50 Euro Dividende im Monat ist nicht viel? Schließlich sind es aufs Jahr gerechnet gerade einmal 600 Euro. Doch der Weg dorthin zeigt, worauf es beim Aufbau eines Dividenden-Depots wirklich ankommt.

Um ein zusätzliches Einkommen aus Aktien aufzubauen, ist es nicht notwendig, mit einem riesigen Vermögen zu starten. Vielmehr sind Geduld, regelmäßige Investitionen und die Auswahl wirtschaftlich solider Unternehmen entscheidend. 

Aber Bedenke: Eine hohe Dividendenrendite allein macht noch keine gute Aktie aus. Und auch keinen nachhaltigen Tenbagger aus einem gehypten Hot-Stock. Wie soll also vorgegangen werden?

Der wichtigste Fehler: Nicht der höchsten Dividende hinterherlaufen

Beim Aufbau eines solchen Einkommens-Depots würde ich heute nicht nach Aktien suchen, die mit zweistelligen oder hohen einstelligen Dividendenrenditen locken. Das sieht auf dem Papier zwar verführerisch aus, kann aber schnell zur Falle werden.

Eine ungewöhnlich hohe Rendite entsteht nämlich genau dann, wenn der Aktienkurs stark gefallen ist oder der Markt die künftige Dividende infrage stellt. In den meisten Fällen handelt es sich um einen Turnaround-Kandidaten. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Turnaround nie eintritt, ist entsprechend hoch.

Stattdessen kommt es auf fundamentale Qualität an. Gemeint sind Unternehmen mit einem stabilen Geschäftsmodell und tiefen Burggräben. Sie sorgen für möglichst verlässliche Umsätze und Gewinne, einem soliden freien Cashflow und einer tragbaren Verschuldung. 

Aber auch das Wachstumspotenzial ist entscheidend. Aus Investorensicht sind Firmen besonders interessant, die ihre Gewinne langfristig steigern können und ihre Ausschüttungen aus dem laufenden Geschäft finanzieren. Idealerweise sind sie noch asset-light, also nicht kapitalintensiv.

Auch die Ausschüttungsquote und Aktienrückkäufe sollten im Blick behalten werden. Wer dauerhaft mehr Dividende zahlt und eigene Aktien zurückkauft, als tatsächlich verdient wird, kann dieses Niveau kaum unbegrenzt halten. Der große Knall kommt dann, wenn es wirtschaftlich schwieriger wird.

Nun gilt es, Aktien mit einer Einstandsrendite von 3 % zu finden. Hierzu würde ich mehrere Screener nutzen und die Ergebnisse mit Daten aus den Unternehmensberichten und der Dividendenhistorie abgleichen. Werte wie Nestlé (WKN: A0Q4DC), PepsiCo (WKN: 851995) oder Realty Income (WKN: 899744) erfüllen diese Kriterien.

Aus Diversifikationsgründen würde ich schließlich auch breit streuen, um Einzelrisiken auszugleichen. Deshalb würde ich regelmäßig Aktien qualitativ starker Unternehmen kaufen und das Depot über verschiedene Branchen verteilen. Doch wie viel muss man überhaupt investieren?

20.000 Euro reichen rechnerisch für 50 Euro Dividende im Monat

Die Mathematik hinter dem Ziel ist simpel: Bei einer durchschnittlichen Dividendenrendite von 3 % ergeben 20.000 Euro Anlagekapital 600 Euro Dividende im Jahr. Und 600 Euro geteilt durch zwölf Monate ergeben 50 Euro pro Monat.

Dabei handelt es sich um einen Durchschnittswert vor Steuern und Kosten. Die Dividenden selbst werden nämlich nicht zwingend monatlich ausgezahlt. Viele Unternehmen schütten quartalsweise oder einmal jährlich aus. Ob monatlich, quartalsweise oder jährlich ist eigentlich egal.

Wer sich bei der Aktienauswahl nicht allein auf die Dividendenrendite verlassen möchte, sollte deshalb genauer in die Bilanz schauen.

Der Artikel Jeden Monat 50 Euro Dividende: So würde ich heute ein Aktien-Depot mit 3 % Rendite aufbauen! ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.