Die CBOT-Sojabohnen-Futures haben trotz des Anstiegs der Nachfrage nach Biokraftstoffen die meisten Gewinne vom Wochenanfang wieder abgegeben. Ein stärkerer US-Dollar und Zweifel an Chinas Handelsabkommen belasten das Agrarprodukt. In den kommenden Sitzungen werden Schlagzeilen zu den US‑Iran‑Friedensgesprächen die Preisbewegungen bei Sojabohnen weiter beeinflussen, da Anleger den US-Dollar und die Rohölpreise beobachten. 

Sojabohnenpreise schwanken trotz Anstieg der Nachfrage nach Biokraftstoffen 

Neben Mais und Zuckerrohr ist Sojaöl eine Quelle für Biokraftstoffe. Bei höheren Rohölpreisen, wie seit Beginn des US‑Iran‑Kriegs Ende Februar der Fall, steigt die Nachfrage nach Biokraftstoffen und stützt damit den Sojabohnenpreis.

In den vergangenen Wochen blieb Brent‑Öl im dreistelligen Bereich, angesichts der Befürchtungen über ein Wiederaufleben des US‑Iran‑Kriegs. Einerseits deutete Präsident Trump an, dass die Friedensgespräche zwischen Teheran und Washington in ihren „Endphasen“ seien. Außerdem sagte er Anfang der Woche die geplanten Militärschläge gegen Iran ab, um den von Pakistan geführten diplomatischen Bemühungen Platz zu machen. 

Diese Entscheidungen haben Brent‑Öl vom zu Wochenbeginn erreichten Zwei‑Wochen‑Hoch von $112.70 je Barrel auf $104.78 zum Zeitpunkt des Schreibens entlastet. Allerdings treiben anhaltende Unsicherheiten und Störungen entlang der äußerst wichtigen Straße von Hormus weiterhin Rohöl‑ und Biokraftstoffpreise nach oben. 

Analysten erwarten, dass Brent‑Öl für den Rest des Jahres in der Nähe von $100 je Barrel gehandelt wird. Das wird die Nachfrage nach Biokraftstoffen länger auf einem höheren Niveau halten. Tatsächlich flossen diese Prognosen in den Ausblick des USDA im WASDE‑Bericht vom Mai ein. Laut der Behörde wird für das Vermarktungsjahr 2026/27, das im September beginnt, mit stärkerer Verwendung und engeren Beständen gerechnet.

Trotz dieses Aufwärtstreibers lasten aber mangelnde Bestätigungen zu Chinas Käufen auf den Sojabohnenpreisen. Nach Trumps jüngstem Besuch in Peking behauptete die US‑Regierung, China habe sich verpflichtet, bis 2028 jährlich US‑Landwirtschaftsprodukte im Wert von $17 Milliarden zu kaufen. Das chinesische Handelsministerium erklärte jedoch, die beiden Länder hätten über „einen Richtwert“ gesprochen, ohne die genannten Zahlen zu bestätigen. 

Zudem hat ein stärkerer US‑Dollar Sojabohnen für Käufer mit Fremdwährungen verteuert. Am Donnerstag stieg der Dollar‑Index vor einer Gegenbewegung auf den höchsten Stand seit Anfang April. Unsicherheiten infolge des US‑Iran‑Konflikts haben die Flucht in sichere Häfen und damit die Nachfrage nach dem USD verstärkt.  

Technische Analyse der Sojabohnenpreise

Sojabohnenpreis

Sojabohnen‑Preischart | Quelle: TradingView

Die CBOT‑Sojabohnen‑Futures sind auf Kurs, die zweite Wochenverlustserie nach einer dreitägigen Verlustphase zu verzeichnen. Vor einer Woche fielen sie auf ein Drei‑Wochen‑Tief und notierten kurzzeitig erstmals seit fünf Wochen unter der mittelfristigen 50‑Tage‑EMA. Vorausgegangen war ein erneuter Test des zu Jahresbeginn erreichten Zwei‑Jahres‑Hochs.

Obwohl sie inzwischen einen Teil dieser Verluste wieder ausgeglichen haben, fehlt ihnen die nötige Dynamik, um die Erholung nachhaltig zu stützen. Ein Blick auf das Tageschart zeigt eine erhöhte Volatilität innerhalb einer definierten Handelsspanne.

Zum Zeitpunkt des Schreibens lag der CBOT‑Sojabohnenpreis bei $11.94 pro Scheffel. Auf diesem Niveau bemühen sich die Bullen, die Unterstützung bei $11.91 zu verteidigen. Ein Rückgang unter diese Zone würde voraussichtlich die untere Unterstützung entlang der 50‑Tage‑EMA bei $11.82 in Gang setzen. Auf der Oberseite sind die Widerstandsmarken bei $12.14 und $12.19 zu beobachten.

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