Die AMD-Aktie befand sich zuletzt im Konsolidierungsmodus, nachdem sich der Kurs von Ende März bis Ende Juni annähernd verdreifacht hatte. Nun scheinen die Bullen aber wieder Blut geleckt zu haben: Am Freitag und am Dienstag ging es für das Papier um insgesamt +11% hinauf und zurück über die 500-US$-Marke. Ist das der Startschuss für die nächste Mega-Rallye?
AMD hebt KI-Prognose massiv an
Für neuen Rückenwind sorgen vor allem die Aussagen auf der Citi Global TMT Conference. AMD hat seine Einschätzung des adressierbaren KI-Marktes deutlich angehoben und rechnet bis 2030 inzwischen mit einem Volumen von bis zu drei Billionen US$. Besonders stark wächst laut Management die Nachfrage nach Inferenz – also der Ausführung von KI-Modellen.
Davon will AMD überproportional profitieren. Der Umsatz im Rechenzentrumsgeschäft soll 2027 auf rund 70 Milliarden US$ steigen und sich damit mehr als verdoppeln. Bereits im zweiten Quartal wuchs der Data-Center-Umsatz um 107% auf 6,72 Milliarden US$. Der Konzernumsatz legte um 50% auf 11,54 Milliarden US$ zu.
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30 Milliarden US$ Aufträge in der Pipeline
Auch die Auftragslage liefert ein starkes Argument für die Bullen. AMD verfügt bereits über Lieferverpflichtungen und Vorbestellungen im Volumen von rund 29 bis 30 Milliarden US$. Zu den wichtigen Kunden zählen Meta und mehrere KI-Labore. Die Nachfrage nach den Helios-Systemen übertrifft dabei teilweise bereits die ursprünglichen Planungen.
Der nächste Wachstumsschub soll mit dem MI450 kommen. Die Produktion des neuen KI-Beschleunigers läuft an, anschließend ist eine deutliche Ausweitung für 2027 geplant. Gleichzeitig wächst das Server-CPU-Geschäft rasant. AMD erwartet für die zweite Jahreshälfte 2026 mehr als 80% Wachstum und für 2027 nochmals über 70%.
Analysten werden zunehmend optimistisch
An der Wall Street sorgt diese Entwicklung für steigende Kursziele. Citigroup sieht AMD bei 575 US$ fair bewertet, Raymond James bei 641 US$. Der Analystenkonsens liegt bei rund 614 US$ und damit gut +20% über dem aktuellen Niveau.
Besonders bullisch ist CLSA: Das Analysehaus hob sein Ziel von 575 auf 710 US$ an und erhöhte die Gewinnschätzungen für 2027 und 2028 um 25 bis 29%. CLSA erwartet zudem, dass AMD bereits 2027 einen Non-GAAP-Gewinn je Aktie von mehr als 20 US$ erreichen könnte. Das wäre ein wichtiger Beleg dafür, dass sich das enorme Umsatzwachstum zunehmend in Profitabilität übersetzt.
Bewertung bleibt der Knackpunkt
Ganz billig ist die Aktie allerdings nicht. Nach dem Kursanstieg von mehr als +200% binnen Jahresfrist sind hohe Erwartungen längst eingepreist. Bewertungsmodelle kommen entsprechend zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen: Während einige Analysen AMD deutlich überbewertet sehen, errechnen andere auf Basis des künftigen Gewinnwachstums noch erhebliches Potenzial. 2027 könnte das KGV auf 35 sinken, im Jahr darauf auf 24.
Auch die Konkurrenz durch Nvidia und Broadcom, mögliche Margenbelastungen beim Hochlauf neuer Chips sowie Exportbeschränkungen bleiben Risiken. Trotzdem spricht die operative Dynamik derzeit eine klare Sprache.
Charttechnik macht Mut
Besonders interessant ist die technische Situation. Nach der Kursverdreifachung bis Ende Juni setzte eine Korrektur um fast -30% ein. In den vergangenen Tagen meldeten sich die Käufer jedoch eindrucksvoll zurück.
Mit dem Sprung über die 50-Tage-Linie und die psychologisch wichtige 500-US$-Marke hat AMD zwei wichtige Hürden überwunden. Bestätigt sich dieser Ausbruch, rückt das bisherige Rekordhoch bei 584,73 US$ wieder in Reichweite. Darüber lägen die nächsten charttechnischen Ziele bei 600 und 700 US$.
Die AMD-Story gewinnt wieder deutlich an Dynamik. Ein KI-Markt von bis zu drei Billionen US$, ein mehr als verdoppeltes Data-Center-Geschäft, milliardenschwere Aufträge und stetig steigende Analystenziele liefern reichlich Treibstoff. Die Bewertung ist ambitioniert – doch solange AMD seine Wachstumsversprechen einlöst, dürfte genau das der Preis für die KI-Fantasie sein. Der Sprung über 500 US$ könnte daher weit mehr als nur ein kurzfristiges Kaufsignal sein: Die nächste Mega-Rallye könnte gerade erst beginnen.
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Advanced Micro Devices in Kürze
- Advanced Micro Devices (AMD) mit Hauptsitz in Santa Clara im US-Bundesstaat Kalifornien entwickelt und vertreibt Mikroprozessoren, Chipsätze und System-on-a-Chip-Lösungen.
- Eine eigene Fabrikationsstätte hat das Unternehmen seit der Ausgründung der eigentlichen Halbleiterherstellung im Jahr 2009 in Globalfoundries nicht mehr.
- AMD ist Mitglied in den US-Leitindizes Nasdaq 100 und S&P 500 und hat eine Marktkapitalisierung von rund 825,61 Milliarden US$.
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