Am 24.09.1869 erlebt die Wall Street einen Börsentag, der in die amerikanische Finanzgeschichte als "Black Friday" eingehen sollte. Der Begriff hat dabei nichts mit dem heutigen Einkaufsereignis nach Thanksgiving zu tun. Gemeint ist ein spektakulärer Zusammenbruch des Goldpreises, ausgelöst durch den Versuch der beiden Spekulanten Jay Gould und James "Jim" Fisk, den amerikanischen Goldmarkt zu kontrollieren.

Ihr Plan war zunächst erstaunlich erfolgreich: Durch massive Käufe wollten sie das verfügbare Gold verknappen, den Preis immer weiter nach oben treiben und anschließend mit hohen Gewinnen verkaufen. Das Problem war allerdings, dass sie nicht nur gegen andere Spekulanten antraten, sondern letztlich gegen die Vereinigten Staaten selbst.

Die Geschichte des Black Friday ist deshalb mehr als die Episode zweier skrupelloser Börsenspieler. Sie zeigt, wie eng Politik, Insiderinformationen, Eisenbahnkonzerne, Banken und Börsenspekulation im Amerika des Gilded Age miteinander verbunden waren. Sie zeigt außerdem, wie ein scheinbar funktionierender "Corner" des Marktes in sich zusammenbrechen kann, sobald ein mächtiger Akteur mit ausreichend Liquidität gegen die Spekulanten vorgeht. Und sie zeigt, dass die Verluste am Ende keineswegs auf die Börse beschränkt blieben: Händler, Banken, Bauern und Unternehmen bekamen die Folgen des Goldcrashs zu spüren…

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