Wie man einen Fondsmanager schlägt? Die Börse ist nicht zwangsläufig ein Ort, an dem diejenigen, die am häufigsten handeln, gewinnen. Ganz im Gegenteil: Wer ständig kauft und verkauft, kann sich durch Gebühren, Steuern und Fehlentscheidungen selbst ausbremsen.

Ein erstaunlich simpler Ansatz besteht meiner Meinung darin, nur wenige herausragende Unternehmen zu kaufen und ihnen über Jahre Zeit zu geben, ihren Wert zu entfalten. Doch kann man damit tatsächlich Fondsmanager um 20 % schlagen?

Ich denke schon, denn es gelingt dem durchschnittlichen Fondsmanager langfristig nicht einmal, den Markt selbst zu schlagen. Schauen wir uns doch einmal an, wie genau diese Strategie aussehen kann.

Warum langweiliges Investieren plötzlich spannend wird

Der Begriff Buy and Hold klingt in Zeiten einer Start-up-Kultur ungefähr so aufregend wie ein ödes Sparbuch. Sein Charme liegt allerdings genau darin, dass Anleger die kurzfristigen Reize der Börse weitgehend ignorieren. 

Soll heißen: Statt auf jede Konjunkturmeldung, Quartalszahl oder Kursbewegung einer gehypten Aktien zu reagieren, konzentriert man sich einfach auf die langfristige Qualität eines Unternehmens.

Entscheidend ist dabei die Auswahl. Eine Qualitätsaktie zeichnet sich typischerweise durch ein robustes Geschäftsmodell, hohe und möglichst stabile Margen, eine starke Marktposition, solide Bilanzen und die Fähigkeit aus, dauerhaft Kapital zu hohen Renditen zu investieren.

Besonders interessant sind Unternehmen mit strukturellen Wettbewerbsvorteilen, die es Konkurrenten schwer machen, Marktanteile zu gewinnen. Im angelsächsischen spricht man auch von Moat.

Der entscheidende Renditetreiber ist im Folgenden dann nur noch der Zinseszinseffekt. Steigen Umsatz, Gewinne und freier Cashflow eines Unternehmens über viele Jahre, sollte sich dessen innerer Wert deutlich erhöhen.

Compounder als ein Schlüssel zur Outperformance

Um den Markt zu schlagen, muss ein Anleger also nicht zwingend jedes Jahr den nächsten Börsenstar finden. Er muss vor allem auf gute Compounder setzen und vermeiden, zu früh zu verkaufen.

Theoretisch entsteht so Raum für eine Outperformance gegenüber aktiv gemanagten Fonds. Vor allem kontrollierst du aber eine Strategie selbst und bist nicht den institutionellen Zwängen ausgesetzt. 

Fondsmanager müssen Kapitalzuflüsse und -abflüsse berücksichtigen, Anlagevorgaben einhalten, Portfolios diversifizieren und häufig stärker auf kurzfristige Entwicklungen reagieren. Hinzu kommen laufende Managementkosten. 

Ein Privatanleger hat dagegen mit nur wenigen, langfristig gehaltenen Qualitätsunternehmen ganz andere Chancen. Er kann außerdem sehr geringe Transaktionskosten haben und wie ein konzentrierter Hedgefonds in Nebenwerten investiert sein.

Allerdings beginnt Buy and Hold nicht mit dem Kauf, sondern mit der Analyse. Wer eine Aktie jahrzehntelang halten möchte, sollte deshalb verstehen, womit das Unternehmen sein Geld verdient, wie stark seine Bilanz ist und ob sein Wettbewerbsvorteil tatsächlich Bestand haben kann.

Auch die Bewertung spielt eine zentrale Rolle, denn selbst ein hervorragendes Unternehmen kann bei einem überhöhten Kaufpreis trotzdem eine enttäuschende Investition sein.

Fazit: Mit weniger Aktionismus Fondsmanager schlagen

Buy and Hold ist kein Börsentrick und schon gar keine Garantie, Fondsmanager zu schlagen. Es ist vielmehr eine Anlagestrategie, die Geduld, Unternehmensanalyse und Disziplin miteinander verbindet. Aber: Wer Qualitätsunternehmen zu einer vernünftigen Bewertung kauft und ihnen ausreichend Zeit gibt, kann vom langfristigen Gewinnwachstum und vom Zinseszinseffekt profitieren und mit etwas Glück den Großteil der Fondsmanager locker schlagen.

Der Artikel 1 einfacher Trick, mit dem du die Performance der Fondsmanager um 20 % schlägst ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.