Im Juli und August konnte sich die Abobe-Aktie rasant von ihrem Kurssturz im ersten Halbjahr erholen. Doch am Freitag musste der Software-Konzern mit einem Kursverlust von -7% einen herben Dämpfer hinnehmen. Was war geschehen und könnte der Adobe-Aktie nun wieder eine Trendwende nach unten bevorstehen?
Stühlerücken im Management
Grund für den Kursrückgang der Abode-Aktie zum Wochenschluss war eine überraschende Umstrukturierung des Managements. Der langjährige CEO des Software-Giganten, Shantanu Narayen, gab seinen Rücktritt bekannt zum 1. Dezember bekannt.
Als Nachfolger wurde Anil Chakravarthy benannt. Chakravarthy steht seit 2020 in Diensten von Adobe. Er leitet das Geschäft rund um die Customer Experience Orchestration sowie die weltweiten Vertriebsaktivitäten. Unter seiner Führung wurden unter anderem GenStudio, Adobe CX Enterprise und Brand Visibility entwickelt bzw. ausgebaut.
Dass die Wahl auf Chakravarthy fiel, ist eine handfeste Überraschung. Viele Investoren hatten offenbar mit David Wadhwani als Nachfolger gerechnet. Der Leiter des so wichtigen Creative & Productivity-Geschäfts, das einen Großteil des Adobe-Umsatzes ausmacht, gab aber ebenso überraschend seinen Abschied bekannt.
Damit geht das Stühlerücken in der Führungsetage von Adobe weiter. Bereits im Juni hatte Finanzvorstand Dan Durn das Unternehmen verlassen.
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Wendet sich das Blatt?
Nachdem die Adobe-Aktie Ende Juni auf den tiefsten Stand seit acht Jahren abgesackt war, konnte sie sich im Juli und August wieder rasant erholen. Innerhalb von zwei Monaten stieg der Kurs um fast +50%.
Doch nun könnte sie das Blatt wieder wenden. Der Support bei 255 US$ muss halten, um ein Abrutschen unter die Marke von 250 US$ zu verhindern.
Ein KI-Bewertungsabschlag
Managerwechsel sind an sich keine schlechte Neuigkeiten, aber bei Adobe kommen sie in einer sehr kritischen Phase. Der Software-Konzern steht unter starkem Druck, seine KI-Produkte gegen generative KI-Konkurrenz wie Figma oder Canva zu behaupten.
Wie gut das gelingt, werden die am kommenden Donnerstag anstehenden Quartalszahlen zeigen. Mit seinen letzten Zahlen konnte Adobe beweisen, dass der verstärkte Wettbewerbsdruck sich noch nicht negativ auf Umsatz und Gewinn auswirkt.
Der Umsatz stieg um 12,7% auf Jahressicht auf 6,62 Milliarden US$ und lag damit deutlich über der Analystenerwartung von 6,45 Milliarden US$. Der bereinigte operative Gewinn je Aktie erhöhte sich sogar um 17,8% auf 5,96 US$ und übertraf damit ebenfalls die Konsensschätzung von 5,82 US$.
Aber noch heißt an der Börse eben nicht nie. Der Markt steht der Adobe-Aktie nach wie vor kritisch gegenüber. Diese Einstellung dürfte sich angesichts der ungebrochen rasanten Entwicklung von KI-Modelle nicht so schnell ändern. Adobe wird kommende Woche herausragend gute Ergebnisse präsentieren müssen, um an dieser kritischen Markteinstellung etwas zu ändern. Ich fürchte, das wird nicht gelingen.
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Mit einem Forward-KGV von 10 ist die Adobe-Aktie für ein immer noch knapp zweistellig wachsendes Unternehmen mit exzellenten Gewinn- und Cashflow-Kennzahlen ziemlich moderat bewertet. Aber die Börse preist beim Software-Unternehmen einen „KI-Bewertungsabschlag“ ein, den das Software-Unternehmen wahrscheinlich nicht so schnell los wird — möglicherweise sogar nie.
Ein größeres Upside sehe ich vor diesem Hintergrund nicht für die Adobe-Aktie. Anleger sollten besser die Zahlen nächste Woche abwarten. Es könnte der nächste Kursrückschlag drohen.
Adobe in Kürze
- Adobe (WKN: 871981) mit Sitz im kalifornischen San José einer der weltweit wichtigsten und bekanntesten Software-Konzerne.
- Das Unternehmen ist Marktführer bei Software für die Erstellung und Veröffentlichung eines breiten Spektrums von Inhalten, darunter Grafik, Fotografie, Illustration, Animation, Multimedia, Video und Druck.
- Zu den wichtigsten Produkten von Adobe gehören die Bildbearbeitungssoftware Adobe Photoshop, die Illustrationssoftware Adobe Illustrator sowie die Dokumenten-Managementsoftware Adobe Acrobat Reader.
- Adobe ist Mitglied in den US-Leitindizes S&P 500 und Nasdaq 100 und an der Börse aktuell ca. 106 Milliarden US$ wert.
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