BMW (WKN: 519000) gehört zu den bekanntesten deutschen Aktien – und erfolgreichsten Autobauern der Welt. Es ist der führende Premium-Automobilhersteller der Welt.

Gerade deshalb überrascht mich der aktuelle Kurs von unter 60 Euro. Die Aktie wird mit einem deutlichen Abschlag zu früheren Bewertungsniveaus gehandelt. 

Gleichzeitig lockt eine hohe Dividendenrendite, während mit der „Neuen Klasse“ ein wichtiger Produktzyklus vor dem Durchbruch steht. Aber ist BMW wirklich günstig – oder ist die Aktie aus gutem Grund so billig?

Warum die BMW-Aktie derzeit so günstig bewertet ist

Der Gegenwind ist erheblich. BMW kämpft mit einem schwachen chinesischen Automarkt, intensivem Wettbewerb und hohen Investitionen in die Transformation zur Elektromobilität. Auch muss man die Digitalisierung vorantreiben. 

Die Probleme lassen sich auch an den Zahlen ablesen. Im zweiten Quartal 2026 sank das Ergebnis vor Steuern um 35 % auf 1,7 Mrd. Euro. Noch wichtiger für die Börse ist die Entwicklung der Profitabilität: Die EBIT-Marge im Automobilsegment fiel auf lediglich 2,3 %.

Damit wird klar, warum Anleger derzeit vorsichtig sind. BMW ist zwar eine starke Premiummarke, doch eine hohe Bewertung lässt sich nur rechtfertigen, wenn auch die Margen stimmen. Genau daran zweifelt der Markt momentan.

Hinzu kommt das Dauerproblem China. Der dortige Automarkt hat sich für westliche Hersteller zu einem besonders schwierigen Pflaster entwickelt.

Preisaggressive und staatlich subventionierte chinesische Wettbewerber erhöhen den Druck, während BMW gleichzeitig Milliarden in neue Antriebstechnologien und Modelle investieren muss. Doch es gibt auch eine andere Seite der Geschichte.

Neue Klasse könnte zum Wendepunkt werden

BMW hat mit der „Neuen Klasse“ einen wichtigen Trumpf in der Hand. Die ersten Modelle stoßen bereits auf Interesse. Im zweiten Quartal legten die Auslieferungen vollelektrischer Fahrzeuge in Europa um mehr als ein Drittel zu.

Sollte BMW mit der neuen Modellgeneration wieder stärker wachsen, könnten sich die derzeit gedrückten Margen schrittweise erholen. Genau hier liegt die Kursfantasie.

Anleger müssen also nicht darauf wetten, dass BMW plötzlich wieder Rekordgewinne erzielt. Schon eine glaubwürdige Stabilisierung könnte ausreichen, um die Bewertung neu zu beurteilen. Ein für 2027 erwartetes KGV von 6,2 ist unterirdisch.

Auch die Analysten sehen durchaus Spielraum. Im Schnitt sehen sie Kursziele von 72,62 Euro, was ein Potenzial von über 25 % wäre. 

Fazit: BMW ist günstig – aber kein Selbstläufer

Die BMW-Aktie ist derzeit keine klassische Aktie für den tiefen Schlaf. Dafür sind die Risiken im China-Geschäft, bei den Margen und in der Transformation zu groß.

Man kann sie vielmehr ein Stück weit als Turnaround-Kandidaten sehen. Und da gleichzeitig viel Skepsis bereits im Kurs eingepreist ist, könnte für langfristige Anleger ein interessantes Chance-Risiko-Verhältnis entstehen. 

Gelingt der Neuen Klasse der Durchbruch, stabilisiert sich das China-Geschäft und kehren die Margen zurück, könnte BMW in Zukunft deutlich höher stehen. Eine Kurschance von rund 25 % erscheint dann aus meiner Sicht nicht unrealistisch.

Der Artikel Deutsche Top-Aktie zum Schnäppchenpreis: 7% Dividende + 25% Kursfantasie sind möglich! ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.