Die Porsche-Vorzugsaktie bewegte sich zuletzt in einer Handelsspanne zwischen 44 und 47 €. Eine klare Tendenz in eine bestimmte Richtung war dabei nicht erkennbar. Am Freitag notiert die Aktie aktuell bei rund 46,80 € und damit auf dem Niveau zum Jahresanfang. Damit stellt sich die Frage: Kann die Aktie die Range nach oben durchbrechen?
Profitabilität gesteigert
Wie alle deutschen Automobilkonzerne befindet sich auch Porsche in einem umfassenden Transformationsprozess. Dabei geht es um Kapazitätsanpassungen, Stellenabbau und Kostensenkungen.
Der neue CEO Michael Leiters will den Konzern neu aufstellen. Porsche soll schlanker, schneller und seine Produkte noch begehrlicher werden. Der Transformationsprozess ist dabei bereits weit fortgeschritten.
Der Umsatz sank im ersten Halbjahr von 18,2 auf 17,2 Milliarden €. Der Absatz verringerte sich um rund 24.000 auf etwa 122.300 Fahrzeuge. Damit setzte sich der Umsatzrückgang aus dem ersten Quartal auch im zweiten Quartal fort.
Positiv entwickelte sich dagegen die Ertragslage. Das operative Konzernergebnis verbesserte sich von 1,0 auf 1,35 Milliarden €. Die operative Marge stieg von 5,5 auf 7,8%. Hier machten sich die bereits umgesetzten Transformationsmaßnahmen positiv bemerkbar.
Auch der Gewinn je Aktie entwickelte sich erfreulich und stieg im zweiten Quartal von 0,22 auf 0,80 €. Der Netto-Cashflow im Automobilbereich erhöhte sich von 0,4 auf 1 Milliarde €.
Insgesamt geht die Entwicklung in die richtige Richtung. Dies gilt insbesondere für die Profitabilität.
Vorstandsvorsitzender Dr. Michael Leiters erklärte:
Das Porsche-Team hat in den vergangenen sechs Monaten sehr intensiv und diszipliniert an unserer Strategie gearbeitet. Vor uns liegt aber noch sehr viel Arbeit, um Porsche robust für die herausfordernde Zukunft aufzustellen.
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Jahresprognose bestätigt
Für das Gesamtjahr zeigt sich der Konzern weiterhin zuversichtlich und bestätigte seine Prognose.
Demnach rechnet Porsche mit einem Umsatz zwischen 35 und 36 Milliarden €. Die operative Umsatzrendite soll zwischen 5,5 und 7,5% liegen.
Da sie im ersten Halbjahr bei 7,8% lag, könnte die Profitabilität in der zweiten Jahreshälfte etwas niedriger ausfallen.
Strategie „Sportwagenschmiede 35“ kurz vor dem Abschluss
Porsches neue Strategie „Sportwagenschmiede 35“ steht kurz vor der Finalisierung. Ziel der Strategie ist es, die Ertragskraft, die Cash-Generierung und die Widerstandsfähigkeit des Konzerns nachhaltig zu stärken.
Der Fokus liegt dabei klar auf der Marke, den Kunden und den Produkten. Gleichzeitig soll die Organisation weiter gestrafft und effizienter aufgestellt werden.
Bewertung
Der Sportwagenhersteller befindet sich mit seiner Transformation grundsätzlich auf dem richtigen Weg. Allerdings wird es noch einige Zeit dauern, bis sämtliche Maßnahmen umgesetzt und ihre positiven Effekte vollständig sichtbar werden. Weitere Kapazitätsanpassungen dürften dabei unvermeidlich sein.
Positiv ist, dass Porsche seine Profitabilität trotz des Umsatzrückgangs deutlich steigern konnte.
Die Aktienkurse der Automobilbranche dürften sich jedoch auch künftig volatil entwickeln. Weitere Rücksetzer sind daher nicht auszuschließen.
Das Gröbste dürfte bei Porsche überstanden sein. Dennoch gehe ich davon aus, dass sich der Aktienkurs vorerst weiter seitwärts bewegen wird.
Für langfristig orientierte Anleger bietet das aktuelle Kursniveau aus meiner Sicht weiterhin interessante Einstiegsmöglichkeiten.
Was zudem für die Aktie spricht, ist die Dividendenrendite von derzeit 2,1 %. Allerdings bieten andere Automobilaktien teilweise deutlich höhere Renditen, beispielsweise die des Mutterkonzerns Volkswagen.
Ergänzend dazu: Viele Dividenden-Aktien sind derzeit unterbewertet und bieten einen günstigen Einstiegszeitpunkt. Diese Übersicht zeigt zehn Titel aus verschiedenen Sektoren, die sowohl für Cashflow als auch für Kursgewinne interessant sein könnten.
Porsche AG in Kürze
- Der Sportwagenhersteller Porsche AG (WKN: PAG911) mit Sitz in Stuttgart ist seit Ende September an der Frankfurter Börse gelistet und nicht zu verwechseln mit der ebenfalls börsennotierten Porsche Automobil Holding SE.
- Die Produktion erfolgt überwiegend in Stuttgart-Zuffenhausen sowie in Leipzig und Bratislava.
- Die im DAX notierte Vorzugsaktie kommt auf eine Börsenbewertung von 21,3 Milliarden €.
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