Die Commerzbank-Aktie kratzt dieser Tage an der Marke von 40 € und notiert damit auf dem höchsten Niveau seit 16 Jahren. Sind die Tage der deutschen Bank als eigenständiges Kreditinstitut gezählt oder hat sie noch eine stand-alone Zukunft?
Die Politik mischt sich ein
So wie sich die aktuelle Nachrichtenlage darstellt, sind die Tage der Commerzbank als eigenständige Bank gezählt. Bislang lehnte die deutsche Bundesregierung als Ankeraktionär mit einem Anteil von knapp 13% eine Übernahme durch die italienische UniCredit ab.
Doch nun zeichnet sich eine mögliche Kehrtwende in Berlin ab. Medienberichten zufolge können sich hochrangige Vertreter der Regierung inzwischen einen Verkauf des Bundesanteils an die Großbank aus Mailand vorstellen.
Offenbar geht es nur noch darum, final akzeptable Übernahmebedingungen auszuhandeln. Dazu zählt vor allem die Standortsicherung in Deutschland. Berlin wird darauf drängen, dass zentrale Funktionen der Commerzbank auch weiterhin in Frankfurt am Main beheimatet bleiben und sich der befürchtete Kahlschlag beim Personal in Grenzen hält.
Und nicht nur im politischen Berlin zeichnet sich Bewegung ab, sondern auch in der italienischen Hauptstadt Rom. Italiens Ministerpräsidentin Meloni hat sich auf der Zielgeraden ebenfalls in die Übernahme der Commerzbank durch die UniCredit eingeschaltet. Sie will durch Gespräche mit der Bundesregierung der italienischen Großbank den Weg bereiten.
Auch in regulatorischer Hinsicht macht die UniCredit große Fortschritte in Sachen CoBa-Übernahme. Die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht hat die Mehrheitsbeteiligung der UniCredit nach dem Übernahmeangebot als vollständig eingestuft und an die Europäische Zentralbank weitergeleitet.
Man muss davon ausgehen, dass auch die EZB angesichts der Tatsache, dass die Italiener inzwischen Zugriff auf bis zu 50% der Stimmrechte haben, die Position der BaFin bestätigen wird. Eine formelle, abschließende Entscheidung des EZB-Rats wird für September oder Oktober erwartet.
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Immer noch im Aufwärtstrend
Der Anfang Mai begonnene leichte Aufwärtstrend der Commerzbank-Aktie hält immer noch an. Inzwischen notiert der DAX-Titel an der 40 €-Marke. Das weitere Upside der Aktie ist allerdings angesichts des unveränderten Übernahmeangebots stark begrenzt.
Eine sehr gute Alternative
Ich gehe davon aus, dass sich die Übernahme der Commerzbank durch die UniCredit inzwischen nicht mehr verhindern lässt. Hinter den Kulissen wird sowohl auf Ebene der Banken als auch politischer Ebene eifrig über die genaue Ausgestaltung einer Akquisition verhandelt.
Sollten sich die beteiligten Parteien dabei nicht einigen, könnte es für die CoBa ungemütlich werden. Durch ihre Kontrollmehrheit könnte die UniCredit im Fall der Fälle auch den Vorstand der deutschen Bank austauschen.
Dazu wird es nicht kommen. Ich rechne damit, dass bis Ende des Jahres die Details der Commerzbank-Übernahme auf dem Tisch liegen.
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Für die Commerzbank-Aktie gibt es demnach keine Zukunft mehr. Wer in eine deutsche Großbank an der Börse investieren will, muss bald zwangsläufig zu den Papieren der Deutschen Bank greifen.
Aber auch die UniCredit-Aktie ist eine hervorragende Alternative. Sie hat in den letzten fünf Jahren ihren Kurs mehr als verachtfacht. Eine Fortsetzung dieser atemberaubenden Kursrallye erwarte ich in dieser Größenordnung nicht mehr. Aber als einer der größten europäischen Bankenplayer haben die Italiener fraglos eine sehr spannende Zukunft vor sich.
Commerzbank in Kürze
- Die Commerzbank (WKN: CBK100) ist eine Universalbank mit Sitz in Frankfurt am Main. Gemessen an der Bilanzsumme ist sie das viertgrößte Geldhaus Deutschlands.
- Das Bankinstitut betreut rund elf Millionen Privat- und Firmenkunden in Deutschland und Europa und besitzt mit rund 400 Filialen eines der dichtesten Filialnetze aller deutschen Privatbanken.
- Die Aktie ist im DAX gelistet, an der Börse ist die Commerzbank derzeit aktuell mit rund 45 Milliarden € bewertet.
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