Es sollte ein Investment mit Traumrendite werden. Stattdessen wurde es für Jens Lehmann zum Millionen-Poker um Hunderttausende Euro. Aktuell berichtet die Bildzeitung über den Fall. Doch wir haben exklusive Informationen.

Der frühere Nationaltorhüter setzte 2020 offenbar 500.000 Euro auf eine Münchner Technologie-Firma. Eine Aktie sei ihm damals für lediglich einen Euro angeboten worden – obwohl ihr tatsächlicher Wert bei rund 6,50 Euro gelegen haben soll. Heute steht Lehmann nach eigener Darstellung mit rund 330.000 Euro im Minus und verlangt vor dem Landgericht München 572.661,18 Euro plus Zinsen.

Welche Firma steckt hinter dem geheimnisvollen Aktien-Deal?

Nach exklusiven sharedeals.de-Informationen handelt es sich bei dem Unternehmen um die Münchner UMT United Mobility Technology AG.

Der Name passt auffällig zu den bislang bekannten Details des Falls. UMT war bereits 2020 ein Münchner Technologieunternehmen und hatte damals 2.353.356 Aktien im Umlauf. Im Jahr 2021 leitete die Gesellschaft eine strategische Neuausrichtung ein und kündigte die kuriose Übernahme der Buchberger-Gruppe aus dem Bereich Baugeräte und Baumaschinen an.

Genau hier wird der Fall besonders brisant.

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Kurioses Baumaschinen-Geschäft, von dem niemand wusste?

Laut der nun bekannt gewordenen Schilderung vor Gericht sollte das Geld aus der Kapitalmaßnahme unter anderem dazu dienen, ein Baumaschinen-Unternehmen zu kaufen. Der Deal platzte anschließend – mit erheblichen Folgen für die Bewertung der Aktien. Lehmann sagt, er habe davon nichts gewusst und sei über die Verwendung seines Geldes nicht informiert worden.

Und tatsächlich: UMT selbst veröffentlichte im Februar 2021 eine Ad-hoc-Mitteilung über eine geplante Sachkapitalerhöhung zur Übernahme der Buchberger Baugeräte Handel GmbH sowie der Buchberger Baumaschinen Vermietung und Service GmbH. Vorgesehen war die Ausgabe von 2.937.500 neuen Aktien zu einem Ausgabebetrag von acht Euro je Aktie.

Die Verbindung zwischen den von BILD geschilderten Umständen und der UMT-Geschichte ist auffällig – insbesondere wegen des zeitlichen Zusammenhangs und des genannten Baumaschinen-Geschäfts. Aus internen Kreisen wurde uns Lehmanns UMT-Engagement mittlerweile bestätigt.

Lehmann wollte raus – doch sein Freund habe ihn gebremst

Besonders bemerkenswert ist Lehmanns Schilderung, was anschließend passiert sein soll.

Als ihm die Aktien zugeteilt wurden, sei der Kurs bereits auf 3,50 Euro gefallen. Lehmann habe sofort verkaufen wollen. Doch sein Freund, der damals Vorstand des Unternehmens gewesen sein soll, habe ihn davon abgehalten. Lehmann vermutet: „Wahrscheinlich hatte er Angst, dass der Kurs fällt, wenn ich verkaufe.“

Noch schwerer wiegt ein anderer Punkt: Lehmann soll nicht einmal die Aktien erhalten haben, für die er ursprünglich bezahlt hatte. Nach seiner Aussage sollten es 500.000 Aktien sein. Tatsächlich habe er lediglich 170.000 Aktien bekommen. Die Differenz ist enorm.

500.000 Euro überwiesen – und am Ende bleiben 170.000 Aktien

Der Ex-Nationalkeeper beschreibt vor Gericht einen Vorgang, bei dem er sich nach eigener Darstellung über den tatsächlichen Wert und die Entwicklung seines Investments nicht ausreichend informiert fühlte.

Sein Geld wurde über eine Wirtschaftsprüferkanzlei treuhänderisch verwaltet. Diese Kanzlei verklagt Lehmann nun auf Schadensersatz.

Sein Anwalt argumentiert, Lehmann sei über den wahren Wert der Aktien getäuscht worden. Die Kanzlei weist die Vorwürfe zurück und beruft sich unter anderem darauf, dass es eine Vertragsanpassung gegeben habe und letztlich zwei Euro je Aktie vereinbart worden seien. Lehmann selbst könne sich daran nicht erinnern.

Große Abschreibung lässt Kurs implodieren

Die öffentlich dokumentierte Unternehmensgeschichte macht die Sache besonders interessant.

UMT erklärte Anfang 2021, mit der Übernahme der Buchberger-Gruppe einen ersten Schritt seiner neuen „Buy-and-Build“-Strategie gehen zu wollen. Die Gruppe wurde als regional bedeutender Akteur der Baubranche beschrieben. Später kam es allerdings zu einem Rechtsstreit um die Beteiligungen an den Buchberger-Gesellschaften.

Das Thema hinterließ finanziell massive Spuren: UMT kündigte 2023 vorsorgliche Wertberichtigungen auf die Beteiligungen an den Buchberger-Gesellschaften an und verwies dabei ausdrücklich auf die stagnierende Baubranche und den Rechtsstreit. Letztendlich wurden die Beteiligungen quasi vollständig abgeschrieben und der Kurs sauste weiter in den Keller.

Für Lehmann bleibt ein bitteres Aktien-Paket

Die Aktien hält Lehmann laut der vorliegenden Berichterstattung bis heute. Der Kurs liege bei knapp einem Euro.

Aus dem vermeintlichen Schnäppchen ist damit ein finanzielles Desaster geworden. Und angesichts der geringen Liquidität der Aktie würde ein Ausstieg zum aktuellen Zeitpunkt auch jetzt noch erhebliche Kursverluste mit sich bringen.

Nun soll das Münchner Landgericht klären, wer für den entstandenen Schaden verantwortlich ist.

Fakt ist: Als Mitglied bei sharedealsPlus hätte Jens Lehmann von wahren Börsenstars (+13.000% in 7 Jahren) und den richtigen Aktientipps zur richtigen Zeit profitiert…

The post Exklusiv: Jens Lehmann und sein mysteriöses 500.000-Euro-Investment-Desaster first appeared on sharedeals.de.