Außenansicht des AMD-Büros

Die AMD-Aktie hat sich in den letzten Tagen stabil gehalten und nähert sich langsam dem bisherigen Jahreshoch von $584. Am Montag notierte sie bei $514.40 und hat ein bullisches Flaggenmuster ausgebildet, das trotz erhöhter Bewertungsbedenken auf weiteres Aufwärtspotenzial hindeutet. 

Sie stieg am Montag, nachdem Details zu ihrer Anleiheemission über $4.75 billion bekannt wurden, die sich auf vier Tranchen zwischen 2029 und 2036 verteilen. Diese Mittel sollen zum Kauf von ZT Systems verwendet werden, einem führenden Unternehmen in der Serverbranche.

Die AMD-Aktie hat ein bullisches Flaggenmuster ausgebildet

Die technischen Indikatoren deuten darauf hin, dass die Aktie von Advanced Micro Devices kurzfristig weiteres Aufwärtspotenzial hat. Sie ist über die 50- und 100-Tage-Exponentielle gleitende Durchschnitte (EMA) gestiegen, ein Zeichen für die Fortsetzung des Aufwärtstrends.

Die Aktie hat ein großes bullisches Flaggenmuster gebildet, bestehend aus einer senkrechten Linie und einem absteigenden Kanal. Der Kurs hat sich der oberen Begrenzung des Kanals genähert. 

AMD liegt über dem Supertrend-Indikator. Ein genauerer Blick zeigt zudem ein umgekehrtes Kopf-Schulter-Muster, ein in der technischen Analyse verbreitetes Zeichen für eine bullische Fortsetzung.

Daher dürfte die Aktie voraussichtlich weiter steigen; das nächste wichtige Ziel ist das bisherige Jahreshoch von $584, das bisherige Jahreshoch. Ein Ausbruch über dieses Niveau würde auf weitere Gewinne hindeuten, potenziell bis zur psychologischen Marke von $600. 

Chart der AMD-Aktie | Quelle: TradingView

AMDs Geschäft wächst

Die jüngsten Quartalszahlen zeigten, dass AMDs Geschäft in diesem Jahr weiter wächst, da die Nachfrage nach GPUs und CPUs steigt. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal um 50% auf $11.5 billion, wobei das Datacenter-Segment auf $6.7 billion mehr als doppelt so hoch war.

Die Embedded-Umsätze stiegen um 19% auf $977 million, das Client-&-Gaming-Segment erzielte $3.8 billion. Das Wachstum im Datacenter-Geschäft ging mit einem Anstieg des Betriebsergebnisses um 1,457% einher. 

AMD hat, wie andere führende Halbleiterunternehmen, seine Prognose nach oben korrigiert, da seine Kunden weiter ausgeben. Nun erwartet es, dass der Umsatz im dritten Quartal auf $13 billion steigen wird, zu- oder abzüglich $300 million. Am Mittelwert würde dieses Wachstum einem jährlichen Anstieg von 41% entsprechen.

Analysten sind ebenfalls optimistisch bezüglich AMDs Wachstum; der optimistischste geht von $14 billion aus. Außerdem erwarten sie ein EPS von $1.93, deutlich über den $1.2 des Vorjahres. Für die nächsten beiden Geschäftsjahre werden Umsätze von $50 billion bzw. $87 billion erwartet.

Dennoch besteht ein zentrales Risiko darin, dass AMD sehr hoch bewertet ist. So weist das Unternehmen ein erwartetes Non-GAAP-Kurs-Gewinn-Verhältnis von 68 auf, deutlich höher als der Median des Technologiesektors von 24. Das GAAP-Multiple liegt bei 90, ebenfalls deutlich über dem Median des Technologiesektors. 

Im Gegensatz dazu weist Nvidia, das schneller wächst als AMD, ein erwartetes P/E von 25 auf. Marvell Technologies hat ein Multiple von 54. 

Gleiches gilt für andere Multiples: Das erwartete EV/EBITDA und das Kurs-/Free-Cashflow-Verhältnis liegen bei 61 bzw. 106. Eine DCF-Berechnung zeigt ebenfalls, dass das Unternehmen kein Schnäppchen ist, weshalb es diese Premium-Bewertung rechtfertigen muss.

Positiv ist, dass AMD das starke Wachstum mit einer Ausweitung der Margen verbindet. Das erwartete Umsatzwachstum liegt bei 40%, die Nettomarge bei 15%. Damit ergibt sich ein Rule-of-40-Wert von 55%, der als sicher gilt. Dieses Bewertungsmaß ist jedoch überwiegend auf Softwareunternehmen anwendbar.

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