Die Novartis-Aktie (WKN: 904278) schockierte die Börse Anfang September einem Kurssturz von 15 % innerhalb von nur drei Tagen. Damit ist der Schweizer Pharmariese so günstig zu haben wie seit Jahresbeginn nicht mehr.

Aber ist diese Top-Dividendenaktie tatsächlich einen Kauf wert? Hier bekommst du die Antwort.

Zwei herbe Rückschläge

Hinter dem jüngsten Crash der Novartis-Aktie stecken gleich vier schlechte Nachrichten, die fast zeitgleich publik wurden. Der Schweizer Pharmakonzern musste innerhalb weniger Tage über zwei massive Fehlschläge bei der Entwicklung neuer Medikamente berichten.

Der Wirkstoff Pelacarsen zur Behandlung von Herzkreislauf-Erkrankungen und erhöhten Werten von Lipoprotein(a) Lp(a) scheiterte in der zulassungsrelevanten Phase-3-Studie. Sie konnte überraschenderweise keine statistisch bedeutsame Verringerung schwerer kardiovaskulärer Ereignisse (wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle) im Vergleich zum Placebo liefern.

Für Novartis ist das eine ganz bittere Pille, denn Palecarsen wurde als sogenannter Megablockbuster gehandelt, also als Medikament mit einem Spitzenumsatzpotenzial von mehreren Milliarden US$ pro Jahr.

Als wäre das schon nicht genug, musste Novartis auch noch einen zweiten herben Rückschlag in seiner Entwicklungspipeline einstecken. Auch der Wirkstoff Del-desiran zur Behandlung der myotonen Dystrophie Typ 1 scheiterte in der Phase-3-Studie. Auch hier konnte keine statistisch relavante Verbesserung gegenüber der Kontrollgruppe erzielt werden.

Und zwei weitere schlechte Nachrichten

Neben diesen beiden herben Dämpfern in Sachen F&E musste Novartis auch eine Pause bei mehreren klinischen Studien in der Zelltherapie von Autoimmunkrankheiten einlegen. Grund waren mehrere ungeklärte Todesfälle bei Probanden.

Und nicht zuletzt sorgte auch noch ein Gerichtsurteil in den USA für schlechte Stimmung an der Börse. Ein US-Gericht stufte ein wichtiges Kombinationspatent für die Wirkstoffe Sacubitril und Valsartan als ungültig ein. Auch dies kann sich finanziell negativ bei Novartis niederschlagen, da das betreffende Herzmedikament Entresto mit 6 Milliarden US$ Jahresumsatz eine der zentralen Säulen der Schweizer ist.

Ist das ein Schnäppchen?

Optisch mag die Novatris-Aktie nun recht günstig wirken, fundamental ist jedoch meines Erachtens noch immer kein Schnäppchen. Mit einem Forward-KGV von 17 ist die Aktie nach wie vor recht ambitioniert bewertet.

Novartis will in den kommenden Jahren mit rund 5 % pro Jahr wachsen. Um dieses Bewertungsniveau zu rechtfertigen, muss der Pharmakonzern seine Marge deutlich erhöhen. Das halte ich für eine große Herausforderung.

Dividendenanleger aufgepasst

Lediglich Dividendenanleger, für die Kurssteigerungen nur eine untergeordnete Rolle spielen, sollten sich zum jetzigen Zeitpunkt einen Einstieg in die Novartis-Aktie überlegen. Mit einer Dividendenrendite von 3,4 % und einem langfristigen Dividendenwachstum von rund 5,6% bietet der Pharmakonzern eine attraktive Kombination für die laufende Steigerung des passiven Einkommens.

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