Am Donnerstag kletterte die Apple-Aktie fast auf ein neues Allzeithoch, doch am Freitag war der iPhone-Hersteller eines der Schlusslichter im Dow Jones-Index. Was drückte zum Wochenschluss auf die Stimmung und müssen sich Anleger auf weitere Kursverluste einstellen?
Reduzierte Komponentenbestellungen
Auslöser des Kursverlustes der Apple-Aktie am Freitag waren Medienberichte, denen zufolge der Technologiekonzern die Komponentenbestellungen für die neue iPhone 18-Serie gekürzt hat. Offenbar hat Apple seinen Zulieferern aufgetragen, ihre Produktion herunterzufahren. Die ursprünglich für den Oktober vorgesehene Menge an Komponenten soll um über 15% reduziert werden.
Ob die Drosselung der Komponentennachfrage durch Apple in direktem Zusammenhang mit einer schwachen Nachfrage nach dem neuen iPhone-Modell steht, lässt sich nicht eindeutig feststellen. Meines Erachtens ist das gut möglich, denn Apple war zuletzt aufgrund stark gestiegener Speicherchipkosten gezwungen, die Verkaufspreise für seine Smartphones stark anzuheben. Für ein iPhone Pro müssen Kunden inzwischen 1.199 US$ auf den Tisch. Das könnte durchaus einen Einbruch der Bestellungen zur Folge haben.
Die reduzierten Komponentenbestellungen müssen aber nicht zwangsläufig auf eine schwache Nachfrage nach dem iPhone 18 Pro zurückzuführen sein. Sie könnten auch mit dem geänderten Einführungszeitplan für die gesamte Modellreihe zusammenhängen. Das Basismodell iPhone 18 und ein überarbeitetes iPhone Air sollen erst Anfang kommenden Jahres folgen.
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Auf einem schmalen Grat
Die Apple-Aktie befindet sich seit einem halben Jahr in einem Aufwärtstrend, dessen untere Trendlinie immer noch intakt ist. Weitere Kursverluste darf sich der iPhone-Konzern allerdings nicht erlauben, um diesen Trend nicht in Gefahr zu bringen. Charttechnisch wandelt die Apple-Aktie demnach auf einem schmalen Grat.
Aus zwei Gründen ein Warnsignal
Ich gebe Anlegern den Rat, die gekürzten Komponentenbestellungen für das iPhone als Warnsignal zu interpretieren — und das aus zwei guten Gründen:
Erstens: Das iPhone macht bis heute die Hälfte des Konzernumsatzes von Apple aus. Im Klartext: Der Technologieriese kann sich eine schlecht laufende iPhone-Serie schlichtweg nicht erlauben. Sie hätte sofort massive Auswirkungen auf das gesamte Konzernergebnis.
Zweitens: Die Bewertung der Apple-Aktie lässt überhaupt keinen Spielraum für schlechte Nachrichten. Das Forward-KGV liegt bei 35. Das ist mir für einen Tech-Konzern, der im laufenden Geschäftsjahr voraussichtlich mit ca. 15% und im kommenden GJ mit rund 10% wachsen wird, ein viel zu ambitioniertes Niveau.
Apple in der Zwickmühle
Apple hat meiner Meinung nach bei der Marge kaum mehr Spielraum. Der Konzern gerät trotz seiner Beliebtheit langsam, aber sicher in eine Umsatz-Gewinn-Zwickmühle.
Bislang hat Apple steigende Komponentenpreise einfach auf seine Kunden umgeschlagen — und das mit großem Erfolg. Der starke Preisanstieg bei Speicherchips hat die Preise für die iPhones nun aber auf ein Niveau gehoben, bei dem sich viele Kunden überlegen, ob sie tatsächlich ein neues Smartphone mit dem Apfel-Logo benötigen.
Ich glaube nicht, dass Apple noch viel Spielraum bei den Gerätepreisen hat. Genauso wenig kann es sich der Konzern aber erlauben, auf Marge zu verzichten. Die Börse würde diese Strategie umgehend massiv bestrafen.
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Die Apple-Aktie ist mir mittlerweile viel zu luftig bewertet. Die aktuelle Bewertung preist einen vollen Erfolg der neuen iPhone-Serie ein.
Das ist mir eine zu optimistische Sichtweise. Reduzierte Komponentenbestellungen könnten ein erster Warnschuss sein. Anleger sollten auf diesen Schuss vor den Bug hören.
Apple in Kürze
- Apple (WKN: 865985) mit Sitz im kalifornischen Cupertino ist ein US-Technologiekonzern, der Hardware wie Smartphones, Notebooks, Tablets und Unterhaltungselektronik sowie Betriebssysteme und Anwendungssoftware entwickelt und vertreibt.
- Darüber hinaus betreibt der Konzern ein Online-Portal für den Vertrieb von Filmen, Musik und Software.
- Apple ist Mitglied in allen drei US-Leitindizes Dow Jones Industrial, Nasdaq 100 und S&P 500 und mit einer Marktkapitalisierung von ca. 4,9 Billionen US$ ist Apple derzeit das drittwertvollste Unternehmen der Welt.
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