Die Aktie der Credo Technology Group ist eingebrochen und in einen Bärenmarkt übergegangen, nachdem sie vom Jahreshoch um mehr als 24 % gefallen ist. CRDO fiel auf $232, und diese Kursentwicklung wird auf die Probe gestellt, wenn das Unternehmen am Dienstag seine Geschäftszahlen veröffentlicht. 

Credo Technology Group im Fokus: Insider verkaufen vor den Quartalszahlen

Die CRDO-Aktie hat einige der Gewinne aus dem Jahresverlauf abgegeben und spiegelt damit die Entwicklung anderer Unternehmen der KI-Branche wider. Dieser Rückzug traf selbst die bekanntesten Namen wie Micron und Nvidia, die starke Zahlen veröffentlicht haben. 

Der Rückgang fällt zudem mit anhaltenden Insiderverkäufen zusammen. Daten von Barchart zeigen, dass Insider in den letzten drei Monaten 589.284 Aktien verkauft haben, womit die Verkäufe in den letzten 12 Monaten 2,88 Millionen erreichen. Zu den größten Verkäufern zählen Yat Tung (COO) und Chi Fung (CTO). Insiderverkäufe sind für eine Aktie in der Regel ein Risiko, da diese Führungskräfte über mehr Informationen verfügen als der durchschnittliche Anleger.

Der Optionsmarkt deutet darauf hin, dass die Aktie nach den Quartalszahlen mit erhöhter Volatilität rechnen dürfte. Daten zeigen, dass die implizite Volatilität auf 122 % gestiegen ist, höher als die historische Volatilität von 96 %. Das Put/Call-Verhältnis liegt weiterhin unter 1, ein Hinweis darauf, dass mehr Calls als Puts gehandelt werden – das gilt als positiv. Die meisten Call-Optionen liegen bei $240 und $250, während die Puts bei $235 konzentriert sind. 

Analysten sind optimistisch in Bezug auf das Wachstum des Unternehmens: Der durchschnittliche Umsatzschätzwert liegt bei $471 Millionen, ein Anstieg von 111 % gegenüber dem Vorjahr. Dieses Wachstum wird durch die steigende Nachfrage nach seinen aktiven elektrischen Kabeln, optischen DSPs, optischen Transceivern und PCIe-Retimern angetrieben. Die meisten Wettbewerber, etwa Lumentum, haben ebenfalls solide Zahlen vorgelegt. 

Auch die Gewinne von Credo Technology werden voraussichtlich weiter steigen, wobei der Gewinn je Aktie (EPS) von 52 Cent auf $1,17 steigt. Für das Geschäftsjahr werden ein Jahresumsatz von $2,27 Milliarden (plus 84 % YoY) bzw. ein EPS von $6,27 erwartet. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Credo mit den Zahlen die Erwartungen übertrifft.

Analysten sind überwiegend optimistisch für die CRDO-Aktie. So hob etwa Sean O’Loughlin von TD Cowen sein Kursziel von $260 auf $300 an, während Susquehanna, Barclays, Bank of America und Evercore ihre Ziele auf $250, $300, $340 bzw. $325 setzten.

Technische Analyse der CRDO-Aktie

Credo-Aktie

Chart der Credo Technology-Aktie | Quelle: TradingView

Das Tageschart zeigt, dass die Aktie der Credo Technology Group am 22. Juni ein Hoch bei $308 erreichte und dann auf $175 zurückfiel, als die KI-Rallye an Schwung verlor. Anschließend versuchte sie eine Erholung und erreichte schließlich ein Hoch bei $285. 

Credo pendelt nahe der Unterseite des Andrews-Pitchfork-Indikators. Zudem notiert die Aktie weiterhin über dem 100-Tage-EMA (exponentieller gleitender Durchschnitt). Sie hat sich außerdem über das starke Pivot-/Reverse-Level der Murrey-Math-Linien bewegt.

Daher dürfte die Aktie wahrscheinlich wieder ansteigen, möglicherweise auf $250 nach den Quartalszahlen. Andererseits ist ein Rückgang bis zur wichtigen Unterstützung bei $176 möglich.

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