Hohe Renditen werden an der Börse oft mit riskanten Wachstumsaktien verbunden. Doch ausgerechnet ein traditionsreicher Versicherungskonzern könnte langfristig für eine Überraschung sorgen. 

Die Allianz-Aktie (WKN: 840400) bietet nicht nur die Chance auf Kursgewinne, sondern könnte ihren Aktionären über zehn Jahre hinweg allein durch Dividenden rund 43 % des heutigen Kaufpreises zurückzahlen. Das klingt ambitioniert – ist bei genauerem Hinsehen aber mehr als realistisch.

Warum 43 % Dividende von der Allianz-Aktie kein unrealistisches Szenario ist

Die Allianz gehört seit Jahren zu den verlässlichsten Dividendenzahlern Europas. Das Geschäftsmodell ist breit aufgestellt, die Bilanz solide und die Ertragskraft bemerkenswert stabil. 

Hinzu kommt eine klare Dividendenpolitik, die die Ausschüttung von 60 % des bereinigten Jahresüberschusses vorsieht, eine Mindestdividende auf Vorjahreshöhe und bedarfsweise Aktienrückkäufe. Ein großer Teil des Gewinns fließt so regelmäßig an die Aktionäre zurück.

Genau deshalb wirkt eine kumulierte Dividendenrendite von rund 43 % innerhalb von zehn Jahren keineswegs übertrieben. Bereits eine durchschnittliche Dividendenrendite von etwas mehr als vier Prozent pro Jahr würde ausreichen, um diesen Wert zu erreichen – selbst dann, wenn die Dividende künftig gar nicht mehr steigen würde. Da befinden wir uns gerade.

Dabei spricht einiges dafür, dass die Ausschüttung langfristig weiter wachsen könnte. Ein gutes Branchenmomentum und attraktive Zinsen sind die Grundzutaten dafür.

Natürlich gibt es dafür keine Garantie. Aber die Ausgangslage erscheint solide.

Allerdings sollten Investoren die Risiken nicht ausblenden. Versicherungen sind von der Entwicklung der Kapitalmärkte ebenso abhängig wie von Großschäden durch Naturkatastrophen oder anderen außergewöhnlichen Ereignissen. 

Auch geopolitische Spannungen, regulatorische Eingriffe oder eine schwächere Konjunktur könnten schnell die Gewinne belasten. In einem solchen Umfeld wären geringere Dividendenerhöhungen oder im Extremfall sogar Kürzungen denkbar.

Langfristiges Denken könnte sich auszahlen

Die eigentliche Botschaft lautet deshalb nicht, dass 43 % Dividende spektakulär wären. Spannender ist meiner Meinung nach vielmehr, wie groß die Wirkung eines qualitativ hochwertigen Dividendenzahlers über viele Jahre sein kann. 

Hier zeigt sich, wer Geduld mitbringt und kurzfristige Kursschwankungen aushält, profitiert möglicherweise gleich doppelt: von einem stetigen Einkommensstrom und von einer langfristig positiven Unternehmensentwicklung.

Die Allianz-Aktie ist deshalb kein Selbstläufer. Doch sie zeigt, warum solide Qualitätsunternehmen an der Börse gerne mal unterschätzt werden.

Vor allem die Kombination aus stabilen Gewinnen, einer aktionärsfreundlichen Ausschüttungspolitik und langfristigem Wachstum macht den größten deutschen Versicherer für langfristig denkende, einkommensorientierte Anleger interessant.

Der Artikel 43 % Dividende von der Allianz-Aktie sind fast schon „konservativ“? ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.