
Die Aktien der Bank of America (BAC) setzen am Dienstagmorgen ihre Gewinne fort, nachdem das Institut im Fiskal-Q2 die Erwartungen der Street deutlich übertroffen hat.
BAC erzielte im zuletzt abgeschlossenen Quartal einen Gewinn je Aktie (EPS) von $1,21 bei einem Umsatzanstieg von 15 % im Jahresvergleich auf 31,6 Milliarden USD (ca. 27,6 Milliarden €).
Wenn man jedoch hinter die Schlagzeilen und die starken Trading-Zahlen blickt, gibt es einige erkennbare Reibungspunkte, die zur Vorsicht mahnen, zumal die Aktie mit einem Bewertungsmultiple von 13x Forward im Aufschlag handelt.
Gegenüber dem Jahrestief liegt die Bank of America zum Zeitpunkt der Veröffentlichung über 30 % im Plus.
Was das NII-Miss für die Bank of America-Aktie bedeutet
Das Nettozinsergebnis (NII) der Bank of America stieg sequenziell auf 16 Milliarden USD (ca. 14 Milliarden €), verfehlte jedoch den Konsens von 16,2 Milliarden USD (ca. 14,1 Milliarden €) für das zweite Fiskalquartal.
Dieses kleine Miss deutet darauf hin, dass Refinanzierungs- und Einlagenkosten weiterhin das Kreditgeschäft der Bank belasten.
Im Q2 beliefen sich zinstragende Einlagen auf 1,5 Billionen USD (ca. 1,3 Billionen €), während nicht verzinsliche Einlagen auf 514,5 Milliarden USD (ca. 448,8 Milliarden €) zurückgingen, da Kunden Bargeld von kostenlosen Girokonten in höher verzinsliche Produkte wie Termingelder (CDs) und Geldmarktfonds umschichteten.
Folglich muss die Bank of America mehr zahlen, um Einlagen zu halten, wodurch die Refinanzierungskosten erhöht werden und die Ausweitung der Nettozinsmarge (NIM) begrenzt bleibt.
BAC-Aktien sind für die zweite Jahreshälfte 2026 anfällig
Der Q2-Beat der Bank of America wurde stark von einem massiven 70%igen Anstieg im Aktienhandel und einem 50%igen Anstieg der Investmentbanking-Gebühren getragen.
Da überdurchschnittliche Gewinne aus Trading und Investmentbanking naturgemäß zyklisch sind, werfen der Druck auf das Nettozinsergebnis und die Einlagenstruktur Fragen zur Nachhaltigkeit des Q2-Ergebnisaufschwungs auf.
Das macht die Bank of America-Aktien potenziell verwundbarer, falls die Kapitalmärkte in der zweiten Jahreshälfte 2026 abkühlen und ein zugrunde liegendes, langsameres Wachstum im traditionellen Retail-Banking stärker sichtbar wird.
Sollten Sie heute bei Bank of America zuschlagen?
Selbst aus technischer Sicht erscheint die BAC-Aktie bereit für einen kurzfristigen Rücksetzer.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung liegt der Relative-Stärke-Index (RSI) der Bank knapp unter 70, was signalisiert, dass sie sich dem Bereich „„überkauft““ nähert und oft aggressive Gewinnmitnahmen auslöst.
Kurz gesagt: Der Quartalsbericht zeigt, dass das Kapitalmarktgeschäft auf Hochtouren läuft, aber die zugrunde liegenden Risse im traditionellen Kreditgeschäft dürfen nicht ignoriert werden.
Bei einem Kurszuwachs von über 30 % und einem Bewertungsmultiple von rund 13x scheint der Markt bereits viel Perfektion eingepreist zu haben, was zumindest zu einer vorsichtigen Haltung gegenüber BAC im kurzfristigen Zeitraum mahnt.
Deshalb wird Anlegern empfohlen, auf einen Rücksetzer zu warten, bevor sie die Rally nach den Quartalszahlen in dieser Bankaktie im weiteren Verlauf von 2026 weiter jagen.
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