahre hinweg überdurchschnittliche Renditen liefern.
Gerade die Kombination aus starkem Wachstum und hoher Profitabilität macht Kinsale Capital für mich so interessant.
Warum ich hier weiteres Potenzial sehe
Natürlich bleibt die Allianz ein hervorragendes Unternehmen. Die Größe des Konzerns sorgt für Stabilität, starke Cashflows und attraktive Dividenden.
Kinsale Capital wirkt dagegen deutlich dynamischer. Das Unternehmen ist kleiner, wächst schneller und erzielt aktuell außergewöhnlich starke operative Kennzahlen.
Genau deshalb glaube ich, dass hier langfristig noch enormes Potenzial stecken könnte. Nicht als sichere Verdopplung über Nacht – sondern als Qualitätsunternehmen, das operativ weiterhin sehr viel richtig macht.
Der Artikel Die Allianz-Aktie stieg über 100 % seit Herbst 2022: Auf diesen Versicherer setze ich jetzt für die nächsten 100 %! ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.