Am Donnerstag sah es ganz danach aus, als könnte die Stellantis-Aktie ihren monatelangen Abwärtstrend mit einem Kurssprung von +8% endlich stoppen. Doch am Freitag löste sich dieser Optimismus sofort wieder auf. Der Autotitel verlor mit über -6% fast den gesamten Kursgewinn des Vortages. Was steckt hinter dem Auf und Ab der Stellantis-Aktie und können Anlegern jemals wieder mit einem Comeback rechnen?
Hoffnungsvolle Zahlen aus den USA
Grund für das Auf und Ab der Stellantis-Aktie zum Wochenschluss war die Meldung der Verkaufszahlen aus den USA im dritten Quartal. Offenbar tat sich die Börse schwer damit, diese richtig einzuordnen.
Und in der Tat ist es keine leichte Übung. Insgesamt setzte Stellantis im abgelaufenen Vierteljahr rund 324.000 Autos in den USA ab. Das ist fast exakt der gleiche Absatz wie ein Jahr zuvor. Seit Jahresbeginn hat der amerikanisch-französisch-italienische Autokonzern damit rund 958.000 Autos in den Vereinigten Staaten verkauft — 3% mehr als noch im Vorjahr.
Interessanter sind da schon die Verschiebungen innerhalb des großen Markenportfolios von Stellantis. Die Pickup-Marke Ram steigerte ihren Absatz im letzten Quartal um satte 29% auf 134.000 Einheiten, getrieben vom großen Erfolg des Ram 1500.
Damit überholte sie sogar die Nummer 1 Marke Jeep, deren Absatz um 20% auf 129.000 Autos abrutschte. Vor der Jeep Compass und der Grand Cherokee verkauften sich zuletzt sehr schlecht.
Bei den weniger bedeutenden US-Marken gab es leichte Zuwächse. Der Absatz von Chrysler stieg um 6% und Dodge legte um 2% zu.
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Und zwei weitere gute Nachrichten
Neben dem leichten Absatzwachstum in den USA gab es noch zwei weitere positive Nachrichten von Stellantis. Der Absatz im weiteren Kernmarkt Italien stieg im September um knapp 13% auf 39.000 Autos. Damit konnte Stellantis seinen Marktanteil auf dem italienischen Markt ausbauen.
Zudem bestätigte Stellantis-Chef Filosa die Jahresprognose für 2026. Der Autokonzern peilt ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich und eine bereinigte operative Marge im niedrigen einstelligen Prozentbereich an.
Auch die mittelfristigen Cashflow-Ziele haben nach wie vor Bestand. Bis 2027 will Stellantis einen positiven Cashflow erreichen und bis 2028 einen Free Cashflow von über 3 Milliarden € erwirtschaften.
Ein Chart des Grauens
Das Chartbild der Stellantis-Aktie kann man nicht anders als grauenvoll bezeichnen. Seit Jahres beginn befindet sie sich fast kontinuierlich auf Talfahrt und hat gut 60% ihres Wertes eingebüßt.
Der Autotitel verabschiedete sich fast auf einem neuen 12-Jahrestief ins Wochenende. Eine Bodenbildung zeichnet sich nicht ab.
Keine einfache Kaufempfehlung
Es ist schon erstaunlich: Da stellt Stellantis Zahlen und Prognosen vor, von denen sich einige deutschen Autohersteller eine Scheibe abschneiden können, und trotzdem findet die Aktie nach wie vor keinen Halt. Obwohl sich die Zahlen aus den Kernmärkten USA und Italien recht gut lesen und auch die Prognosen bestätigt wurden, scheint sie die Börse einfach nicht wahrhaben zu wollen.
Die Stellantis-Aktie ist wahrlich kein einfacher Fall in der Bewertung. Für die Aktie sprechen die positive Geschäftsentwicklung und der Fortschritte machende Turnaround. Auch das Forward-KGV von 4,4 gehört zu den niedrigsten der gesamten Autobranche und wird nur noch von VW unterboten.
Gegen die Aktie spricht jedoch der zunehmende Wettbewerb mit chinesischen Herstellern auf dem europäischen Markt und die teilweise schwache Modellpalette bei E-Autos. Mit einem BEV-Anteil von nur 20% auf dem europäischen Markt ist Stellantis nach wie vor ziemlich schwach bei reinen Elektroautos aufgestellt.
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Ich empfehle die Stellantis-Aktie aktuell nur hartgessotenen Turnaround-Fans zum Kauf. Sie ist fundamental und vor allem charttechnisch angeschlagen. In den kommenden Quartalen muss der Autokonzern beweisen, dass er bei leichten Absatzzuwächsen seinen Gewinn deutlich steigern kann.
Sollte dieser Beweise gelingen, hat die Stellantis-Aktie ein ordentliches Upside. Sollte er sich allerdings verzögern, drohen noch tiefere Kurse.
Stellantis in Kürze
- Die niederländische Stellantis N.V. (WKN: A2QL01) ist der Dachkonzern von 14 Automarken. Zu den bekanntesten gehören Chrysler, Fiat, Opel und Peugeot.
- Stellantis entstand 2021 durch die Fusion des italienisch-amerikanischen Konzerns Fiat/Chrysler mit dem französischen Autobauer Peugeot.
- Die Dachgesellschaft hat ihren Sitz im niederländischen Hoofddorp, die Zentralen der Autokonzerne befinden sich in den jeweiligen Ländern. Hauptabsatzmärkte von Stellantis sind Europa und die USA.
- Die drei Hauptbörsen von Stellantis sind Mailand, New York und Paris. Der Konzern ist aktuell ca. 10,6 Milliarden € wert.
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